BauertothePeople (B2P)

Wilhelm Geiger

B2P078 Kanada: es kommt doch auf die Größe an

Von Superlativen und Heimweh

20.08.2023

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

Ein Land, in dem ohne Glyphosat und gentechnisch veränderte Pflanzen nichts geht. Kanada ist nach Russland das zweitgrößte Land der Welt. Einer der größten Exporteure, wenn es um Produkte aus der Landwirtschaft geht. Die meinen es ernst, wenn sie sagen: Wir ernähren die Welt. 

Bianca hat hier zwei Deutsche Farmer besucht und blickt mit euch hinter die Kulissen. Das ist die Geschichte von einem deutschen Paar, das alles zurückgelassen hat, nach Kanada gegangen und hier am Ende der Welt eine Farm gekauft hat. Felder bis an den Horizont. Sonst nichts. Bauernhöfe so groß, dass wir uns das nicht vorstellen können. Bianca war bei Karin und Stefan Köhler in Alberta und hat sie gefragt: Warum und wie überhaupt? Unterm Strich: wirtschaftlich erfolgreich. Doch so anders. Karin und Stefan haben Heimweh und einen steinigen Weg hinter sich. Kommt mit hinter die Kulissen und hört die ganze Geschichte.

Transkript

Music. Bauer to the People, der Podcast für Perspektiven rund um Essen, Menschen und Landwirtschaft. Weil nur durchs Reden kommen die Leute zusammen. Music. Herzlich Willkommen. In dieser Ausgabe des Bauer to the People Podcast war die Bianca in Kanada. Und zwar genauer gesagt in Alberta bei der Karin und beim Stefan Köhler. Und das ist heute die Geschichte von einem deutschen Bauer, der das alles zurückgelassen hat, nach Kanada gegangen ist und dort am Ende der Welt eine Farm gekauft hat. Das heißt, Felder bis an den Horizont und sonst nichts. Bauernhöfe so groß, dass wir uns das da bei uns teilweise wirklich nur schwer vorstellen können. Und die Bianca war bei der Karin und beim Stefan und hat sie gefragt, warum und wie überhaupt? Also in dieser Folge lernen wir ein wenig über die Landwirtschaft am, kann man schon fast sagen, anderen Ende der Welt und ziehen mal vielleicht ein paar Vergleiche zwischen Österreich und Kanada. Viel Spaß beim Reinhören. Kanada ist, habe ich nachgelesen, das zweitgrößte Land der Welt nach Russland und einer der größten Exporteure, wenn es um Produkte aus der Landwirtschaft geht. Die Lebensmittel, die hier produziert werden, sind unseren ziemlich ähnlich in Europa und in Österreich. Weizen, Raps, Rindfleisch, Obst, Gemüse, Wein und so fort. Soja. Ja, Soja. Soja machen wir auch her. Was Kanada aber unterscheidet, sind die absoluten Superlativen und die Menschen und die Lebenswelten hier. Die Portionen beim Essen sind genauso superlativ und frittiert. Die Menschen und Landwirte hier denken und ticken ganz anders als bei uns. Bei zwei diesen Menschen, die aber ein bisschen sind wie wir, sitze ich heute. Und das sind Stefan und Karin. Und jetzt sagt uns mal, wer seid ihr? Wo sind wir hier genau? Und was macht ihr hier? Karin, fangen wir mit dir an. Wer sind wir? Ja, wir sind Stefan und Karin Köhler und wir kommen aus Niedersachsen ursprünglich, sind vor 19 Jahren ausgewandert nach Alberta, Kanada, in der Nähe von Betazgewinn, haben wir eine Farbe, eine Getreidefarbe. Also, Betazgewinn sagt keinem was. 50 Kilometer südlich von Edmund und 200 Kilometer nördlich von Calgary. Das sollte die Welt wissen. Das sollte die Welt wissen. Betazgewinn wird keiner kennen. Ja, da befinden wir uns jetzt bei 25 Grad und aller schönsten Wetter. Was nicht ganz selbstverständlich ist für Kanada, wie wir heute noch lernen werden. Aber sagt mal ihr zwei, bevor ihr hierher gekommen seid, du sagst immer kurz vor am Ende der Welt, aber man sieht es, da sind wir hier. Ja, wir leben nicht ganz am Ende, aber wir können es sehen. Stefan, wie bist du aufgewachsen? Ja, ich bin aufgewachsen als, ich sag's jetzt mal so ganz lapidar, ich hab da kein Problem mit, als Bauernsohn. Meine Eltern hatten Landwirtschaft, ursprünglich mal 35 Hektar, 30 Kühe, gemischt Betrieb, 300 Schweine. Und dann habe ich aber mit 15 oder 16, das weiß ich gar nicht mehr. Eine Industriemaschinen-Schlosserlehre begonnen. War aber, da habe ich nicht nur begonnen, die habe ich auch beendet. Ich hatte aber immer das im Blut, also das Bauer sein war so mein Ding. Und ich habe mich eigentlich geweigert, ich wollte gar keinen Maschinenschlosser lernen. Aber mein Vater meinte damals, 80er Jahre, 84, war damals so ein Spruch, war wirklich so, weil die Preise dermaßen im Keller waren in Deutschland. Du lernst was Vernünftiges, sonst wird das nix mit deinem Leben. In der Zeit war was Vernünftiges nicht Bauern sein. Und ich sage dann so immer, ich weiß nicht, ob ich das so jetzt sagen sollte, so ganz extrem, viele meiner Kollegen jünger und älter fühlten sich, darf man das sagen, so ein bisschen als das Arschloch der Nation. Man hat, auf dem Bauern rumgetrampelt, wir machen ja nur die Natur kaputt, wir sind zu gar nichts Nutzer, wir kriegen nur Subventionen, obwohl das damals noch gar nicht so schlimm war. Und das hat meinen Vater praktisch an den Punkt gebracht, dass er gesagt hat, das Ding machst du hier nicht weiter, Du lernst was Vernünftiges und dann gucken wir mal, was kommt. Naja, und dann war ich irgendwie zehn Jahre in der Industrie, bis 96, 12 Jahre, und hab da als Industriemaschinen-Schlosser gearbeitet. Und die Sache mit der Landwirtschaft ging mir nie aus dem Kopf. Ich war durch und durch, war da aufgewachsen, ich hab das alles gemacht, parallel zu meiner Arbeitszeit. Also wenn die Arbeitszeit in der Firma zu Ende war, dann ging es zu Hause weiter. Und wir sind zum Glück parallel dazu, obwohl mein Vater meinte, das ist alles nix, sind wir trotzdem gewachsen. Wir hatten einen Stall angebaut, hatten offenbar 40 Kühe und 500 Schweine und hatten Land dazu gepachtet. Das ging dann über 70 bis am Ende auf 112 Hektar. Und so war ich dann an dem Punkt mit dir, dass ich... Ihr hattet Milchkühe und Schweine. Ja, um die 40 Milchkühe, 500 Mastplätze. Warum wolltest du Bauer werden, wenn doch das Image schlecht war, die Preise im Keller? Warum wolltest du das? Weil ich es A einfach in mir hatte. Es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, der Job. Und ich sage jetzt mal Job, weil man das hier so sagt. In Deutschland würde ich sagen eine Berufung. Und war einfach so. Und das hat mir wirklich viel Spaß gemacht. aber dann so. Bis zum Jahre 2003, 2004, so in die Richtung, dass ich immer öfter gedacht habe, ja, mein Vater hat da irgendwo recht. Wir hatten zwischenzeitlich, wie gesagt, Stall gebaut, Land gepachtet. Ich habe 2001 den Hof übernommen, aber nicht gepachtet. Ich hatte ihn richtig übergeben bekommen, nach einem langen Streit. Mein Vater wollte ihn erst dann nur verpachten, hat es ein bisschen Ärger gegeben und da habe ich gesagt, nein, ich verpachten tue ich den nicht. Ich sage, bei den Schulden, die wir auf uns genommen haben für Stallbau und Maschinenkauf, für die mehr als Verdreifachung des Betriebes, habe ich gesagt, ich zahle hier nicht Schulden, ich will auch am Ende was sagen können und dürfen. So, und da hat er sich am Ende durchgerungen, mir 2001 den Hof zu übergeben. Dann haben wir ganz schnell gemerkt, die Milchpreise gingen in den Keller, die Getreidepreise waren im Keller. Ja, nicht, dass es uns schlecht ging, ich habe jetzt wirklich keinen Grund zu jammern, dass wir da irgendwie, keine Ahnung, uns nichts leisten konnten und schlecht leben konnten. Das war alles okay, obwohl die Preise nicht so gut waren. Wir hatten aber auch keine Zeit groß, das Geld auszugeben. Ja, keine Zeit für nichts. Man konnte immer wieder in Land investieren, in Maschinen investieren, in Stall investieren, weil man gezwungen war, mehr oder weniger zu wachsen. In unserer Schulzeit damals, in der Landwirtschaftsschule, da hieß dann das immer vom Lehrer her, Jungs, wachsen oder weichen, dazwischen gibt es nichts. Eventuell noch eine Nische finden. Nische war bei uns keine Option, weil wir auch in Deutschland, in Niedersachsen schon so ein bisschen am Ende der Welt gelebt haben. Die großen Städte waren zu weit weg. Sonst hätte man vielleicht Milch oder sowas Direktvermarktung machen können. Schweinedirektvermarktung hat bei uns so nicht geklappt, weil einfach der Markt nicht da war. Wir hatten in jedem Ort einen Schlachter. Wir hatten in jedem Ort zu der Zeit noch einen Schlachter und Supermärkte und alles Mögliche. Dies mit dem Milchmarkt. Ich glaube, wir haben damals Milch verkauft, wenn es hochkam, am Tag 5 Liter. War also nicht unbedingt eine Einkommensquelle. Ja, und dann schoben wir uns da so durch die Jahre und haben dann irgendwann gedacht, nee, so richtig ist es das nicht. Wir müssen uns mehr spezialisieren. Und da wir einen Haufen Ärger mit den Nachbarn hatten, die haben das nicht so toll gefunden, dass wir mitten im Ort, also wir lebten mitten im Ort mit 13 anderen Landwirten in einem Ort, der damals noch 600, 700 Einwohner hatte. Der hieß Eberholzen, im Landkreis Niedersachsen in Hildesheim oder bei Hildesheim. Quatsch, Landkreis Hildesheim im Land Niedersachsen. Und das war schon so ein Problem, allein mit 7 Nachbarn. Wir hatten also 7 Nachbarn. Unser Betrieb stand mit jedem Gebäude auf Grenze. Da war nirgendwo, dass ich hinter der Scheune oder hinter dem Stall langgehen konnte. Dann war ich schon beim Nachbarn im Garten. Das ging praktisch nicht. Dadurch, dass wir so eng gewohnt haben, gab es auch genug Ärger. Die Kühe haben zu viel Krach gemacht, die Schweine stinken. Ich habe Dreck verloren. Futter wurde komplett außerhalb vom Ort gelagert. Also wir mussten das Futter täglich vom Ort reinholen. Die Silage-Mieten waren außerhalb. Ich musste also täglich fahren und Mais-Silage, Gras-Silage, alles Mögliche in den Ort holen. Da fällt auch mal was runter. Dann fingen da Leute an, hey, du musst die Straße fegen, hast da wieder was verloren. Das nervt dann irgendwann ganz schön. Ordnungsamt stand irgendwie zwei, drei Mal im Jahr bei uns auf dem Hof, hat Schweine gezählt und Plätze gemessen, obwohl alles in Ordnung war. Wir haben uns da genau an die Vorschriften gehalten, weil es war gar nicht möglich, sich nicht dran zu halten. Es fand sich immer einer, der dann meinte, wir können dir noch sagen, wo es lang geht. Also mit den Nachbarsärgern war das nicht so toll. Und da haben wir dann irgendwann gedacht, 2002 glaube ich, wir spezialisieren uns auf Schweine, wollten dann ein geschlossenes System machen, 120 Saunen und 1000 Mastplätze, und wollten dann die Saunen im Ort halten, in den ehemaligen Kuhstellen und Schweinestellen, das sollte umgebaut werden und dann einen 1000er Maststall im Außenbereich mit Wohnhaus. Und da kam der Behördenkrieg und das ging damals in den 80er Jahren speziell im Hildesheimer Raum. Hildesheim war da bekannt für, dass also Ställe, die gewisse Größen überschritten und 1000 war damals eine Nummer. Da hat Hildesheim gesagt, nee, niemals. Da hätten wir wahrscheinlich nach Vechter-Kloppenburg gehen müssen. Da oben war das normal und Hildesheim war so auf dem Trip, ja wir machen hier Streichelzoo und Blumenwiese. Das war so vor 20, 30 Jahren schon genauso, heute noch ein bisschen schlimmer. Und als wir dann den Behördenkrieg da mehr oder weniger hinter uns hatten. Wir hatten dann schon fast eine Genehmigung. Nein, wir hatten die Genehmigung. Wir hatten die Genehmigung, im Außenbereich einen Stall zu bauen. Ein bisschen gescheitert ist es, einen Innenbereich, also die Saunen im Dorf zu halten, wo die Kühe vorher standen. Das wollte man nicht so richtig, aber da das ja nur 120 Saunen waren, gegenüber 500 Mastplätze, die wir da vorher hatten, konnten wir eigentlich keine wirkliche Handhabe kriegen und sagen, das erlauben wir euch nicht. Also wir hätten das am Ende machen können und dann ist aber ein Zufall dazwischen gekommen. Genehmigt war also das Ding. Wir waren kurz vorm Bauen und ein Jahr vorher ist ein guter Freund von uns nach Kanada ausgewandert. Und den habe ich ehrlich gesagt für verrückt erklärt. Ich habe gesagt, du bist krank. Was willst du in Kanada? Wenn du hier zu nichts kommst, in Kanada kommst du auch zu nichts, weil die Getreidepreise waren hier genauso schlecht. Und damals, muss ich sagen, vor 20 Jahren war in gewissen Dingen Kanada noch ein Entwicklungsland, muss ich ganz ehrlich sagen. Also Landwirtschaft wurde hier ganz anders betrieben. Bevor wir jetzt nach Kanada hüpfen, würde ich gerne von euch... Wo und wie bist du aufgewachsen? Und wie bist du dann zu ihm und nach Kanada gekommen? Das ist eigentlich ganz einfach gewesen. Wir sind vier Tage auseinander. Vom Alter her. Ja, vom Alter her. Und unsere Mütter lagen schon zur gleichen Zeit im Krankenhaus mit uns. Also, wir kommen aus demselben Ort. Meine Eltern hatten auch Landwirtschaft. Und ja, wir kennen uns schon immer. Und mit 15 sind wir... Und bevor da einer auf dumme Gedanken kommt, wir wurden nicht verkuppelt, da gab es keine Verträge, wir wurden nicht versprochen und nicht verkauft. Das war genauso, glaube ich. Ja, genauso. Nein, also wir sind mit 15 zusammengekommen und mit 15, ja, zehn Jahre später. Nachdem wir uns aber mindestens sechs Jahre überhaupt nicht gesehen hatten. Zehn Jahre später haben wir dann auch geheiratet und ja, also wir kannten uns eigentlich schon, immer. Was habt ihr denn für einen Betrieb daheim gehabt? Wir hatten auch so ähnlich, außer Schweine, wir hatten halt Milchvieh damals und dann halt nur Landwirtschaft. Ackerbau. Und ja, ich habe, eine Lehre als Krankenschwester gemacht, habe im Krankenhaus gearbeitet nebenbei noch so ein bisschen. Also erst Vollzeit. Hier fliegt Werow. Und erst Vollzeit und hinterher ja dann Teilzeit und mit auf dem Hof gearbeitet bei ihm. Was wolltest du denn werden, als du klein warst? Krankenschwester. Und warum dann Bauernhof? Was hast du für einen Bezug zur Landwirtschaft? Wie war das für dich? Ich kann mich noch daran erinnern, dass wir Kühe hatten. Und Landwirtschaft, ja. Wir mussten auch alles mitmachen, von Stroh pressen. Rübenhacken. Also wir haben da auch mal mitgemacht und das ist dann einfach so gekommen und auch so geblieben. Also ich weiß jetzt auch nicht. War keine Zweckheirat. Nee, nee, Landwirtschaft doch, das ist auch mein Ding. Das heißt, wie ist es dir gegangen, als ihr dann beide Bauern wart, verheiratet und du bist zu ihm an deinen Hof gegangen? Ich ja, wir waren ja im gleichen Ort. Also wir haben vorher schon zusammen gewohnt und sind dann 2001 auf den Betrieb gegangen. Ja, das weiß ich jetzt gar nicht. Das war einfach normal. Das war so ein Fluss. Das kam so einfach. Da war nichts groß geplant oder so. Wir hatten, wie gesagt, seit 18 zusammen gewohnt im Altentheilerhaus meiner Eltern. Ich glaube, 18 oder 19 waren wir. Und da ich immer dabei war, haben wir dann hinterher gesagt, okay, jetzt übernehme ich den Hof. Das kam dann einfach mal so. Ich wollte das. Mein Vater wollte das nicht. Und der war aber schon ein bisschen kränklich, der hatte viele Probleme gesundheitlich. Und da haben wir am Ende gesagt, komm, das geht so sowieso nicht weiter. Irgendwas muss da passieren. Und wie so Bauern halt so sind, uns wirft nichts um. Wir können 100 Jahre alt werden, stark wie ein Baum. Der ging dann mal zum Arzt, als ich dann den Termin gemacht habe, und habe gesagt, so Kollege, untersuch mal meinen Vater richtig, der kann einfach nicht mehr. Und dann stellte sich raus, dass mein Vater 63 war, der hatte so viele Leiden, der hatte, in einer Woche die Rente durch. Also dem ging es so dreckig, aber ein Bauer wird ja nicht krank. Das also laut Hausarzt, der hat dann sofort gesagt, oh Gott, kann gar nicht sein, wie kann der das überhaupt noch? Der hat ihn sofort zum Amtsarzt geschickt und das war damals, glaube ich, so üblich, damit man frühzeitig in Rente konnte. Da ist dann mein Vater mit 63 in Rente gegangen, so weit runter war er, dass er also die Sache bis zum Ende schon gar nicht mehr geschafft hat. Der war jetzt körperlich noch soweit fit, dass er alles Mögliche konnte, aber die schwere Handarbeit nicht. Zu der Zeit war das bei uns mit unseren Viechern noch relativ kompliziert. Die Schweine waren mehr oder weniger automatisiert, gefüttert und auch Gülle und alles. Aber im Kuhstall war das ein bisschen schlecht. Der Kuhstall war zu klein. Die Durchfahrhöhe, die kam nicht hin. Das war viel Handarbeit. Wir mussten also vom neuen Stall in den alten Stall das Futter schleppen oder reinschieben und machen und tun. Viel, viel Handarbeit. Und das konnte er nicht mehr. und halt auch Anbindestall. Und das war einfach zu viel. Und als wir dann feststellten, hups, der ist eigentlich so krank, dass er sofort in Rente kam, da haben wir gesagt, ja, dann machen wir hier mal was. Und dann sollte ich eigentlich nur pachten. Ach Gott, jetzt kommt unser Mitbewohner hier. Für alle, die nur zuhören, Katze am Schoß. Und da haben wir dann am Ende relativ schnell eine Hofübergabe gemacht. Wie gesagt, wegen der Sache mit Schuldenabzahlen. Ich wollte nicht nur Schulden abzahlen von Dingen, die mir nicht gehören. Und da haben wir dann ratzfatz die Hofübernahme doch hingekriegt. Das ging ziemlich schnell nach schwierigen Anläufen, aber es hat dann geklappt. Und so sind wir da reingeflossen eigentlich. Aber bei mir war ja immer der Gedanke da, das muss hier weitergehen, das soll hier weitergehen. Ich will, dass es weitergeht. Nun ja, und dann sind wir auch gewachsen. Carins Eltern hatten auch gesundheitliche Probleme. Die haben auch beide nicht, dann Vater noch nicht mal gesundheitlich überhaupt die Rente erreicht. Der ist vorher gestorben. Und dann haben wir den Betrieb noch gepachtet von ihrer Mutter. Und somit waren wir dann irgendwie bei 70, 80 Hektar. Dann haben wir noch einen anderen Betrieb gepachtet und dann waren wir bei 112. Und das war eigentlich in der Zeit schon eine ganz ordentliche Größe. Es war halt nie Zeit für nichts. Arbeit, Arbeit, Arbeit. Da gab es keine Geburtstagspartys und so schon mal. Aber wir kamen fast immer, wenn die Party schon fast zu Ende war, weil wir zu viel Arbeit hatten. Naja, und das war aber so unser Leben. Da fühlten wir uns auch eigentlich ganz wohl mit. Wir haben so gar nicht gemerkt, dass wir so ein bisschen aus der Arbeit am Leben vorbeileben. Wir haben immer nur gedacht, gib mal alles für den Betrieb. und das war zu der Zeit bei vielen so. Na ja, und dann haben wir, wie gesagt, wenn ich da jetzt zurückkommen soll, diesen Kumpel gehabt, diesen Freund, auch Kätzchen, unsere Katze hier, die macht hier ein bisschen Stress. Da haben wir dann den guten Freund gehabt mit seiner Familie, die hatten zu der Zeit glaube ich sechs Kinder, war ein bisschen jünger wie wir und sind nach Kanada ausgewandert. Und da haben wir gedacht, wie krank, wie kann man aus Deutschland weggehen, da ist alles so toll, da ist alles organisiert, da sind wir irgendwie ein bisschen weiter. Wie ich vorhin schon sagte, das war hier so ein bisschen Entwicklungsland. Das hat tatsächlich in 20 Jahren viel getan, aber die waren in vielen Dingern noch relativ weit zurück. Aber halt das Problem, oder nicht das Problem, den Vorteil, Land ohne Ende. Der Horizont nimmt hier kein Ende. Und ja, es gab Ackerland zu billigen Preisen, allerdings nicht zu pachten, nur zu kaufen und Und da ist der hier rübergegangen und hat gesagt, ich mach das hier jetzt. Der hat in Deutschland einfach sein Ding verkauft und ist hier rübergegangen und hatte hier noch nicht mal was. Der hat hier dann erst den Betrieb, nee umgekehrt, umgekehrt, ich hab jetzt Müll erzählt. Der ist hier hergekommen, hatte gar kein Geld, der Betrieb gehörte noch seinem Vater, hat, hier einen Betrieb gekauft und hat gehofft, dass hinterher sein Vater sagt, hey, ich zieh. Das mit dir durch, jetzt fangen wir in Kanada an. Und die Hoffnung ist aber auch in Erfüllung gegangen. Der Vater ist dann ganz schnell mit aufgesprungen, hat ganz schnell entschieden, okay, wir verkaufen den Betrieb und machen das in Kanada. Der Vater ist allerdings nur mal so zur Ernte ein paar mal hier gewesen. Der ist nie ausgewandert. Also war mein Freund mit seiner Frau und den sechs Kindern alleine hier. Und da haben wir nach einem Jahr gedacht, das müssen wir uns mal angucken. Mal, sehen wie irre die wirklich sind. Dann sind wir hier rüber, glaube sogar noch im ersten Jahr. Ich glaube auch. Ich glaube das war das erste Jahr. Also war es jetzt schon über 20 Jahre her. Ich weiß nicht mehr genau. Sind hier rüber gekommen für zehn Tage und wollten hier Urlaub machen und sehen, was der Freund nun mit Landwirtschaft in Kanada treibt. Und ich muss jetzt so sagen, nach 5-6 Tagen hat uns hier so ein Kanada-Virus erwischt. Warum? Wie hat sich das angefühlt für euch? Naja, du kommst hierher und siehst erstmal diese Weite. Boah, ohne Ende Acker. Also das gab es bei uns in Niedersachsen so nicht. Wir hatten noch keine Flurbereinigung zu der Zeit. Ja, zu der Zeit hatten wir keine Flurbereinigung. Wir hatten also auf 112 Hektar, hatte ich 125 Flurstücke. Also im Schnitt kleiner wie ein Hektar. Da war ein Dinger bei, da konnten wir damals, ich glaube wir hatten da noch einen 15 Meter Düngerstreuer, wenn ich den halbiert habe mit der Streuweite, dann habe ich beim Nachbarn fünf Meter mitgestreut. Also ich musste das dann irgendwie über Drehzahl und schneller fahren und alles mögliche machen, weil das Stück einfach zu schmal war und als wir hier herkamen, wir hatten zwischenzeitlich auch mit unserem Freund telefoniert und der hat uns dann erzählt, wie toll das hier alles ist und so. Naja, das glaubt man erstmal nicht. Man denkt dann erstmal, naja, der prallt da rum, er ist ja nun weg, was soll er anderes sagen? Haben wir gesagt, das gucken wir uns jetzt persönlich an. Und da kommt man hierher und. Fliegt so über das Land bei Sonnenschein und sieht von oben runter und man denkt, man guckt auf ein riesiges Schachbrett. Von oben sieht es halt aus wie ein Schachbrett. Ich, weiß gar nicht, wie viele Felder so ein Schachbrett hat. 64 oder so, keine Ahnung. Und da habe ich von oben gedacht, ist ja Wahnsinn. Jedes Stück ist hier 160 Hektar groß. Das sind so grobe 64, 65 Hektar. Und wenn man von oben da drauf guckt, da kriegt man schon so ein aber man ist ja noch relativ hoch und denkt, naja, große Felder. Und wenn man dann da unten vorsteht, dann sind die großen Felder noch ein bisschen größer. Und das hat schon mal was mit uns gemacht. Wenn ich mir überlege, auf einem Hektar und offenbar war hier ein Schlag 64, 65 Hektar groß. Das macht was mit einem. Und das haben wir auch durch Besuch immer wieder erlebt, wenn die hier herkamen. Die Weite, der Himmel, die Felder, die waren alle im Staunen und konnten das nicht befasst. Also fassen die alles Leute, die Kanada halt noch nie gesehen hatten. Ich muss jetzt auch sagen Westkanada. Wir haben keine Ahnung, wie das in Ontario und Quebec aussieht. Da sagt man uns, das wäre da ein bisschen kleiner strukturiert, nicht so wie hier. Aber da waren wir noch nie, das können wir nicht sagen. Und hier ist es am Ende so, das hat uns dann innerhalb von fünf Tagen erfasst und dann haben wir nach fünf Tagen bei unseren Freunden Tschüss gesagt und haben uns Farmen angeguckt. Hier waren so viele Farmen zu verkaufen. In den 80er Jahren sind hier viele Pleite gegangen. Und das hat sich nicht wirklich erholt, weil die Getreidepreise wirklich in der Zeit auf einem historischen Tief lagen. Ich sage das jetzt mal für Deutschland, weil das mehr sagt. Ich muss das erst umrechnen. Wir hatten damals Weizenpreise für 8 Euro. Und heute wollen die Bauern sterben. 8 Euro den Doppelzentner für 100 Kilo. Und heute wollen die Bauern sterben, wo er 20 und 30 kostet. Ich sage mal, ja, Maschinen wurden zwischenzeitlich auch teurer. Aber wir haben trotzdem damals mit 8, 8,50 auch gelebt. Das war nicht so, dass das zum Untergang geweiht war. Aber für noch kleinere Betriebe war das natürlich ein Problem. Wenn wir nur noch 35 Hektar gehabt hätten, weiß ich nicht, wie das ausgesehen hätte. Und vielleicht nur 20 Kühe und so, keine Ahnung. Und da haben wir dann, als wir hier waren, gemerkt, okay, ist hier auch nicht anders. Getreidepreise waren hier damals 4,50 Dollar für einen Buschel. Das muss ich jetzt umrechnen. Ich mache das mal mit dem Taschenrechner, das kriege ich im Kopf nicht hin. Hin. Ich muss mal ganz kurz einen Moment. 4,5 mal 36,7. Ja wir sind jetzt bei, ja von Imperial auf Metrisch. Das sind 165 Dollar die Tonne gewesen. Nicht jetzt kein Mist, ja 165 Dollar die Tonne und der Wechselkurs lag im Schnitt in den letzten 20 Jahren immer so bei 1,45. Also, Also 1,45 Dollar zu einem Euro und das teile ich jetzt durch 1,45. Dann lagen wir hier bei der Tonne 2005 und die rückliegende Zeit, also bis weit in die 80er Jahre rein, bei Weizenpreisen von 100 Dollar die Tonne. Heute kriegen wir 400, 500, das ist Wahnsinn. Also ich muss sagen, da bin ich irgendwo sprachlos. Es ging damals auch. Mit einem Viertel der Preise haben die Leute hier auch gelebt. Also es ist mit einem Viertel des heutigen Preises hier angekommen. Ja, das war damals der Einstieg hier. Also ich sage mal, da war Deutschland 8,50 Euro für einen Doppelzentner. Und hier war, gut, das muss ich jetzt wieder umrechnen auf die Tonne, das sind 85 Euro die Tonne gewesen. Und hier waren es 100 Dollar die Tonne. Das. Ist also so ziemlich der identische Preis mit dem Wechselkurs. Allerdings war es so, zu den Zeiten. Maschinenpreise waren hier exorbitant. Wir hatten damals überlegt, damals schon vor 20 Jahren, ob wir den Mähdrescher nicht besser mitbringen. Aber bevor ihr das alles irgendwie in die Wege geleitet habt, ihr warst dann bei diesem Freund. Achso, ja, das haben wir übersprungen. Was war Was war der ausschlaggebende Punkt, dass ihr gesagt habt, da wollen wir jetzt hin? Einfach die schiere Idee, dass man hier ohne Probleme wachsen konnte. Es waren solche Landmassen zur Verfügung damals. Wie gesagt, es waren so viele Leute pleite gegangen. Den Banken gehörten hier die Farmen. Die Leute haben reihenweise, das kann man sich in Deutschland so gar nicht vorstellen, aber unser Banker hat uns das so erklärt. Und ich glaube dem das. Die Leute sind gekommen, die Farmer haben den Schlüssel vom Haus auf den Tresen gelegt bei der Bank und haben gesagt, ist euers, wir sind dann jetzt weg. Die waren pleite, denen gehörte nichts mehr. denen gehörte wirklich gar nichts mehr. Die hatten, wenn sie Glück hatten, noch einen Wohnwagen oder vielleicht noch irgendein kleines Haus. Der Rest war weg. Die sind reihenweise pleite gegangen. Das ist hier eine andere Mentalität. Ich sag mal, wir kennen durch Statistiken hier die, die, die, nur durch Statistiken. Persönlich kenne ich das nicht, weil wir ticken da anders. Durch Statistiken ist das so, dass sich Betriebe hier bis zu 85 Prozent und mehr verschulden. Statistik ist bei 85 Prozent im Durchschnitt. Und ich sag mal, 85 Prozent Verschuldung im Durchschnitt. In der Landwirtschaftsschule habe ich dann irgendwann gelernt, Jungs, bei 25, 30, da könnt ihr euch irgendwie einpendeln, aber geht nicht großartig höher. Und hier war das anders. Die haben mehr Risiko, sind die eingegangen. Und es gab in den 80er Jahren, das war ja in Deutschland auch so, gewaltig hohe Kreditzinsen. Also das, was ich mich noch erinnern kann, waren in Deutschland so 14 bis 16 Prozent. Und hier lag das zwischen 14 und 23 Prozent. Also wer dann hier, sag ich jetzt mal, 500.000 Schulden aufnahm und musste vielleicht nur 20 Prozent zahlen, der konnte sich ausrechnen, wie lange das durchhält. Vielleicht zwei Jahre. Das heißt, die Farmer hier waren pleite, das heißt, es gab extrem viel Land, aber als ihr da standet, Karin, was war der ausschlaggebende Punkt, dass auch du gesagt hast, wir das machen? Muss das jetzt auch von Deutschland aussehen? Also in Deutschland, die ganze Bürokratie, das hat uns ja tierisch genervt. Und dann noch dazu, das war wohl mit der Hauptgedanke, die leichtere Arbeit. Wir sind jetzt reiner Ackerbaubetrieb und hatten ja in Deutschland, Wir hatten in Deutschland insgesamt 90 bis 100 Rindviecher. Die gefüttert werden mussten, das war die Katze, und dann halt die Schweine dazu und es war, wie sagt man so schön, 24-7. Ich hasse sowas, also 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, das ist natürlich Quatsch. Wir haben irgendwo 15, 16 Stunden gearbeitet, aber viel weniger nicht. Aber hättet ihr nicht einfach auch in Deutschland quasi Tiere weg, reiner Ackerbau? Ich glaube, das war mir zu unsicher damals vom reinen Ackerbau. Da waren so viele Umbrüche. Die Rübenquote sollte abgeschafft werden. Die Milchquote sollte abgeschafft werden. Keiner wusste, wo es hinging. Die Milchpreise waren schon im Keller. Die Schweinepreise waren Witz. Und da war es einfach das Verhältnis Einkommen zu Arbeit. Das war nicht unser Ding mehr. Also für euch war es unsicherer, in Deutschland zu bleiben, mit der Perspektive, als in ein Land zu gehen, wo ihr die Sprache nicht wirklich konntet, wo ihr die Kultur nicht kennt und wo ihr de facto in der mittleren Ruhe angefangen habt von Null. Aber eine Chance. Prinzip ja, aber eine Chance. So wie Karin schon sagte, das war eine Chance. Das Risiko war groß, da waren wir uns drüber im Klaren. Aber ich sag mal, wir hatten da unser Auskommen, es war alles toll. Aber es war einfach am Ende und da hat uns unsere Tochter viel drunter gelitten, durch die kranken Großeltern, die konnten sich nicht viel kümmern und konnten sich auch nicht viel im Betrieb weiter kümmern. Es blieb am Ende alles an uns hängen und da hatten wir nicht genug Zeit für unsere Tochter. Das ging in Deutschland schon los. Da war die neun, also als wir gingen. Und da haben wir gemerkt, also wir vernachlässigen die Familie komplett. Also das ganze private Leben, spielte sich am Rande ab. Und in der Mitte stand einfach nur der Betrieb. Und da haben wir gesagt, wenn wir jetzt da rüber gehen und wir einen reinen Ackerbaubetrieb. Dann hat man in den Spitzenzeiten viel Arbeit, aber daneben auch viel Ruhe. Manchmal sogar zu viel Ruhe, weil der Winter einfach zu lang ist. Und das war, glaube ich, mit der Haut hauptausschlaggebende Grund, mal für die Familie Zeit zu haben. Das hat dann die ersten vier Jahre allerdings auch nicht geklappt. Jetzt überspringen wir schon wieder die Geschichte. Also das war wohl der Grund, warum wir dann sagten, lass uns das versuchen. Und das weiß ich noch wie heute. Da saßen wir in Stony Plain, so hieß der Ort, westlich von Edmonton, in einem Bürgerpark. Es war so ein schöner Sommertag im Juni. Wir haben da gesessen und mussten mal sacken lassen. Unsere Tochter war bei den Freunden und wir haben einfach mal sacken lassen und haben so überlegt, okay, wäre das was? Und dann haben wir so in ein, zwei Stunden entschieden, ja, das wäre was. Und haben dann wirklich gesagt, okay, wir gucken uns von jetzt an nur noch Farmen an. Und versuchen mal das Passende zu finden. Da war das ja alles noch so, in Deutschland lief der Betrieb noch komplett. Das war jetzt eine Entscheidung innerhalb der letzten zwei Stunden. Wir wollen das mal versuchen. Und dann haben wir uns hier Farmen angeguckt, fanden das alles höchst interessant. Es waren ja genug zum Verkauf, sind einfach zum Marker gegangen und haben gesagt, zeig uns mal, was du hast. Und sind dann mit einem Eindruck nach Deutschland zurückgekommen von diesem Urlaub für die Freunde, die wir vorher als verrückt erklärt haben. Haben wir gesagt, okay. Waren nur zehn Tage. Es waren noch nur zehn Tage, also es ging relativ schnell. Wir haben uns um die Gegebenheiten hier erstmal nicht weiter gekümmert. Also wie gesagt, Kanada war da noch weit hinter Deutschland zurück in ganz vielen Dingen. Und da haben wir so gedacht, naja, das muss uns nicht wirklich tangieren. Das Leben geht weiter. Das Bankwesen, wir bezahlen heute noch mit dem Scheck. Wir werden mit dem Scheck bezahlt. Das richtige Online-Banking haut hier noch nicht vernünftig hin. Es kommt alles. So der ganze Handel damals, das waren so Sachen, Düngerhandel, Landmaschinenhandel, da steckte hier so ein bisschen noch, ich weiß gar nicht, wie ich das nennen soll, Kinderschmul kann man gar nicht sagen. Das waren Welten, das waren... Eindrücke, die man so aus Deutschland nicht kannte. Ich sage mal, die haben uns hier das erste Jahr, da waren wir noch zum Urlaub hier. Und da haben wir gesagt, wir gucken uns hier vorsichtshalber schon mal nach Maschinen um, nur mal um einen Eindruck zu kriegen, was kommt da auf uns zu finanziell. Was müssen wir auf den Tisch legen an Maschinen, obendrauf, wenn wir die Farben dann wirklich kaufen sollten, was kostet uns das noch zusätzlich? Und da haben wir ganz schnell gemerkt, wo wir, wie gesagt, noch im Urlaub waren, Maschinenpreise exorbitant. Und dann waren das so Dinge, da kam hier gerade in Deutschland, weil wir ja nun Deutsche sind, kam gerade Claas auf den Markt. Claas hat in den Jahren... Für die, die es nicht wissen, das ist ein großer Handmaschinenhersteller. Ja, Handmaschinenhersteller. Claas hat also zu der Zeit hier so versucht, seine Füße reinzukriegen. Die gab es in ganz geringen Verkäufen, gab es die schon 20 Jahre vorher. Aber die Claas-Maschinen wurden dann unter anderen Namen verkauft. Die wurden unter Caterpillar verkauft. unter Ford verkauft, die wurden unter Ferguson verkauft. Also der richtige Weg, den Klaas dann machte, wieder über Caterpillar, das ging bis vor drei Jahren so, da wurde Klaas hier unter Caterpillar verkauft. Das ging dann so, man ging zum Caterpillar-Händler und man wollte einen Klaas-Mähdrescher kaufen. Und da sind wir dann hin, haben uns erkundigt, dann machen wir uns mal einen Preis und lassen uns mal hier eine Idee kriegen. Und da stellte sich dann raus, ja, verkaufen gerne, Service Null. Die haben dann gesagt, du kaufst einen neuen Mähdrescher und wir stellen dir eine 2 Meter mal Metabox Ersatzteile, die so Verschleißteile oder Ersatzteile, die vom Glas her schon bewusst war, was so Dinger, die relativ schnell kaputt gehen, die wurden auf den Hof gestellt und reparieren konntest du selber. Mechaniker kamen da nicht. Aber jetzt sag mal, du hast jetzt etwas angesprochen, wie konntet ihr das hier von Null finanzieren? Naja, das ging dann weiter. Wir sind dann zurück nach Deutschland und haben gedacht, okay, jetzt müssen wir das irgendwie einen Angriff nehmen. Was soll werden, wie wollen wir weitermachen? Dann haben wir das mit meinem Vater besprochen, war mir jetzt nicht so ganz einerlei. Meine Mutter war da überhaupt nicht von begeistert, die wollte uns am liebsten, wenn sie gekonnt hätte, gar nicht erlauben, den Hof zu verkaufen, aber es war ja nun schon meiner. Aber ich wollte das auch nicht übergehen, also wir hätten ohne das Erbe meiner Eltern ja praktisch gar nichts machen können. Und den Hof verkaufen, ich muss dazu sagen, unser Hof war seit 1511 im im Familienbesitz nachweisbar. Ja, und dann sind wir halt, haben wir mit denen gesprochen. Und komischerweise, dein Vater war auch sehr, erst an nicht so, aber dann hat er dann doch gesagt. Ein bisschen angetan. Ja, doch, er sagte doch, mach das, mach das. Und dann haben wir das so langsam in Gang gebracht. Dann haben wir angefangen, nee, dann sind wir danach das Jahr wieder hierher gekommen. Ja, es wurde sich erst dann gar nichts. Haben dann entschieden, wir wollen das machen. Und da sagte mein Vater, okay, ich lege euch da keinen Stein im Weg. Macht das! Mai, Juni 2004 wieder rübergekommen. Wir haben gesagt, okay, das gucken wir uns jetzt erst noch mal ein bisschen genauer an. Wir hatten dann wirklich von Deutschland schon mit Marktlern Kontakt aufgenommen. Und haben gesagt, wenn wir kommen, macht hier mal ein Line-up. Macht hier mal eine Aufstellung von Farmen, die zu verkaufen sind. Wir haben nicht viel Zeit, wir wollen in ganz kurzer Zeit viele Farben sehen, und gibt uns da Zahlen an die Hand, um was es da geht. Fläche, Größe, Bodenqualität, alles mögliche. Und das haben wir von Deutschland aus angeleiert. Und sind dann hergekommen, glaube wieder nur zehn Tage, das war nicht lange, haben uns dann hier etliche Farmen angeguckt, in komplett Nordalberta, also nördlich von Kelgeri bis ins Nichts. Und sind dann am Ende hier fündig geworden, in Vetazgewind, und haben gesagt, das ist es. Also wir haben von der Zeit damals, wie gesagt, wir sind hier tausende von Kilometern gefahren in zehn Tagen, wir haben gesagt, diese Gegend, wo wir jetzt sind, ist noch halbwegs zentral für Kanada. Haben wir uns einen Spaten gekauft und sind hier buddeln gegangen und haben gesagt, uns interessiert bis auf die Lage der Farm und die Bodenqualität erstmal gar nichts anderes. Es ging uns nur um die zentrale Lage und um die Bodenqualität und dann sind wir hier über die Acker gelaufen und haben gebuddelt. Naja, dann haben wir Bodenproben gesammelt, die haben wir illegal mit nach Deutschland genommen und haben dann am Ende gesagt, okay, mit TASS-Gewinn könnte das werden. Jetzt gucken wir mal. Und kam noch so ein Ding dazwischen, ein Makler, der hat uns so ein bisschen verschaukelt. Der wollte uns Farben verkaufen, die gar nicht zu verkaufen waren. Sind wir dann aber ganz schnell, haben das rausbekommen, dass der uns da, ja ich sag jetzt mal auf Hochdeutsch, verarschen wollte. Und dieses Ding hier stand aber wirklich zu verkaufen, die Farm. Da haben wir eine Option of Purchase abgegeben. Also einfach eine Verkaufsmöglichkeit. Nein, Option of Purchase ist hier eigentlich ein fertiger Vertrag, zeitlich begrenzt. Wir haben dann also am Ende gesagt, im Juni, ich glaube es war dann Juni, wir geben hier ein Angebot ab für die Farm. Das Angebot, Aus dem Angebot wurde dann praktisch ein Vertrag, Option of Purchase, und dieser Vertrag war neun Monate gültig. Also der Besitzer gab uns dann die Möglichkeit, neun Monate lang zu entscheiden, ja oder nein. Im Zweifelsfall hätten wir für diese Option of Purchase 10.000 Dollar hinlegen müssen, wenn wir nicht gekauft hätten. Und da war ja vieles von abhängig. Wir mussten sehen, geht in Deutschland der Betrieb weg? Wie schnell können wir den auflösen? Weil wir mussten ja das Kapital haben. Also ohne nichts, ohne nichts, mit nichts, mit nichts war das hier denn auch nicht so einfach. Aber im Nachhinein wäre sogar das gegangen. Man hätte tatsächlich kommen können und sagen können, solange uns die Bank, sage ich jetzt mal von vornherein, eine halbe Million geliehen hätte, hätten wir es tatsächlich schaffen können, mit geliehenem Geld, ausschließlich geliehenem Geld, hier auf die Beine zu kommen. War damals möglich, ja, mit Kredit. Aber wie gesagt, das wussten wir erst dem Nachhinein. Das hätten wir niemals gewagt, mit geniehendem Geld hier nur eine Farm zu kaufen. Also haben wir gesagt, okay, das Ding in Deutschland muss weg, unsere 35 Hektar Eigentum, das Pachtland, die Verträge konnte man relativ schnell auflösen, weil jeder Nachbar war willig, da sofort wieder einzusteigen und Pachtland zu übernehmen. Dann haben wir Milchquote allerdings noch gepachtet gehabt und da hatten wir einen Verpächter dabei, der wollte uns nicht aus dem Milchquotenpachtvertrag lassen. Der hat gesagt, ihr erfüllt hier euren Vertrag, egal wie ihr das anstellt, ich löse den Vertrag nicht auf. Der hat sich am Ende selbst noch ins Fleisch geschnitten. Der musste hinterher die Milchquote für einen Apfel und ein Ei verkaufen. Hätte er drei Jahre früher verkauft, hätte er noch nicht richtig Geld, aber mehr Geld bekommen. Der hat uns das ein bisschen schwer gemacht. Wir konnten also am Ende die Milchkuhhaltung nicht komplett aufgeben. Mein Vater hat dann gesagt, für diese Menge Quote, das waren glaube ich 60.000, 70.000 Kilo, die melke ich euch hier weiter. Da hatten wir dann zweimal pro Jahr, also für ein halbes Jahr, 15 Kühe gekauft. Dann. Hat mein Vater von April bis September gemolken und im Oktober ist er hier rüber gekommen zur Ernte. Das hat er 2005, 2006 und 2007 gemacht, weil uns dieser eine supernette Kollege, ich will, da jetzt keine Namen nennen, nicht aus dem Vertrag ließ. Und alle anderen haben gesagt, hey, wir, verkaufen die Quote, alles ist gut, weil es war alles kurz vorm Ende. Die Milchquoten verfielen, die Preise verfielen. Es war Sodom und Gomorra. Das ging da alles drunter und drüber und keiner wusste so richtig, wie es weiterging. Und da haben wir gesagt, es ist vermutlich die beste Zeit, jetzt aufzuhören. Vor allen Dingen, bevor wir den Schweinestall gebaut hatten. Das war ja dann alles im Anfang. Dann standet ihr hier und dann? Ne, so einfach ging das gar nicht. Also wir hatten dann hier ja angeleiert. Erstmal diesen Offer of Purchase und dann mit dem Agrarministerium, heißt hier ein bisschen anders, in Kanada, also mit dem Landwirtschaftsministerium. Die hatten zu der Zeit ein Nominie-Programm aufgelegt. Das war ein... Staatlich gefördertes Einwanderungsprogramm für Farmer. Die hatten also zu der Zeit versucht, 100 Farmer ins Land zu kriegen, die also Farmen kaufen, also nicht ins Land. Ich rede nur von Alberta. Das gab es kanaderweit. Aber hier war es wohl mit am schlimmsten. Und für Alberta suchten die dann 100 Farmer und haben gesagt, die können bevorzugt einwandern. Wir mussten dann diesen riesen Prozess nicht mitmachen. So mit, wie hieß das da, Botschaft in Berlin, die wäre für uns verantwortlich gewesen. Alles nur Papierkrieg und da hat dieses Nominie-Programm uns das ermöglicht, direkt mit dem Einwanderungs... Ne Blödsinn, stimmt gar nicht. Mit dem Einwanderungsbehörden haben wir hier nie zu tun gehabt. Das hat alles für uns das Agrarministerium praktisch geregelt. Wir haben also unseren Einwanderungsantrag hier ans Agrarministerium geschickt, und die haben das mit einem Stempel versehen. Ich sag jetzt mal besonders wichtig, keine Ahnung was auf dem Stempel stand. Besonders schnell. dass das schnell durch die Einwanderungsbehörde ging, dass wir hier einwandern und kaufen konnten. Und das ging auch schnell. Also zu der Zeit waren 15 bis 18 Monate normal. Wir waren in fünf Monaten so weit, dass wir die Einwanderungspapiere hatten. Da haben die sich wirklich bemüht. Das ging super schnell. Naja, und dann waren wir an dem Punkt, dass wir wussten, die Einwanderung ist gar nicht mehr das Problem. Aber den Betrieb in Deutschland loswerden war das Problem. Unsere Nachbarn, die haben uns, wir waren 13 Landwirte zu der Zeit im Ort. Die haben das alles nicht für voll genommen. Die haben genauso gedacht wie wir, die Köler Spinnen. Die wollen nach Kanada. Blödsinn. Die haben eine Macke, nur weil der Freund dahin gegangen ist, jetzt wollen sie das auch. Die haben das gar nicht für voll genommen. Die haben einfach nicht geglaubt, dass wir weg wollen. Und da habe ich dann irgendwann auf einer Versammlung, war es gar nicht Feuerwehr oder Feldmarktsgenossenschaft, was auch immer, habe ich dann unseren Nachbarn erklärt. Ich sage, passt auf, wir haben das ja jetzt mitbekommen, dass ihr uns nicht so richtig glaubt. Ich sage, unser Ziel steht. Wir wollen gehen. Und zu der Zeit hatten wir dann aber auch parallel schon annonciert, Internet war damals noch nicht so aktuell, in Zeitungen und haben Käufer für unseren Betrieb gesucht. Aber mir hat es immer so ein bisschen nahe gelegen. Zu sagen, gib es den Nachbarn im Ort, lass die wachsen, bevor einer aus dem nächsten Ort kommt. Gib denen die erste Chance und die sollen kaufen. Konnten ja nur nicht pachten, sie mussten kaufen. Und auf dem Mal merkten die, hups, die meinen das ernst. Also bis dahin hatte ich aus unserem Ort keine Angebote bekommen. Niemand hat gesagt, hier komm, wir haben Interesse, wir wollen so viel kaufen. Und dann habe ich denen tatsächlich auf der Versammlung gesagt, ihr habt jetzt noch eine Chance, ihr könnt noch kaufen. Ich hatte zwei Käufer aus Nachbarorten, die den ganzen Betrieb in eins gekauft hätten. Also jeweils einer, der den kompletten Betrieb gekauft hätte. Und da habe ich gesagt, die Sache steht, wenn ihr euch morgen nicht entscheidet und wollt irgendwie mal erkennen lassen, ihr wollt was kaufen, dann ist der Betrieb weg. Dann ist das Pachtland zumindest, das Eigentumland zumindest verkauft. Und wir hatten damals mit unseren Pächtern so ungefähr so ein Abkommen, wenn wir den Betrieb verkaufen, dann könnte der, der den Betrieb kauft, auch die Pachtländereien mit übernehmen. Und da. Habe ich gesagt, dann fehlen euch hier im Ort 112 Hektar. Das gehörte alles zu dem Ort und der Ort hatte selber 450 oder 500 Hektar Gesamtfläche. Mehr hatten diese 13 Leute da nicht. Und davon hatten wir 112. Und da habe ich gesagt, ihr könnt das jetzt schludern lassen und kauft nichts. Dann sind aber die Pachtländereien auch weg. Oder ihr werdet euch irgendwie einig und macht uns hier mal Angebote. Weil uns war klar, es konnte niemand im Ort einfach sagen, wir kaufen den ganzen Betrieb. Das Geld hatte da niemand zu der Zeit. Und die Leute, die wir außerhalb von unserem Ort hatten, das waren Baulandbegünstigte. Die haben irgendwo Bauland verkauft, die hatten also Geld. Und die hätten den Betrieb komplett gekauft, allein schon wegen den 70, 80 Hektar Pachtland, die noch mitkamen. Und das wäre also gegangen. Und da kriegten die dann den Abend so ein bisschen, soll ich das sagen, Muffe. Und dann haben wir gesagt, oh Gott, dann fehlen hier im Ort 112 Hektar und die bewirtschaften dann Nachbarn aus dem nächsten Ort oder aus, der eine kam sogar 5, 6 Orte weiter. Das waren also mittlerweile in der Zeit auch schon Leute, die für Ackerland weit gefahren sind. Und auf einmal nahmen die uns dann ernst. Und ich hatte mir das vorher ausgerechnet, wie wir das verkaufen wollten, habe das dann. So anhand von Durchschnittspreisen bei uns festgemacht und habe das aber auch mit Bodenwertzahlen und Ertragsmesszahlen ausgerechnet, weil das war am Ende eine steuerliche Geschichte. Wir hatten sehr unterschiedlichen Boden, von 18 bis 90 Bodenpunkten war alles dabei. Und da habe ich gesagt, immer jemand, der gutes Land kauft, muss auch schlechtes kaufen. Ich habe dann also diese 100, naja stimmt ja gar nicht, waren ja nicht 112, 115, 128, war nämlich unser eigenes. Ich weiß jetzt gar nicht mehr, was unser eigenes war. Ich Ich habe dann aber unser Algenblatt aufgeteilt in 10 Portionen. Ich weiß nicht, drei, vier, fünf Felder und habe gesagt, da ist dann immer irgendwie ein, zwei richtig gute Stücke dabei, aber dann auch ein paar, die nicht ganz so gut waren. Ich habe immer gesagt, ihr müsst das in diesen Blöcken kaufen, anders verkaufe ich das nicht. Weil das wurde steuerlich, ich weiß nicht mehr, wie das alles lief damals, war das ein steuerliches Problem und auf einmal ging das relativ schnell, dass die merkten, wenn wir das jetzt nicht machen, dann ist das Ding weg. Da haben wir gesagt, na gut. Und dann haben wir gesagt, an einem Nachmittag alle zum Notar. Und wenn einer nicht kommt, ist alles hinfällig. Dann kriegt das der, der den ganzen Betrieb kaufen will. Dann hat tatsächlich einer verpennt, der hat wirklich verpennt. Der wollte kaufen, aber der hat einen Termin verpennt. Ich glaube, es waren elf Käufer am Ende. Wir haben angerufen und dann kamen wir da rauf. Dann sind zehn nur erschienen und der Elfte kam abends um acht. Das hat dann funktioniert. Wir haben verkauft. Ja, wurde dann wirklich den Tag notariell beglaubigt, dass die Ländereien verkauft waren. Die Hoffläche noch nicht. Und dann kam das Problem mit der Hoffläche, wo wir dachten, die werden wir nie los, weil, wer braucht einfach mal einen Stall für 100 Rindviecher und 500 Schweine ohne Land? Braucht ja eigentlich so keiner. Und da kam uns irgendwie der Zufall wieder zugute. Das war von das Haus 1838, ne? Na gut, das war ja nicht schlecht. Das war ja ständig renoviert und so. Der Punkt waren einfach die Ställe. Die riesen Flächen, wo keiner was mit anfangen kann. Und dann haben wir damals ... Erst ganz normal durch Zeitungsannoncen versucht, das zu verkaufen. Da tat sich nichts. Und dann hatte in Deutschland diese Firma Rimex, die scheinbar weltweit agiert, als Maklerfirma. Das war Rimex. Damals kannte in Deutschland kaum einer. Das war hier eine Riesennummer. Hat auch keiner große Makler verkauft damals. Hat kaum einer über Makler verkauft. Aber gut, jetzt versuchen wir es über Makler. Weil wir haben am Ende diese Farm hier auch über Rimex verkauft. Also wir kannten Rimex schon. Und dann haben wir einfach in Deutschland uns die Remix Office, Remix Büro gesucht. Und dann haben sie gesagt, hier Jungs, nee Mädels, waren Frauen, waren eine Bekannte am Ende noch, eine entfernte Bekannte und haben gesagt, versucht mal unser Ding hier loszuwerden. Dann haben Diener's annonciert und ich glaube im Februar, vier Wochen bevor wir auswanderten, war die Hofstelle verkauft. Und jetzt mussten wir aber ja den Stall zurückpachten, hatten also mit denen eine Vereinbarung, Kuhstall pachten wir zurück, weil wir ja noch zwei Jahre lang diese 15 Kühe da melken mussten. Naja, das haben wir dann gemacht, lief auch alles gut. Das hat ein Pärchen gekauft. Die, waren Steuerberater und Tierarzt und die haben da Tierarztpraxis und Kleintierzoo, die hatten Ziegen und Pferde und Schafe und alles mögliche. Die hatten das gekauft, also es hat wunderbar geklappt. Das ging dann ratzfatz, Hof war verkauft. So am Ende hatten wir nichts mehr. Also die Maschinen waren dann weg, das hat auch super geklappt. Die haben auch gut verkaufen können in der Zeit. Wir hatten allerdings auch einen recht guten Maschinenpark. Da haben wir, glaube ich, ein bisschen Geld beigelegt, weil wir gesagt hatten, hey, das muss jetzt weg. Und keine von der Maschine hätten wir wirklich mitnehmen können. Die hätte uns hier nicht geholfen. Wir haben einen Trecker, den haben wir mitgenommen. Der steht da jetzt noch in der Halle. Da haben wir gesagt, das waren schon die hier damals. Und ansonsten hatten wir Deutz. Deutz kannte hier zu der Zeit keiner oder wenige. Aber jetzt sag mal, Stefan und Karin, dann seid ihr hier gestanden, alles war quasi verkauft. Es war alles weg. Hier hattet ihr die Farben gekauft. Wie war das für euch, wie es euch gegangen und wie es dann weitergegangen hier. Gut, wir kamen dann im März hier rüber, mit dem Winter. Ja, wir kamen hier an. Eigentlich sollte, es stand hier noch ein ganz altes Haus, das war vermietet, da wollten wir auch nicht reinziehen. Und es stand hier noch so ein Mobile Home, also so ein, Deutsche würden sagen Wohncontainer. Ja, der sollte frei sein, da hatte der Sohn des Eigentümers drin gewohnt, der war leider nicht frei. Dann haben uns Bekannte aufgenommen, da haben wir dann gewohnt. Zwei Wochen bei Bekannten gewohnt. Dann sind wir hier runtergekommen. Die Bekannten haben auch noch geholfen, mit zu renovieren. Dann haben wir hier renoviert, gemacht, getan das Mobile Home, sind dann da eingezogen und haben eigentlich auf unseren Container gewartet. Wir sind am 14. März gekommen. Der Container sollte so am 15. oder 20. März hier sein. Was war da drin? Da war alles drin, was wir brauchten. Seine Werkstatt? Der ganze Haushalt, die ganze Werkstatt, der Trecker, unser Drei-Seiten-Kipper. Wir hatten hier so einen 8-Tonnen-Dreiseitenkipper mitgenommen, weil wir gedacht haben, nicht nur gedacht, sowas gab es hier nicht. So richtig Kipper kannte hier keiner zu der Zeit. Die haben ja alles mit LKW transportiert. Alles was wir dachten, was wir gebrauchen können. Alles was wir noch irgendwie... Was man dann auch in Deutschland nicht so gut... Der war alt. Das war ein alter Kipper, aber den hätten wir für 2.000-3.000 Euro verkaufen können. Und da haben wir gesagt, hey, diese 2.000-3.000 Euro, das können wir drüben in Kanada noch besser nutzen, als dass wir den jetzt verkaufen. Und der hat dann 20 Jahre unseren Dünger gefahren. Der hat zigtausend Tonnen Dünger gesehen, bis zum heutigen Tage. Und der war drin, dann war der Trecker drin, die Werkstatt, alles was wir wirklich brauchten. Und der kam aber leider acht Wochen zu spät. Wir waren schon mitten in der Aussaat, Trecker fehlte. Die Frau, die das bearbeitet hat, also von diesem Moving-Unternehmen. Spedition, die das bearbeitet hat. Die war schwanger und hat diesen unseren Fall einfach auf den Tisch liegen lassen und hat es keinem weiter gesagt. Und wir haben unseren Container gesucht. Keiner wusste, wo unser Container war. Der steckt in Halifax fest. In Halifax wusste auch keiner so richtig, was mit anzufangen. Ich weiß nicht, wie das läuft. Das heißt, ihr seid schon quasi ins kleinere Haus hier nebenan eingezogen und habt schon in der Sekunde mit der Aussaat angefangen. Nein, nein, nein, das war der 14. März, tiefster Winter. Aber wir hatten nichts. Wir hatten zwei Matratzen, drei für unsere Tochter auch. Nein, es ging am 1. Mai. 1. Mai ist hier so, wo die Aussaat losgeht. Und wir kamen am 14. März. Da haben wir uns drei Matratzen gekauft. Die Mieterin aus dem alten Haus, was hier stand, hat uns mit Campingstühlen um den Campingstühlen und einen Tisch versorgt. Das war unser ganzes Mobiljahr. irgendwie. Ich glaube, wir hatten... 6, 7, 8 Koffer dabei und hatten schon irgendwie so einen bösen Gedanken im Kopf und haben gesagt, Besteck, Kasse, Teller, nehmen wir alles mal besser in den Koffer mit. So für drei Leute. Das hat sich als richtig erwiesen. Wir hatten Seesecke gekauft in Deutschland, Seesecke und haben Seesecke mit rübergebracht. Ja, da haben wir so alte Seesecke, gebrauchte Seesecke, da gab es so ein Militärausriss da bei uns. Da haben wir dann wirklich Seesecke gekauft und wir hatten am Ende, glaube ich, 375 Kilo Gepäck. Also Reisegepäck im Flieger. Aber das war damals noch gar nicht so schlimm. Da flog die LTU noch von Düsseldorf hierher. Da konnte man noch einen Einwegflug kaufen. Ich weiß gar nicht, was der gekostet hat. War gar nicht so teuer. Das hat eine Bekannte von uns, die hat Geschäftsflüge organisiert. Und die sagte, hey, ich besorge euch hier den passenden One-Way-Flug. Und euer Gepäck ist gar kein Problem. Und dann sind wir hier mit 375 Kilo Gepäck angekommen. gekommen und zum Glück, wir hatten dann also jetzt Klamotten, Garderobe, alles so weit in den Säcken, so gut wie gar nichts im Container und Koffer halt auch und aber auch noch Besteck und was gar nicht, was da alles mit drin war noch. Also wir, haben irgendwie schon so ein dummes Gefühl gehabt. Irgendwann kam dann der Container, dann haben sie den aber in Edmonton aufgemacht, alles rausgeholt und gesagt, ihr müsst jetzt kommen und den Container abholen. Wir kriegen das nicht mehr zurück in den Container. Wir kriegen es nicht mehr in den Container rein. Hattenzoll hat da ein bisschen Stress gemacht. Von Hof zu Hof hatten wir eigentlich alles bestellt. Also er sollte eigentlich hier ankommen. Dann haben wir wieder ein paar Leute. Ja, aber da waren wir schon in der Aussaat. Mitten in der Aussaat kam eine Container an. Also die Aussaat unterbrechen. Weil der Zoll sagte, der steht jetzt hier in der Halle vom Zoll, pro Tag 180 Dollar und die haben dann gesagt, ihr könnt kommen, wann ihr wollt, kommt ihr erst in fünf Wochen und holt das ab. Dann zahlt ihr halt fünf Wochen lang 180 Dollar am Tag Miete. Also die waren da rigoros. Kennt man aber von den Behörden in Deutschland auch nicht anders. Die haben halt die Hosen an und den muss man sich irgendwo unterordnen. Wir waren ja auch froh, dass der Trecker kam. Ja, den braucht man unbedingt. Und dann haben wir halt Dünger holen können und nix. Ja, wir haben den Laster schon gehabt. Zwischendurch sind wir mal zur Auction gegangen. Da haben wir dann den Laster gekauft und der hat uns dann ausgeholfen. Aber war sehr kompliziert, weil das Ding kann nicht kippen. Die haben einen Trichteraufbau, das Getreide fließt nur nach unten weg. Der Dünger kann ja auch nach unten wegfließen, kein Problem. Aber ich kann mit dem Ding nicht unbedingt an die Drillmaschine vernünftig ranfahren. Das wäre zehnmal besser gewesen mit dem Rückwärtskipper. Das war also über Schnecke beladen, aber unter dem Ding kriegt man auch schlecht eine Schnecke unter. Es war sehr kompliziert, wir warteten sehr auf unseren Kipper aus Deutschland. Dann waren wir wohl halb fertig mit der Aussaat und haben gesagt, jetzt kommt er endlich. Nach Edmonton gefahren, Trecker zusammengebaut, der war ja ohne Reifen oder mit LKW-Reifen drauf, damit er überhaupt in den Container passte. Anhänger hintergehängt, Bekannte mit dem Laster, Heidi mit dem Viehwagen. Alles was Räder hatte, hat uns geholfen. Hatten wir das hier alles, haben das alles gemacht, haben die Aussaat gemacht und dann ging es so langsam weiter. Das war dann der Eintritt und wir hatten im ersten Moment, wo wir hier ankamen, immer noch Panik, weil es fehlten ja Maschinen. Wir hatten ja nun gar nichts. Bis auf den Trecker, der hoffentlich bald kam, war ja nichts da. So, dann haben wir hier die Auktionen abgeklappert, wir haben die Landmaschinenhändler abgeklappert Und damals war so eine Zeit, dadurch, dass es der Landwirtschaft hier so schlecht ging. Es gab auch keinen vernünftigen Gebrauchtmaschinenmarkt. Die Masse, die zu verkaufen war, war Schrott. Da haben wir damals gesagt, Mensch, wir können hier nicht mit Schrott anfangen und wollten da, zu der Zeit waren es 450 Hektar ungefähr, haben gesagt, mit Schrott können wir das nicht machen. Wir hatten drei Wochen für die Aussaat, das ist so das, wo man sich hier so grob dran hält. Vielleicht die letzte Aprilwoche, aber in der Regel die erste Maiwoche und dann bis bis in die dritte Maiwoche, da muss eigentlich die Aussaat gelaufen sein. Das heißt, ihr hattet damals 400 Hektar? Damals waren es ungefähr 450 Hektar, 430. Und keine Maschinen? Keine Maschinen, erst mal nicht. Also am 14. März nicht. Und dann haben wir die Zeit bis Ende April genutzt. Das war auch zum Glück ein Jahr, wo es draußen erst relativ spät losging. Wir haben, glaube ich, erst angefangen so am 4. oder 5. Mai. Wir hatten also genügend. Wir wussten das nicht, aber im Nachhinein hatten wir genügend Zeit. Also am 14. März hatten wir Panik, dass wir in den, wie viele Wochen waren das jetzt, April, sechs Wochen, dass wir es nicht schaffen, die Maschinen ranzukriegen, weil das, was wir hier fanden, war Großmaschinen-Schrott. Es war wirklich so. Den Farmern ging es so dreckig, da war nichts Großes an Gebrauchtmaschinen auf dem Markt, was vernünftig war. Die hatten vorher zwei richtige Dürrejahre hier. Ja, die hatten vorher zwei richtige Dürrejahre. Da ist hier in, ich weiß nicht, in Tausenden von Quadratkilometern ein Mähdrescher nicht auf dem Acker gewesen. Also die hatten hier kein Geld. Und dementsprechend wurden auch keine Maschinen umgesetzt. Also ich sage mal, so einen drei Jahre alten Mähdrescher kaufen, das war gar nicht so einfach. Und das hatten wir so gedacht, lass uns einen drei, vier Jahre alten Mähdrescher kaufen, der so noch vier, fünf Jahre durchhält oder sechs oder sieben, was weiß ich. Aber mit unserem deutschen Leichtsinn haben wir dann einen guten Mähdrescher glücklicherweise gefunden von einem Bekannten. Das war auch ein Deutscher, den haben wir schon kennengelernt gelernt gehabt. Und der lebte aber weit west-östlich, weit östlich von uns. Da sind die Erträge lange nicht so gut. Also wir ernten hier fast doppelt so viel wie die. Und von dem haben wir dann den Mähdrescher gekauft, weil wir dachten, da ist der mit klar gekommen, dann schaffen wir das auch. Ja, und dann stellte sich raus, der war wohl zwei Nummern zu klein. Wir haben hier wirklich 20 Stunden am Tag gedroschen, weil wir, das Ding war einfach zu klein. Den haben wir nach dem zweiten Jahr dann schon verkauft, weil wir gesagt haben. Das geht nicht, das Ding ist zu klein. Jetzt, wo wir hier über Größen reden, ich habe mir das herausgesucht. In Deutschland hat ein durchschnittlicher Bauernhof 63 Hektar Land, in Österreich sind es 45. In Kanada ist der Durchschnitt einer Farm 327 Hektar Land. Wie groß ist denn eure Farm, darf ich das Farm nennen oder ist es für euch ein Bauernhof? Das ist uns egal, Farm, Hof, wir sagen immer unser Hof. Wie groß ist denn euer Hof heute und was baut ihr da überhaupt an? Das kannst du auch erzählen. Ich rede ja immer. Ich weiß immer nur in Hektar. Wie viel sind das? Knapp 700 Hektar? Ja, wir hätten heute so circa 680, 690 Hektar ackerbares Land. Ist jetzt viel Busch dabei. Ich glaube, wir haben auf der ganzen Fläche fast 100 Hektar Busch und Wald und sowas. Also insgesamt ist das mehr, aber ackerbar sind das ungefähr 680 Hektar. Wir haben über die Jahre dann immer noch ein bisschen dazu gekauft. Und ja, ich sag mal, wo wir kamen, lagen wir leicht über dem Durchschnitt. Also in 2005 war unsere Farm etwas größer wie der Schnitt. Heute liegen wir ganz knapp unterm Schnitt, aber heute ist die durchschnittliche Farm ungefähr 700 Hektar groß. groß. In Alberta, ja nur in Alberta. 1.700 so und so viel Eker, also knappe 700 Hektar, das ist hier wohl der Schnitt im Moment. Und damals waren es halt so um die 350, 360. Also wir haben so den Schnitt beibehalten, aber wir wollten den Schnitt nicht beibehalten durch Pachtland. A, kriegten wir hier gar nicht groß Pachtland. Das war damals so, kann ich jetzt ja ruhig mal sagen. Huch, da kommen die bösen Reichen. Europäer, nicht unbedingt Deutsche. Also Europäer, ich sag jetzt mal Schweizer, Deutsche, Österreicher hatten hier einen relativ schlechten Ruf. Die kommen mit der Tasche voll Geld und kaufen den Kanadiern alles weg. Holländer hatten auch nicht so einen guten Ruf. Ja, Holländer haben den vielleicht sogar bis heute nicht, weil es war teilweise wirklich so, es kamen viele mit einem Haufen Geld und die haben hier die Puppen tanzen lassen, weil es hier einfach nichts kostete zu der Zeit. Und das waren aber lange nicht alle. Wir haben hier Leute kennengelernt, die sind hier mit einem Koffer angekommen und haben ganz klein mit viel Arbeit und kein Geld angefangen und haben heute auch eine durchschnittlich große Fahrt. Die haben allerdings dann viel über Pachtland gemacht, die haben dann wirklich aggressiv gepachtet. Das ist dann wiederum so eine Sache, da wird der Ruf noch schlechter, wenn also Europäer, ich sage jetzt mal speziell, Schweizer kennen wir nicht ganz so viele, aber. Deutsche und Holländer kennen wir jede Menge und die waren Pachtpreise aus Deutschland oder aus Europa gewöhnt. Pachtpreise in Europa sind Dinge, die sind hier unvorstellbar. Also ich sage mal, der Pachtpreis bei uns liegt hier heute bei 100 Dollar den Eker, das wären 250 Dollar den Hektar. 250 durch 1,45, das wären 172 Euro der Hektar. In dem Örtchen, wo wir herkommen, zahlt man heute heute 500 bis 600 Euro den Hektar. Wir sind heute noch bei 100.000 Abonnenten. 72 Euro, also 250 Dollar pro Hektar. Und da gab es damals schon Leute, da kann ich jetzt die Preise nicht sagen, weil wir uns zu der Zeit für Pachtpreise nicht interessiert haben, die haben aber richtig aggressiv gepachtet und haben halt Kanadier ausgebotet. Wir haben wirklich gesagt, hey, wir wollen das haben, wir überbieten euch einfach. Aber warum wolltet ihr kaufen und nicht pachten? Wir hatten von vornherein die Idee, wir wollten nie so wachsen, dass wir das am Ende nicht alleine schaffen. Wir wollten das also zu zweit schaffen und haben gesagt, mehr wollen wir nicht, weil das wird dann ein Hamsterrad. Kauft man zu viel Fläche, braucht man irgendwann den zweiten Mähdrescher. Den zweiten Mähdrescher brauche ich, den dritten Mann. Und so geht das dann hoch und da haben wir gesagt, das wollen wir nie erreichen. Wir wollten also nichts weiter wie vernünftig leben. Wir wollten hier nie reich werden. Wir wollten hier nie das große Rad drehen. Wir haben nur gesagt, vernünftig leben und halt auch mal ein bisschen Zeit für die Familie haben. Haben, auch mal Zeit für Urlaub haben und sowas. Und das ging. Das ging auch damals mit 300 Hektar oder sowas, oder 200 Hektar. Aber jeder Hektar mehr brachte halt mehr Sicherheit. Und da haben wir damals gesagt, okay, 350 Hektar, das können wir wuppen. Zumindest war das rein rechnerisch so. Wir haben uns das dann so grob ausgerechnet, haben gesagt, das könnten wir hinkriegen, das klappt. Und hat auch geklappt. Wir hatten, ich sage jetzt mal, die ersten zwei Ernten, die waren super. 2005 und 2006 waren super Ernten. Also keine Rekordernten, aber für kanadische Verhältnisse oberer Durchschnitt. Hat also gut geklappt. Und dann kam im dritten Jahr ein Totalausfall, total ausgehagelt. Also da waren 450 Hektar weg. Am 24. Juli keine Ernte mehr da. Und das hat uns so ein bisschen zurückgeworfen, aber dadurch, dass man hier eine All-Risk-Versicherung abschließen kann. Das heißt also egal welcher Schaden durch die Natur. Entfacht oder zerstört, der war abgesichert. Allerdings nur zu 70 Prozent. Damals haben wir, glaube ich, sogar nur 60 genommen, weil die Versicherung ist schweineteuer. Und wir haben aber gesagt, ohne das können wir das nicht wagen. Wir waren also relativ hoch verschuldet. Zu der Zeit, für kanadische Verhältnisse, waren wir niedrig verschuldet. Für deutsche Verhältnisse waren wir hoch verschuldet. Wir haben aber gesagt, wir wollten auf Nummer sicher gehen. Wir wollten nicht in drei Jahren in Deutschland wieder ankommen und sagen, ist schiefgegangen. Und da haben wir gesagt, nein, wir gehen auf Nummer sicher, wir verschulden uns nur so weit, wie ich das gehofft habe, verantworten zu können. Und dadurch, dass wir das versichert hatten, haben wir zu dem Jahr, das ist ein bisschen dumm gelaufen, wir wussten nicht, war alles ein Lernprozess, dass die Versicherung den –. Das Beste und das Schlechteste – Nein, das Versicherte nur dann bezahlt, wenn man eine fünfjährige History, Geschichte hat. Also wir brauchten fünf Ernten und von diesen fünf Ernten haben die die beste Ernte und die schlechteste Ernte rausgenommen. Wir hatten nur zwei Ernten und von daher, wir konnten diese fünf nicht vorweisen, hat, uns leider auch niemand gesagt und das Kleingedruckte haben wir entweder nicht verstanden oder nicht gelesen. Und dann haben wir uns herausgestellt, wir hatten damals zu 60 Prozent versichert. Das heißt, im Normalfall, wenn wir diese History von fünf Jahren hätten, hätten die uns 60 Prozent der Ernte ersetzt. Und zu der Zeit konnten wir maximal 80 Prozent überhaupt versichern, mehr ging gar nicht. Außer im Süden von Alberta, da konnte man 90 versichern, weil die Zuckerrübenanbau machten. Das ist da wohl noch risikoreicher, was weiß ich. Hier ging nur 80 Prozent. Aber 80 Prozent war... Aber das heißt, es wurde euch dann nichts ausgezahlt? Nein, nicht nichts. Die haben es dann so gemacht. Wie war das? Wir kriegten die Schätzung und da hat dann der Schätzer gesagt, es waren 95% aktueller Schaden. Also 5% vom Getreide standen noch irgendwo. Und da hat er gesagt, okay, das ist auch in den Statuten so gemacht, 90% ist gleich 100, weil bei der Fläche, diese 10%, die ich noch ernten könnte, verschlingt so viel Kosten, dass es sich nicht rechnet. Also wir haben am Ende noch ein bisschen Raps geerntet. Ich bin da irgendwie zehn Stunden auf dem Acker rumgefahren, um einmal den Getreidetank vollzukriegen. Zehn Stunden ohne Abtanken, das war deprimierend. Ich habe nicht mehr Sprit verbrannt, wie der Tank voll, das waren 350 Buschel Raps, was der Mähdrescher damals fasste. Das sind vielleicht sechs, sieben Tonnen gewesen, acht Tonnen, ich muss jetzt wieder ausrechnen. So 7-8 Tonnen oder sowas, die ich geerntet habe, von 60 Hektar. Das war hier unten das Stück, total verhagelt, da sind so einige Bäume auf der Südseite. Das heißt, du hast dann Geld dafür bekommen? Ja, das nannte sich damals Township. Soweit ich das weiß, ist eine Township 64 Stücke. Also ich glaube dann halt Schachfeld. township sind 64 stücken 8 nord 8 südnord 8 ostwest innerhalb ja also diese township aber hat man dann zugrunde die menge wurde halt danach berechnet was die township im schnitt die anderen fahren unsere nachbar und diese 64 quater oder also ein quater sind hier diese 64 hektar stücken und Und was diese 64 Leute in dieser Township im Schnitt geerntet haben, das wurde dann für uns festgesetzt, für dieses Jahr, als unser Durchschnitt. Und als wir dann die Abrechnung kriegten und sollten uns dann melden und sagen, ob das alles so stimmt und so, da habe ich gesagt, ja, rein rechnerisch mag das stimmen. Ich sage nur, mit unserem Betriebsspiegel stimmt das nicht. Wir hatten 2005 und 2006 knapp das Doppelte geerntet, wie unsere Township 2007 im Schnitt. Und da gesagt, dementsprechend hatten wir auch bedeutend höhere Kosten, allein beim Dünger. Ich sage mal, damals war das so hier, da haben viele Leute, das sage ich jetzt einfach mal so, das ist nicht gelogen und auch nicht übertrieben, die haben uns das wirklich erzählt. Der liebe Gott gibt es, der liebe Gott nimmt es. Dünger brauchen wir nicht. Da war Dünger, war hier so ein Ding. Das haben die teilweise als überflüssig anerkannt. Wir haben da wirklich kleinere Farmer kennengelernt. Die haben gesagt, Dünger ist viel zu teuer, das macht sich gar nicht bezahlt. Und wir sind halt so aufgewachsen in Deutschland, man hat Dünger gestreut oder gespritzt. Und da habe ich gesagt, nee, der Dünger macht sich schon bezahlt, auch in Kanada. Wir hatten ja glücklicherweise auch diesen Freund in Westlok und Bekannte noch in Stony Plain. Und die haben uns gesagt, also das, was ihr hier manchmal hört, vergesst das. Landwirtschaft funktioniert ja im Großen und Ganzen genauso wie in Mitteleuropa. Ohne Dünger ist alles nichts. Also ich sag mal, man kann das machen, man kann die Kosten runterkriegen, aber dann halbiert sich halt auch einfach mal die Ernte. Und wir haben also genauso angefangen, wie wir in Deutschland aufgehört haben. Das, was ich in der Landwirtschaftsschule damals halt so gelernt habe und was wir auf unserem Betrieb gemacht haben, so habe ich hier gedüngt. Aber ein bisschen abgespeckt, also wir haben das umgerechnet, die maximalen Erträge sind hier so sechs bis sieben Tonnen Weizen auf den Hektar. Und in Deutschland waren damals vielleicht acht bis neun Tonnen, die wir erreichen konnten. Und da haben wir gesagt, okay, also in unserer Gegend. Und da haben wir gesagt, okay, wir rechnen das jetzt einfach um auf diese maximal acht Tonnen, die wir erreichen können. Danach düng ich. Haben wir auch gemacht. Ja, kostet auch einen Haufen Geld. Und das war dann das Problem. Diese 60 Prozent waren basiert auf dem Durchschnitt unserer Nachbarn. Somit kriegten wir knapp die Hälfte des Geldes von dem, was versichert war. Und das sah so ein bisschen doof aus. Da war ich an dem Punkt und wollte die Farm verkaufen und wollte zurück nach Deutschland. Weil ich es einfach satt hatte. Wir haben also unser Bestes gegeben. Oder war das das zweite Mal? Nee, das war da. Das war das erste Mal, wo wir praktisch die ganze Ernte komplett verloren haben. Das zweite Jahr war 2011, da war es aber nicht die ganze Ernte. Da waren es 80 Prozent. Also wir haben es... An den Makler abgegeben und haben es tatsächlich gelistet gehabt. Wirklich? Ja, ich war so runter. Es ist auch so, es ist ja nicht nur, dass wir da dran hangen, da hingen ja auch Schwiegereltern noch mit dran. Die kriegten ja von uns noch Altenteil und alles und wir haben dann halt gedacht, nicht dass wir hier alles in den Sand setzen, dann rechtzeitig die Weißleine ziehen und irgendwas anderes wieder. Warum seid ihr dann doch geblieben? Wir wurden ins Land nicht los. Nö, der Makler wurde es nicht los. Er konnte drei Stücken verkaufen, niemand war. Alles oder nichts, haben wir gesagt, aber er konnte nur drei oder drei verkaufen. Ich habe gesagt, verkauf alles, wenn du nicht alles los wirst, machen wir weiter. Und dann? Ja, und dann wurde das nicht los, haben wir weitergemacht. Haben wir weitergemacht. War im Prinzip wieder unser Glück. Ja. Wir haben am Ende nicht das unbedingt bereut, dass wir deswegen nicht weggekommen sind. Also ich war so weit. Man muss sich das vorstellen, das ist so wie heute. Da hinten alles gelb. 24. Juli, welchen Juli haben wir heute? Wir sind doch fast so weit. 18, 19 glaube ich. Ja, also. Naja, ist ja egal. Auf alle Fälle. 2007, so und so viele Jahre zurück, fast auf dem Tag genau, stand der Raps in voller Blüte. Wir kamen morgens auf den Acker und da war nichts mehr. Es sah wirklich aus, als wenn der Mähdrescher schon drauf war. Das hat dermaßen gehagelt, Golfbälle großer Hagel, aber so eine Menge, der hat das so zerschreddert, es war nichts mehr da. Es hat nur noch gestunken wie verrückt nach halb vergammeltem Raps. Das geht relativ schnell hier durch die Hitze. Aber jetzt sagt, dann war schon im dritten Jahr ein Punkt, wo ihr gesagt habt, Das war's. Wir verkaufen wieder, das geht sich nicht aus. Das können wir nicht machen, das wollen wir nicht. Das ist zu viel. Jetzt ist es auch hier so, ich fahre jetzt seit drei Wochen hier durch die Gegend in den Börd. Es ist riesig, es sind Superlative, es sind Fäller bis zum Horizont. Die Menschen sind aus ihren Städten wahnsinnig verstreut. Es ist ewig weit und ewig lang zu fahren. zu euch hier jetzt, heute. Ja, heute wieder ganz anders. Ich sage mal so, wir waren trotz der Probleme zwischendurch, wir hatten viel zu tun. Also wir haben nach drei Jahren, nee Quatsch, da waren wir fertig. Nee, nach drei Jahren haben wir angefangen Haus zu bauen. Ja, nach den ersten drei Jahren haben wir Haus gebaut, das haben wir selber gebaut. Und da haben wir drei Jahre auch für gebraucht. Nee, wir waren keine drei. Eingezogen sind wir nach zwei Jahren, aber da war das Haus noch nicht fertig. Dann haben wir die Halle, dann haben wir Garage. Hier aufgeräumt ohne Ende. Man wollte es ordentlich haben, deutsch ordentlich, sag ich jetzt mal, so gut wie es ging. Getreidehütten standen ja hier noch. Man hat hier früher das Getreide in Holzsilos gelagert. Hier hinter den Tannen steht so ein Ding. Ihr habt euch irgendwie mit Arbeit beschäftigt? Ja, wir wollten es ja auch schön haben und wir wollten auch ein neues Haus haben wegen dem Oberlohm. Ja, da haben wir dann gesagt, das machen wir auch. Das heißt dadurch, dass ihr. Das Land nicht losgeworden seien, war die Entscheidung dann... Weitermachen. Ja, weitermachen. Wir hatten ja kaum eine andere Wahl. Nein, es war ja auch wichtig. Wir hätten jetzt gehen können mit drei verkauften Quartern. Und das nur das Land. Die Hofstelle wäre da gewesen und noch vier Quarter Land. Die hätten wir verpachten können, wäre kein Problem gewesen. Aber mit dem Geld hätten wir in Deutschland nichts anfangen können. Wir hätten kein Betrieb mehr kaufen können. Und da haben wir damals gesagt, okay, geht halt nicht, weitermachen. Nein, ist aber auch so, Schwiegervater, der kam ja dann auch jedes Jahr zur Ernte. Und der hat dann so die ersten zwei Jahre da nicht viel gesagt, hat einmal gesagt okay, ja, ja. Und im dritten Jahr, er hat es ja dann auch gesehen in den Büchern und so, es wurde ja nicht mehr besser und es hat ja gepasst alles irgendwie. Trotz der ein Jahr komplett Ausfalle. Er hat ja auch gesehen, was wir hier ernten und wie der Laden so läuft. Und dann haben wir noch mal ein bisschen Land dazu gekauft. Dann kam das aber auch, ich weiß jetzt nicht genau, welches Jahr das war, da erholten sich dann die Getreidepflanzen. Die wurden dann auch besser. Und ich sag mal, dieses Jahr Ausfall, das hat uns tatsächlich ein Jahr zurückgeworfen. Wir hatten geplant, wir hatten ja diesen Mähdrescher, den großen Mähdrescher John Deere Schüttlermaschine, und damals kamen die Rotordrescher auf den Markt mit bedeutend mehr Leistung. Wir haben ja nun gemerkt, 450 Hektar mit so einer Schüttlermaschine wird nichts. Da hatten wir schon geplant, 2007 kaufen wir uns einen John Deere Rotormähdrescher. Naja, die Planung stand, aber die Ernte war weg. Also war das mit der Planung so nichts. Haben es dann aber doch durchgezogen. Wir haben dann einen drei Jahre alten gebrauchten Rotordrescher gekauft. Der war nicht ganz so teuer, weil wir sagten, nee, das muss jetzt nicht weitergehen mit dieser, ich sag jetzt mal Nuckelpinne. Wir haben hier teilweise mit 1,5 Kilometer gedroschen. Also 1,5 kmh. 1,5 kmh die Stunde. Der hatte einfach nicht die Leistung. Zum Threshen kommen. Was baut ihr hier eigentlich an und warum? Das wir es allein dann auch anbauen, Raps, Weizen, Gerste. Ja, wir hatten aber zwischendurch Bohnen, Erbsen, Braugerste. Ja, im Prinzip so wie Deutschland, nur mit dem Unterschied, oder wie Mitteleuropa, sage ich jetzt mal, ich rede immer von Deutschland, das ist Quatsch. Im Prinzip Farming wie Mittel- und Europa, nur der Riesenunterschied, das ist alles Sommergetreide. Die Aussaat spielt sich nur im Mai ab, hier ist im Herbst gar nichts. Es haben immer wieder Leute versucht, Winterweizen und Winterroggen anzubauen. Einzubauen. Mit Roggen haben es manche geschafft, aber den häckseln die nur als Futter. Das war, glaube ich, soweit ich das weiß, kein Dreschgetreide. Winterweizen hat sich hier, glaube ich, nie richtig durchgesetzt. Ich wüsste nicht ein. Was ist denn so, wenn ihr darüber nachdenkt, der größte Unterschied, was die Landwirtschaft anbelangt und das Leben zu Deutschland oder Europa? Alles. Einfacher. Die ganze Bürokratie ist weg. Aber mehr Risiko. Weitaus mehr Risiko, ja. Wetterrisiko. Das größte Problem ist hier bei uns Hagel, sagte ich ja gestern schon. Wir haben zwölf Hagelzonen, und wir liegen in Hagelzone elf, also ziemlich weit oben. Und wir haben über, das wird jetzt, siehst du ja, die 19. Ernte. Wir haben über 19 Ernten, da kann ich jetzt das nicht mit einrechnen, weil ich den genauen Schaden noch nicht weiß. Wir hatten jetzt gerade wieder von einer Woche Aber von 18 Ernten haben wir 3,3 Ernten verloren. Und das ist dann schon mal eine Nummer. Das hat in Mitteleuropa, glaube ich, noch niemand erlebt. Jetzt erzählt mal, weil der Unterschied ist ja, eins die Größe, zwei die Bürokratie ist einfacher hier, und drei, ihr habt eine wahnsinnig kurze Vegetationsperiode. Also das heißt eine wahnsinnig kurze Zeit, in dem ihr anbauen könnt, in dem das Zeug wächst und ihr es erntet. 110, 120 Tage. Forstfreie Tage. Wie sieht so ein Anbaujahr in kurzen Worten bei euch aus? In kurzen Worten? Das ist gar nicht so einfach. Super! Gott, wir fangen... Sagen wir mal, am 3. Mai fangen wir an. Am 3. Mai fangen wir an und dann wird ausgesät. Jetzt machen wir es nicht mehr selber. Vorher haben wir das immer noch selber gemacht. Wir haben unsere Drillmaschine vor... Den großen Trecker und Drillmaschine haben wir vor vier Jahren verkauft, weil wir so ein bisschen gesundheitliche Probleme hatten oder haben. Und jetzt haben wir die Hälfte des Landes ja auch verpachtet. Also gut 400 Hektar sind verpachtet. Und mit dem Pächter haben wir schon immer ganz gut zusammengearbeitet. Und dem haben wir dann gesagt, die Drillmaschine und Trecker, das darf man sich jetzt nicht vorstellen wie in Deutschland. Also Trecker oder wie in Österreich, Schweiz. Trecker und mit drei Meter Drillmaschine. Also wir hatten 450 PS und eine 14 Meter Drillmaschine. Das heißt eine Saatmaschine, die 14 Meter breit ist. Ja, zum Aussehen 14 Meter breit, mit einem 10 Tonnen, 12 Tonnen Saattank dahinter. Und wir bringen ja Saat und Dünger gleichzeitig aus. Also unsere Saat kommt rechts und links der Düngerreihe, fünf Zentimeter tiefer kommt der Dünger und das geht aber andersrum los. Wir haben schon immer den Gedanken gehabt, nicht unbedingt No-Till zu machen, aber wenigstens in die Richtung Minimum-Till. Zur Erklärung, du hast mir das erklärt, in Österreich genauso wie in Deutschland, wir pflügen unsere Äcker extrem gerne. Das ist dann, wenn man im Herbst oder im Frühjahr durch die Lande fährt und alles ist braun. Hier ist das nicht so. Das heißt, es wird fast nicht gepflügt, es wird nur der Oberboden leicht bearbeitet. Warum? Wir haben mehrere Probleme. A haben wir einen relativ geringen Mutterbodenhorizont. Das sind so zwischen 20 und 30 Zentimeter. Es gibt nur wenig Tiefe, wo das Zeug wachsen kann. Nein, ich sag mal, die Pflanze kann schon tiefer wachsen. Aber die obersten 20-30 cm Tiefe, das ist tiefschwarzer Boden, leichter Sandanteil, 4-6 % Humusanteil. Weil das ist ja hier sagen sie Virgin Soil. Also jungfräulicher Boden, weil wir ackern hier ja erst 80-90-100 Jahre. Also ein Boden, den man vermutlich vom Humusanteil vielleicht in Europa gar nicht findet. Ich weiß es jetzt nicht genau, also wir waren da nicht. In Deutschland waren wir bei 2-3 % oder sowas. Und das ist halt ein Riesenunterschied. Und dieser Humusanteil, das ist dann halt das Ding, wir haben hier viel Wind. Ich sage jetzt mal Nordseeküste. Das ist hier so vergleichbar. Also gewaltig viel Wind. Und alles, was hier wirklich nackt liegt, schwarz gemachter Boden. Der geht hier über das Jahr verteilt, solange wie er nackt liegt, geht er weg. Der geht weg, auch im Winter. Wir sind zwar im tiefsten Kanada, aber wir haben keine Schneeunmengen. Im Winter würde ich sagen, im Schnitt liegen da 20-30 cm Schnee, mehr ist das nicht. Aber über den Winter verteilt, über sechs Monate, kriegen wir 1,20 m Schnee. Das ist der Schnitt. Aber da fliegt viel weg. Und mit dem Schnee fliegt auch der Boden weg. Also wenn das im Herbst tief gegrubbert ist, oder mit der Scheibenegge richtig schön schwarz, oder sogar geflügt. Wir kennen glaube ich zwei Leute, die noch flügen. Ja, Holländer hauptsächlich. Na, das würde ich jetzt gar nicht sagen. Ja, doch, vielleicht Gerard noch. Ja, weiß ich nicht. Ein Kanadier dabei, der noch flügt. Warum auch immer, weiß ich nicht. Aber ich hatte genau die gleiche Idee. Wir kommen hier rüber, großen Trecker, großen Flug. Das muss alles schwarz sein. Sieht ja auch toll aus, schwarzer Boden, alles sauber. Und da haben wir so gedacht, okay, das haben wir im ersten Jahr schon gemerkt. Mit Flügen wird das hier nichts. Die Ernte ist vorbei in der Regel, Frost und Schnee kommt. Schafft man alles gar nicht. Und dann ist das mit Flügen vorbei. Ich bräuchte keine Ahnung, wie viele Wochen ich bräuchte, um 450 Hektar damals zu flügen. Heute mit 700 gar nicht dran zu denken. Aber wir haben einen Bekannten, weiter im Norden, Nordwesten, der hat 1200 Hektar und. Hat sich vor, ich muss jetzt lügen, 10 Jahren einen großen Flug gekauft, 12-Schall-Drehflug, fand aber leider keinen Trecker, der den zog. Die haben da oben ein bisschen anderen Boden wie wir. Es gab keinen Trecker auf der Welt, der stark genug war, einen 12-Schar-Drehflug zu ziehen. Die haben dann einmal zwei Schare, einmal vier Schare abgebaut und dann kamen sie mit 600 PS klar. Und der hat nach dem ersten Jahr gemerkt, ich brauche 15 Jahre, bevor ich meinen Acker komplett geflücht habe, weil einfach die Zeit nach der Ernte nicht reicht. Das heißt, es ist auch einfach ein zeitliches Ding, warum ihr nicht flüchtet. Ja, natürlich. Aber das ist zweitrangig. Einerseits ist der Bodenwürde weggeweht. Ja, wir haben viel Bodenderosion durch Wind. Ein Zeitthema. Das heißt, wie sieht es aus, wenn man nicht pflügt für euch? Schlimm. Ein gegroberter Acker, der so zur nächsten Aussaat noch so liegt, war für mich schlimm, weil ich in Deutschland 112 Hektar im Jahr gepflügt habe. Wir haben also wirklich fluglos gar nichts gemacht. Das einzige war vielleicht nach Rüben, da haben wir mal gegrobert und reingedrillt, ansonsten wurde alles gepflügt. Naja, und das war so ein Ding, ja man ackert halt ordentlich, und das haben wir in der Schule sogar noch so beigebracht gekriegt. Ich sage mal, die Sache mit fluglos komplett oder Minimum Nothill, das hat sich bis zum heutigen Tage bei den allerwenigsten in Europa durchgesetzt. Aber sichtlich geht es? Hundertprozentig geht das, das ist eine Willenssache. Wie und warum funktioniert das dann? Ich sage mal so, es hat natürlich hier ein paar Vorteile. Wir kriegen tiefen Frost, also wir kriegen eine Frostgare. Wir brauchen nicht unbedingt in den Flug, um lose Erde zu schaffen. Durch die Frostgare kriegten wir das hin. Erklärung für die, die es nicht wissen. Frost macht Boden locker, weil er ihn aufschlägt. Genau das war das in kurzen Worten so erklärt. Und das kann man natürlich auch anders machen. Ich sage mal, wenn jetzt nicht viel Frost kommt, wir haben manchmal Jahre, da kommen 30 cm Schnee bevor der Frost kommt. Dann passiert dem Boden nichts. Dann ist der Boden so gut isoliert, da gibt es mal Jahre, da haben wir 30-40 Grad Minus, da geht der Frost dann durch. Aber es gibt auch Jahre, da geht er nicht unbedingt durch. Und wenn er durch geht, geht er nicht tief rein. Und für die Fälle haben wir einen Tiefenmeißel. Da haben wir dann gesagt, Flügen haben wir so ganz schnell gelernt, wird so oder so nichts. Aber Tiefenmeißel ist noch eine Variante. Das ist also so ein neunzinkiges Ding, den ich 60 Zentimeter tief durch den Boden ziehe. Der lockert dann tief auf, aber der wendet nicht. Der hebt nur an und setzt wieder ab. Der Boden ist locker. Da haben wir dann aber auch gelernt, das haut ja auch nicht hin, weil der Boden wird dann so tief, so locker, dass der Boden die Maschinen nicht mehr trägt. Und das sind dann so Sachen, Das war ein Lernprozess von 10-15 Jahren, wo wir dann gemerkt haben, Tiefenmeißel nicht unbedingt. Tiefenmeißel würde funktionieren, da habe ich aber sehr mit mir gerungen, habe ich bis zum heutigen Tage nicht geschafft. Man muss sich auf europäische Seetechnik einlassen. Wir sollten hier besser eine Pöttinger oder eine Horschmaschine oder eine Lemkenmaschine kaufen, Kurzscheibenegge mit Scheibenschare dahinter. Die sind also zumindest für Minimum-Till geeignet, Aber sie wären auch geeignet, wenn ich jetzt mit dem Tiefenmeister rübergehe. Ich sage dir nur gleich dazu, da sitzen ganz viele Menschen, die keine Ahnung von Landwirtschaft haben. Wir merken schon, Ackerbauern und vor allem Kanadische, das habe ich auch in den letzten Wochen mitgekriegt, sind ziemlich into der Technik. Ja, das hat sich hier sehr geändert. Voll die Landmaschinentechniker. Und es ist auch notwendig, weil du hast hier Flächen, da brauchst du Technik, da brauchst du große Maschinen. Was mir auch aufgefallen ist, du gehst dir als Europäer durch die Gegend und glaubst, die ganze Welt ist so wie bei dir. Ist sie nicht. Man hat die Reise durch dieses Land in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet. Und jetzt ist es so, du stehst da mitten im wunderschönen, tiefgelb blühenden Rapsfeld. Lernst, es ist kein Raps, sondern Canola. Und der Unterschied ist, in Kanada sind, im Gegensatz zu Österreich, Deutschland und vielen anderen Ländern in Europa, gentechnisch veränderte Pflanzen erlaubt. Meine Frage, und vielleicht zuerst an dich Karin, wie steht ihr denn da dazu? Wie stehen wir dazu? Wie stehe ich dazu? Gott. Die Welt braucht Nahrung, es muss irgendwo herkommen und wenn wir das jetzt nicht machen würden, würden ja unheimlich viele auch hungern. Man würde die Weltbevölkerung gar nicht ernähren können. Nein, doch, kriegst du konventionell gar auch hin, dazu musst du ja nichts genmanipulieren. Konventionell würde es gehen, aber biologisch würde es vielleicht nicht gehen. Dafür schmeißen wir viel zu viel weg. Das auch, ja, das auf jeden Fall. Das Ding mit der Genmanipulation, die ernten ja in Deutschland mehr Raps wie wir. Wir ernten hier irgendwie 2, 2,5 Tonnen auf dem... Oh Gott. Eker? Muss ich selber wieder rechnen. Also wir ernten 55 Buschel auf dem Eker. Also Tonnen muss ich jetzt wieder rechnen. Ist egal. Also ihr erntet weniger als in Deutschland? Oh ja. Ich würde sagen, die Rapsernte ist eine ganze Ecke weniger. Weil Sommerraps, die Körner sind nicht mal halb so groß. Und damit geht es schon los. Dann meine Frage, wie fern bleiben wir einfach beim Raps? Ist hier rundherum so schön gelb und ich habe auch gelernt Raps ist Cash Crop, habe ich überall gesagt bekommen, das heißt die Pflanze, die am meisten Kohle bringt. Das wird allen hier erzählt, im Großen und Ganzen ist es Quatsch. Wenn ich mein Ding in dem Griff habe und ich sage mal jetzt Jetzt vor 19 Jahren waren die Preise so, dass ich sagen konnte... In mindestens 15 Jahren war das egal, ob ich eine vernünftige Gerste – gut, wir haben jetzt immer Braugerste gemacht, da gibt es ein bisschen mehr für – eine vernünftige Braugerste, einen vernünftigen Weizen, vernünftige Bohnen, vernünftige Erbsen, haben unter den Bedingungen, die wir hier vorgefunden haben – ich rede jetzt nur von uns – die wir hier vorgefunden haben, bin ich in der Lage, Erträge einzufahren wie beim Raps. Und ich sage mal, Raps hat viele Vorteile, das macht das Leben irgendwo leichter. Ich drille mein Zeug, sehe das Zeug, pack die Saat also in die Erde, habe meinen Dünger mit drin, und dadurch, dass das Gen manipuliert ist, kann ich den Raps bis zu zweimal sehr, sehr günstig spritzen. Es gab hier Jahre, also gegen Unkraut spritzen, gegen Unkrautbekämpfung machen, es gab hier Jahre, da habe ich Roundup gekauft für 2,50 Dollar einen Liter. Da hat der in Deutschland schon 5, 6 Euro gekostet. Zur Erklärung, Roundup ist gleich Glyphosat und der Raps ist, und deshalb hast du gemeint, du nimmst den, der ist resistent gegen Glyphosat. Gentechnisch verändert, resistent gegen Glyphosat. Das heißt, du spritzt, fahrst über alles drüber, alles stirbt außer der Raps. Das war so der Gedanke zuerst. Muss ich allerdings dazu sagen, wir haben fast keine wirkliche andere Chance. Außer genmanipulierten Raps wird hier in ganz Westkanada kein Raps angebaut. Also die haben heute jetzt noch einen zweiten von ursprünglich Bayer, das ist jetzt BASF, ist auch ein genmanipulierter, der nennt sich Invigor Raps. Der wird mit einem Spritzmittel gespritzt, das heißt Liberty, wirkt so ähnlich wie Roundup, aber ist ein totaler Herbizid, aber ist dann doch wieder ein bisschen anders. Heißt das übersetzt, selbst wenn? Ihr konventionellen Raps, die Saat, die ihr außerhalb kaufen würdet wollen, also nicht GMO, nicht genmanipuliert, würdet ihr es hier nicht bekommen? Ich sage mal so, die Saat würden wir vielleicht noch bekommen. Aber du musst es ja auch loswerden. Du musst es loswerden. Ich weiß gar nicht, wie der Markt darauf reagiert, da habe ich mich noch nie mit befasst, aber wir haben schon gemerkt, selbst die Saat zu bekommen ist schwer. Und dann habe ich die Saat. Und dann gibt es aber vermutlich, zumindest hier in ganz Western-Kanada nicht, ich müsste irgendwie mit jemandem handeln, 4.000, 5.000 Kilometer weiter im Osten, Quibec, Ontario. Und der, soweit ich das weiß, wir sind da nie gewesen, aber wir haben uns damals vor 10, 12 Jahren mal erkundigt, weil wir nicht so ganz einverstanden waren mit dieser Sache, mit dem genmanipulierten. Warum nicht? Ja, man ist von zwei Firmen abhängig, und wir sind für die ein Spielball. Die machen mit uns, was sie wollen. Aber man lässt sich auf diese Firmen ein, da muss ich nochmal darauf zurückkommen, Weil es so einfach ist und weil es so billig ist. Inwiefern ist es einfacher? Also die Saat kostet erstmal einen Haufen Geld. gemessen an dem Ich sage jetzt mal so in unseren Zahlen, wenn ich ein Buschel ernte und verkaufe, ein Buschel Raps, dieses Mengenmaß für uns hier, kanadisches Mengenmaß, oder ja, es ist ein Mengenmaß, es ist ein Raumgewicht oder ein Rauminhalt, und ein Buschel Raps würde ich heute verkaufen für 18 Dollar. Kaufe ich aber 25 Kilo Saat, das wird hier in 25-Kilo-Säcken verkauft, das ist nahe einem Buschel, Da fehlen vielleicht vier, fünf Kilo. Aber diese 25 Kilo Saat, die kostet mich hier 700 bis 800 Dollar. Also ein zigfaches wie das, was ich verkaufe. Das heißt, du kaufst von wem? Eigentlich nur noch von Bayer und BASF. Die haben mittlerweile alles geschluckt. Pionier? Weiß ich nicht, ob Pionier noch separat ist, aber... Und dann hast du für 800 Dollar... ...einen Sack gekauft. Wie viele Hektar kannst du damit aussehen? 10 Hektar? 5 Hektar. Nee, durch zweieinhalb. Rechne doch einfach, wir rechnen ja immer nach 64 Hektar. Wie viel brauchen wir für einen? Nee, ein Sack ist gut für 10, 11, 12 Hektar, je nachdem wie dick ich drille. Sagen wir mal 3, 4 Hektar. Das heißt 800 Dollar auf ca. 3 Hektar. Ja. Jetzt habt ihr den Raps gekauft. Er ist GMO-resistent gegen Glyphosat. Ihr verwendet das Glyphosat, um das Unkraut loszuwerden. Gibt es da eine andere Möglichkeit? Wie wir gestern schon mal besprochen haben, es gibt im schönen Österreich, glaube ich, diese Firma Einböck. Ich glaube, es ist aus Österreich. Ich weiß nicht ganz genau. Die bauen mittlerweile GPS-gesteuerte Striegelhacken, damit kann man Unkraut bekämpfen, ist nicht das Ding. Wir kennen auch jemanden, der das macht. Weil das bei uns hier allerdings im Frühjahr explodiert, von Aussaat bis Ernte sind ja nur knappe 90 Tage. Also das Getreide wächst wie der Teufel. Wenn ich jetzt sagen würde, wir wollen auf Spritzen Gans verzichten und ich mache das jetzt mit so einer Einböck-Hacke. Die sind GPS-gesteuert, da muss ich mich gar nicht groß anstrengen. Die Hacke hackt mechanisch, aber das ganze Ding ist GPS-gesteuert. Und ich setze mich auf den Trecker, drücke auf Automatik, das Ding fährt los und macht dann halt eine mechanische Bodenbearbeitung zwischen den Reihen. Ich habe so ein Ding noch nie gesehen, nur von gelesen und gehört und ich glaube sogar zwischen den einzelnen Pflanzen. Die schieben dann irgendwie mal so zwischendurch und hacken das Unkraut praktisch raus. Das ist nicht hundertprozentig, da bleibt immer was über, aber es scheint zu funktionieren und da müsste ich jetzt im Prinzip, wenn ich 700 Protektor damit machen will. Vermutlich mein ganzes Frühjahr opfern und ständig mit dem Ding auf dem Acker sein. Und das geht nur bis zu einer bestimmten Größe. Ich kann ja nicht durch wahnsinnig hohes Getreide fahren und da Unkraut raushacken. Ich kann jetzt auch nicht sagen genau bis zu welcher Größe, aber ich würde jetzt sagen bis zum Schossen der Pflanze, vielleicht noch bis zum Ehrenschieben, kann ich aber nicht ganz genau sagen, da müsste man jetzt wirklich mal mit der Firma Einböck sprechen. Aber wie gesagt, wir haben einen Bekannten, der macht das und da habe ich irgendwie vor zwei Jahren gehört, wir kommen da an unser Ende. Der wird wahrscheinlich aus biologischer Wirtschaftung wieder auf konventionell umstellen, weil das mit der Unkrautbekämpfung bei. Ihm zeitlich nichts wird. Das Fenster ist zu kurz, der müsste jetzt wahrscheinlich drei, vier Hacken kaufen und müsste da vier Leute mit los schicken, damit er überhaupt gegen ankommen kann, was er auf den Flächen hier machen muss. Die haben glaube ich 2.000 bis 3.000 Hektar. Das wird da schon sehr, sehr schwer. Er hat aber nur Teil biologisch. Ich glaube, nur ein Drittel von ihm ist biologisch, der Rest ist konventionell. Das heißt, die Alternative zu einem Unkrautvernichtungsmittel, nenne ich es jetzt mal so, wie Glyphosat, wäre eine mechanische Hacke, mit der man... Wie oft müsste man mit dem durch ein Feld? Ich würde sagen, mindestens viermal. Da müsste ich jetzt wirklich mal einen Bekannten fragen. Er macht es nach zwei, drei Jahren. Kann ich jetzt wirklich nicht sagen. Ich habe das schon lange nicht mehr getroffen. Aber ich denke, viermal muss man, weil ich mache das jetzt an unserem Zeug fest, am Unkraut oder am Bestand, wir spritzen Mitte, Ende Mai und da erwische ich praktisch die Unkräuter, die nach der Aussaat gekommen sind. Und dadurch, dass das hier alles so schnell geht, das Unkraut wächst hier genauso schnell wie das Getreide. Also wenn ich da in drei Wochen nicht drin bin und passe da auf, was da passiert, dann überwächst das Unkraut das Getreide. Und das ist in Europa, Mitteleuropa alles ein bisschen langsamer. Es geht schon damit los, die Drillen... Sehen Wintergetreide zum größten Teil und die machen ihre erste Spritzung, glaube ich, gegen Gräser mittlerweile. Habe ich noch nicht gemacht damals in Deutschland, aber heute, soweit ich das weiß, gegen Gräser im ganzen Getreide schon im Herbst und dann kommt aber eine Wachstumsruhe über den Winter. Da passiert nichts mehr. Und hier ist es so, wir sehen und wenn wir Pech haben, kommt das Unkraut früher wie das Getreide. Das kommt ganz doof. Und da haben wir am Ende gesagt, ich müsste im Prinzip schon manchmal durchs Getreide, wohl mit der Hacke durch. Ich weiß nicht bis zu welcher Größe Unkraut das funktioniert. Mit so einer mechanischen Hacke, dass ich das noch erwischen kann. Aber ich würde sagen, wir haben dann das Unkraut kommen in Wellen, weil wir haben ein sehr trockenes Klima. Wir haben einen Gesamtniederschlag von 450 Millimeter ungefähr. Und da gibt es mal so Jahre, da kommt zwischen Aussaat und fast Ernte nicht mehr wie 200 Milliliter an Wasser. Das sind dann so mehr die Extreme, aber das reicht immer noch für eine Ernte, weil unser Boden hält das Wasser. Wir haben, unten drin richtig Kitt und die Wurzeln gehen da rein, die holen sich noch das Wasser und wenn wir dann von Aussaat bis Ernte tatsächlich mal 200 Millimeter gekriegt haben, dann ist da was zu machen. Also der begrenzende Faktor ist hier immer Wasser. Wäre es für euch eine Alternative, weil ihr habt ja jetzt nicht die 2000 irgendwas Hektar, sondern an Höchstzeiten waren es knapp 700, auf die mechanische Bodenbearbeitung, also Unkrautbekämpfung, eigentlich umzustellen? Ne, bevor ich da nicht wirklich Resultate habe, wo mir Praktiker sagen, das funktioniert. Weil in der Regel ist es ja so, das wird dann irgendwie noch subventioniert. Die Maschine zahlt halb der Staat oder so ähnlich, zumindest ist das wohl in Europa so. Hier kommt das auch, ich sage mal, alles was umweltfreundlicher mittlerweile wird, wird subventioniert, kriegst du Geld vom Staat. Bevor ich dann nicht Resultate habe, wo mir jemand sagt, 100%ig das funktioniert, würde ich es nicht machen. Allein aus dem Ding, es ist so arbeitsaufwendig und wir machen das zu zweit. Ich sage mal, du würdest dich vermutlich auf den Trecker mit der Hacke dann doch nicht draufsetzen. Weiß ich nicht, vielleicht doch, keine Ahnung, aber egal, wir machen es am Ende zu zweit. Und 700 Hektar, drei, viermal hacken, wir würden zwischen Aussaat und Ernte fast nichts anderes mehr schaffen. Wir müssen unsere Getreide ja auch noch fahren. Wir lagern das ja alles zu Hause. Das wird dann für uns, wir machen es so, dass ich immer im Frühjahr und Sommer verkaufe oder Frühsommer und das ist praktisch unsere Frühjahrs- und Sommerbeschäftigung neben der Pflege und der Saat. Und würde zeitlich einfach nicht passen. Kann ich jetzt wirklich schlecht sagen. Ich will da auch nicht schlecht reden, was vielleicht nicht schlecht ist. Aber es ist ja immer so, dass es hat ja immer alles mehrere Seiten. Das ist es, ja. Bei euch ist die Kombination aus gentechnisch veränderten Pflanzen und dem Glyphosat eine Sache von... Was da ist, weil es gibt nicht viel anderes auf der anderen Seite. Ich habe nicht die große Wahl. Und da ist meine Frage, weil ihr seid da, ihr wirtschaftet da, ihr verdient damit euer Geld, ihr lebt hier. Wie geht es euch mit dieser Art von Abhängigkeit? Wie empfindest du diesbezüglich, Karin? Das beantwortest du mal. Mal? Ja, okay, beantworte ich das. Also ich denke, ich spreche da für uns beide. Wir sind da nicht wahnsinnig happy darüber, dass ich dieses genmanipulierte Zeug da anbaue. Wir machen auch nur genmanipulierten Raps. Wir haben keine andere Frucht weiter, die wir sonst genmanipuliert anbauen. Was soll ich das sagen? Gelernt habe ich sowieso schon, man spritzt so viel wie nötig und nicht so viel wie möglich. Das kostet ja auch alles Geld und mittlerweile kostet bei uns roundup der Liter auch 10 Dollar. Also es ist mittlerweile jetzt auch schon eine Preisfrage. Aber herkömmlichen Raps würde ich sagen, den könnte ich vielleicht einstufen bei 35-40 Dollar für die Unkrautbekämpfung. Das zahle ich zumindest im Getreide. Und ich weiß im Moment nicht, was in Deutschland unsere Kollegen für eine Unkrautbekämpfung in Raps bezahlen. Kann ich jetzt wirklich nicht sagen, weiß ich nicht. Und ich denke, wir liegen so bei 40 Dollar. Das ist A, eine Preisfrage. 40 Dollar wäre gut das Vierfache im Schnitt der 18 Jahre für die Unkrautbekämpfung. Das kostet mich das Vierfache. Und das wäre dann immer noch eine Chemikalie, die ich da drauf spritze. Und ich sage mal, das Zeug, was vor zehn Jahren entwickelt wurde, oder vielleicht jetzt auch gerade neu entwickelt wird, was der konventionelle Bauer, Farmer anbaut. Ich weiß nicht, ob das Zeug so viel gesünder ist. Trinken würde ich es nicht. Weder Roundup noch das andere. Und es gibt da ja viele Dinge, wo dann Leute sagen, uh, krebserregend. Krebserregend ist heute mittlerweile alles. Da gibt es so viele Studien über alles Mögliche, dass man sagt – so habe ich das jedenfalls aufgefasst – die Menge macht das Gift. Und wenn ich von gewissen Dingen einfach zu viel zu mir nehme, dann werde ich wohl irgendwelche Probleme kriegen. Und ich gehe davon aus, dass das bei Roundup nicht so dramatisch ist, wie man es hinstellt. Ich weiß nicht, ob das in Europa so wahnsinnig gut angekommen ist, wie diese Dinge, oder überhaupt, ob es angekommen ist, die Nachricht, wie das in der USA vor mehreren Jahren losging, mit Schadensersatzklagen, weil Leute behaupteten, sie sind von rundab vom Glyphosat krank geworden. Also grundsätzlich ist es ja so, es ist ja ein mega heikles Thema in Österreich. Auf jeden Fall. Zum Beispiel ist Glyphosat, es gibt ein generelles Glyphosat-Verbot, es gibt, wie überall in Österreich, Ausnahmeregelungen, aber lassen wir das mal beiseite. Es ist ein heikles Thema. Natürlich ist das für uns angekommen. Es gibt wissenschaftliche Studien, die nachweisen, ja, es ist krebserregend, aber wie du sagst, die Dosis macht das Gift und es ist eine Frage des Handlings. Das auf jeden Fall auch. Es ist immer ein Trade-off, also ein Kompromiss habe ich gelernt. Das ist ein Geben und Nehmen. Du hast die Wahl im Ackerbau entweder, du machst minimale Bodenbearbeitung, das heißt ohne Pflug, dann wirst du aber ein Herbizid, also ein Spritzmittel gegen Unkraut brauchen. Ne, das nicht unbedingt. Die Bodenbearbeitung hätte damit jetzt nichts zu tun, also zumindest bei uns nicht. Und ich denke, das könnte ich auch auf Europa beziehen. Ich sage mal so, wir haben das über Jahre ausprobiert. Also wir haben viel versucht, wir haben Dinge gemacht, wo man uns hier für verrückt erklärt und alles Mögliche. Da habe ich dann zum Beispiel jetzt im Sommer, im Frühjahr, dass ich mein Land, ich mache es im Prinzip saatfertig im Herbst. Nach der Ernte fahre ich einmal mit einer Scheibenegge drüber, mittlerweile mit so so einer Kurzscheibenegge, Highspeed-Scheibenegge, bearbeitet den Boden vielleicht zwei, drei, vier Zentimeter. Und der lässt zwei Drittel vom Stroh obendrauf, also die Masse der Stoppeln ist noch obendrauf, sodass ich Schutz habe vor der Bodenerosion. Und das gehäckselte Stroh vom Mähdrescher wird damit trotzdem noch halbwegs gut eingearbeitet. Und dann haben wir aber eine Striegel, was früher so im Volksmund eher so die Egge war. Und diese Egge, das ist mittlerweile ein Ding geworden, weiß nicht, 22 Meter breit mit solchen Zinken. Die sind so dick wie mein Finger. Ein Zentimeter, zwölf Millimeter, ich weiß nicht genau. Und die sind gefedert. Und diese Striegel wirkt am Ende doch wie eine Ecke. Ich kann den Druck verändern. Ich kann die so steil stellen, dass ich die im bearbeiteten Boden aus dem Herbst, fünf Zentimeter in den Boden kriege. Und ich behaupte jetzt einfach mal, wenn ich heute mit der Striegel rüberfahre und morgen mit der Seemaschine. Die reißen ja alles, was an Unkraut da ist, raus und das ist weg. Das einzige Problem ist, sollten wir Quäken haben, sollten wir also Quäken ist ein sehr bekämpfbares Gras mit wahnsinnig vielen schwer bekämpfbaren, tiefwurzelnden Wurzeln, da kommt man fast nicht ran, das Zeug wächst immer. Das kriegst du auch mit Roundup nicht wirklich kaputt. Das kriegst du hier bei uns nur kaputt, wenn du einen frischen Aufwuchs im Herbst hast und den spritzt du. Weil dann lagert die Pflanze das Roundup in den Wurzeln ein. Das ganze restliche Jahr über schiebt die Wurzel den Saft in die Pflanze. Das heißt also, das Roundup kommt da unten gar nicht an, nicht wirklich. Das kriegt die Pflanze nicht kaputt. Und das geht hier wirklich nur im Herbst. Und da ist es dann so, dass ich sage, mit der Striegel kriege ich da schon bestimmt zu 90% hin, dass ich schon vor der Saat mechanisch Unkraut bekämpft habe. Ist natürlich das Ding, ich mache keinen No-Till, ich mache Minimum-Till. Und Leute, die jetzt auf No-Till gehen, kann ich nicht sagen, ob die Striegel dann reicht, aus dem etwas härteren Boden das Unkraut zu entfernen. Aber dann habe ich noch die Chance mit der High-Speed-Scheibenegge. Diese Kurzscheibenegge, wo ich dann sehr flach und sehr schnell mitfahren kann. Und die macht mir zu 100% alles, was oben auf dem Acker grün ist, weg. Und mehr macht Roundup auch nicht. Alles, was morgen keimt, ist übermorgen da. Das erwischt Roundup nicht. Und wenn ich mit meiner Scheibenegge rüberfahre, habe ich den Acker nicht schwarz gemacht. Aber ich habe so viel Boden bewegt, dass trotzdem der Acker in dem Moment unkrautfrei ist. Aber übermorgen ist das wieder da. Also es keimt das nächste. Also vor der Aussaat würde ich sagen, und das ist der Unterschied zwischen uns und vielen anderen, ist im Frühjahr vor der Aussaat. Das nennt man hier. Pre-Burn-Off, also vor der Aussaat, Unkraut schon zu spritzen, was gerade so aus der Erde kommt. Denn das hat auch Nachteile und da sind sich viele gar nicht darüber bewusst. Ich kann ein Gras oder einen Flughafer oder einen Weizen oder eine Gerste, was Ausfallgetreide ist vom letzten Jahr, das kann ein Zentimeter, zwei Zentimeter aus der Erde gucken, das kriegt Roundup nicht. Die Blattmasse ist so klein, dass Roundup kriegt diese Weizen, was jetzt, ich sag mal in dem Bestand, wo letztes Jahr Weizen war, wo ich dieses Jahr vielleicht Raps haben will, ich krieg den Ausfallweizen vom letzten Jahr mit Roundup unter Umständen gar nicht kaputt, weil in dem Moment, wo ich drillen muss, und das ist ja bei uns, das ist ja bei uns nur so ein kurzes Fenster, da kommt auch das Ausfallgetreide vom letzten Jahr aus der Erde. Und wenn ich jetzt sage, die Pflanze guckt nach zwei Tagen zwei Zentimeter aus der Erde. Da kann ich mein Roundup drauf spritzen, da passiert nichts. Ich kann auch gedrillten Weizen mit Roundup spritzen, solange der nicht größer ist wie zwei, drei Zentimeter. Passiert nichts. Diese mechanische Unkrautbekämpfung wirkt, solange ich das vor der Aushart mache. Wir sagen hier immer Flasches, wie kann man das nennen? Ein Aufwuchs. Ja, ein Aufwuchs, aber wir haben hier mehrere Auswüchse. Du kannst im Prinzip bei uns sagen, gerade mit dem Flughafer ist bei uns hier eine riesen Nummer, also wilder Hafer. Nach jedem Regen, das muss aber so 10, 15 Millimeter sein, nach so ein bisschen gesprinkelt passiert nichts, Aber nach jedem Regen, wo der Boden richtig schön nass wird, kommt eine neue Welle von Flughafer. Und die kommt auch schon dann, wenn das Getreide die Ähre schon geschoben hat. Und dann kann ich mit Chemikalien dann nichts mehr machen. Aber vermutlich auch nicht mehr mit einer Hacke. Das kann ich aber nicht hundertprozentig sagen. Aber bis dahin kann ich einiges machen. Also die Möglichkeit ist da. Aber ich sage mal, die vielen Leute, die hier jetzt Unmengen an Acker haben, die stoßen dann vermutlich irgendwann an ihre Grenzen. Die sagen dann einfach, es ist einfach bequemer, wenn ich spritze. Ich sage jetzt mal die reine Bequemlichkeit. Aber bis dahin kann man viel machen. Wenn ich jetzt sage, ich kaufe mir eine riesengroße Kurzscheibenegge, die gibt es hier mittlerweile bis 50 Fuß. Ich will jetzt nichts verkehrtes sagen, das sind ungefähr so 12-15 Meter in dem Dreh. Und mit 12-15 Meter und einer Geschwindigkeit von 14-15 Kilometer schaffe ich das ähnlich schnell, als wenn ich mit der Spritze fahre. Ja, es dauert ein bisschen länger, vielleicht 20% mehr Zeit. Ich habe auch ein bisschen mehr Sprit, den ich da durchballere. Das muss man jetzt auch wieder dagegen rechnen. Fahre ich mit der 15 Meter oder 12 Meter Scheibenegge über den Acker und bearbeite meinen Boden, um das Unkraut loszuwerden, habe ich zwar keinen Roundup auf den Acker gehauen, ich habe aber ohne Probleme auf dem 64 Hektar Acker 500 Liter Sprit durchgeballert. Das muss man wieder ins Verhältnis stellen. Gerade heute, wo wir alle vom Klimawandel, CO2, Feinstäuben und all so mögliches erzählen, das ist Bacha und Tapp nicht. Dazu werden wir noch kommen, aber vorher vielleicht noch, um das Ackerjahr abzuschließen. Ihr seht Anfang Mai, der Dünger geht gleichzeitig mit rein, dann wird gespritzt, jetzt habt ihr geraten, deshalb darf ich bei euch sein und ihr könnt euch hier mit mir hinsetzen. Ein bisschen Pause. Wie geht's dann weiter? Wie ist das mit der Ernte und wie arbeitet ihr da auch als Team zusammen, ihr zwei? Wer macht was? Willst du das erzählen? Ja, in der Ernte, er fährt Mähdrescher. Der geht ja vorher schon los, mit dem Rapschwan. Achso, jetzt fängt er schon wieder an. Ja, fehlt ja. Die Ernte kommt ja nicht gleich, da kommt ja vorher noch das Rapschmal. Im August, Ende August meistens, schwadet er den Raps, legt er in Schwad und der trocknet dann vor sich hin und dann fangen wir mit Gerste meistens an, manchmal auch Weizen, kommt drauf an. Ganz, ganz unterschiedlich. Ich sag mal, das kann sein, damals als der Schnee kam, war es der 2. September. Da haben wir am 2. September schon mit der Ernte angefangen, am 10. Kam Schnee. Die Ernte war dann fertig Mitte November. Und Karin, in dieser Erntezeit, ich meine, ihr seid zwei Menschen und es gibt einen Thresher, der ist Trisch, den fährst du. Und es braucht aber auch was, wo das Korn hineinkommt und wo es transportiert wird. Und ich habe diesen, nennt ihr das LKW, nennt ihr das Laster? Ja, LKW, Laster, Truck. Ich werde euch, liebe Zuhörerinnen und Zuseherinnen, dieses Bild liefern, diesen LKW gesehen, diesen Laster, den fährst du. Das heißt, du fährst das Korn weg? Ich fahre es ins Silo rein. Also nur nach Hause? Wir lagern ja alles selber an. Also von den Feldern bringe ich es nach Hause und packe es dann in die Silos rein. Und hinterher fahren wir mittlerweile gemeinsam, weil er fährt nicht gerne alleine. Aber die Strecken sind so weit, das ist ja langweilig. Da kriege ich immer seelische Unterstützung. Und ja, dann fahren wir den zusammen dann halt weg im Frühjahr. Zum Elevator. Dann ist es verkauft, ja. Da habe ich eine Frage. Was passiert denn mit euren Getreide, das ihr produziert? Wer sind eure Kunden und wie läuft das? Also es ist geerntet, okay. Und dann? Wir kaufen das Weltunternehmen. Ja, an der Börse. Ich muss jetzt etwas anders erzählen. Wir dealen direkt mit dem Börsenpreis. Ich sage jetzt zum Beispiel zu unserem Händler hier, das sind also Weltkonzerne, Kagel, Viterra, Richardson Pioneer, Louis-III-Fuß, G3. Ihr habt einen Händler. Könnt ihr euch entscheiden, wann zu welchem Weltmarktpreis ihr kaufen könnt? Ja, alles. Das ist alles in unserer Hand. Also wir machen das in der Regel so. Wann und wie viel, welche Qualität. Das müssen wir ja alles angeben. Also wir geben eine Probe ab und kriegen dann ein Ergebnis, was es für Weizen zum Beispiel ist. Einser, zweier, dreier. Also die Qualitätseinsprüfung, wieviel Protein und Fallzahl und so weiter. Entsprechend wirst du dann bezahlt, das kannst du alles im Internet nachlesen. Ja, das ist aber jetzt ein bisschen anders wie in Deutschland. Also wir setzen uns jeden Morgen hin und gucken uns erstmal von unseren Dealern, die wir hier alle so haben, die ganzen Händler, die Preise an, was jetzt durch die Börse bei denen mehr oder weniger vorgegeben ist. Das ist immer der aktuelle Börsenpreis. Wenn ich jetzt also sage, so wie letzte Woche, hatten wir heute Morgen schon drüber gesprochen, wir wollten unseren letzten Raps verkaufen, dann weckt mich meine Frau morgens um halb sieben und macht Panik und sagt, der Raps ist gewaltig hochgegangen. War gut. Gucken wir mal, so um halb sieben, da hat ja aber noch keiner auf, wo sind die Rapspreise jetzt, was passiert? Und dann habe ich letzte Woche, und das ist das Extreme, tatsächlich gesagt, okay, Preise sind gut, wir verkaufen jetzt den letzten Raps. Habe angerufen und in drei Sekunden stürzte der Raps ab. Also ich war am Telefon, wir machen es nicht selber am Computer, ich kann das auch selber machen. Manchmal machen wir es auch selber, aber... Nein, nein, jetzt aber nicht mit der Börse, das machen wir mit dem Händler. Also das, was wir mit dem Computer machen, das ist direkt beim Händler, das ist nicht an der Börse. An die Börse wagen wir uns nicht so richtig ran, weil das Ding, das ist so schnelllebig alles. Und wir sind auch nicht so die Zocker, ja, da kann man Geld machen, aber da kann man auch Geld verlieren. Das kann richtig gefährlich werden. Ich habe auch mal so Kurse mitgemacht und als ich diesen Kurs gemacht habe, nach drei Tagen, habe ich gesagt, okay, so verkaufe ich meine Treile nicht. Und da habe ich am Ende gesagt, wir machen das nach wie vor über den Dealer. Und den suchen wir uns jetzt entweder den Preis raus, ich kann ja auch Future-Preise nehmen. Ich kann also im Internet sehen, was der Weizen nächstes Jahr im März wert ist. Das machen die doch in Deutschland auch alle schon. Das machen die auch. Aber ich sage mal, wir haben dann immer noch die Möglichkeit, viel dichter an der Börse zu zocken, also zu handeln. Das war der Unterschied jetzt mit dem Henning aus Deutschland, die haben jetzt Ernte drüben. Der Börsenpreis ist da drüben gar nicht mehr interessant. Der Händler kauft im Moment, so wie Henning mir das sagte, für 19 Euro den Doppelzentner, den Weizen. Und der Börsenpreis ist weit, weit aus höher. Die wollen jetzt gar nicht die neue Ernte zu dem Preis kaufen, weil sie genau wissen, das ist jetzt meine Unterstellung, die Bauern müssen ja verkaufen. In Europa sind es relativ wenige, die alles zu Hause lagern. Die meisten, soweit ich die kenne, bei uns im Ort und Nachbarschaft und so, die haben, alle regelrecht in der Ernte verkauft. Es gibt ja auch gar nicht die Lagerkapazitäten. Die meisten haben keine Lagerzahlkapazitäten, aber da ist die Ernte in der Ernte, bis auf die Ausnahme letztes Jahr, immer der schlechteste Weizenpreis. Ja, weil bei Angebot und Nachfrage, da gibt es die meisten... Ja, da kommt so viel rein. Und da haben wir miteinander gesprochen. Da sagte er zu mir am Telefon, wenn ich jetzt auf Martiv Preise gucke, das ist die Börse, glaube ich, in Paris, da war letztes Woche der Weizen auf 23, 24 Euro. Und der Händler in Deutschland hat gesagt, mehr wie 19 ist nicht drin, da kommt ja so viel. Ich zahle dir nicht mehr. Den wirst du gar nicht los für den Preis. Du hast, wenn du es nicht einlagern kannst, de facto Pech gehabt, weil du musst es loswerden. Dann kannst du es für 19 verkaufen. Das heißt, ihr erntet, ihr könnt einlagern. Beobachtet, wie ich verstehe, täglich die Weltmarktpreise an der Börse. Und wenn ihr sagt, okay, das würde so für mich passen, für euch passen, in Ordnung sein, nehmt ihr den Hörer in die Hand und ruft einen Zwischenhändler an, der das dann für, euch weiterverkauft. Der das annimmt. Wir werden ja auch von denen bezahlt, aber zum aktuellen Börsenpreis. Und dann gibt es noch so eine Sache, da kann ich jetzt gar nicht sagen, ob das in Deutschland so läuft. Wir machen dann, also die Future-Preise, das gibt es auch, das kann man in Europa auch ganz normal so machen. Aber dann gibt es noch so eine Sache bei uns, das sind Target-Preise. Und da beobachtest du jetzt einfach mal so den Markt, was passiert da so. Und ein Riesending war die letzten Monate, was macht Putin? Da hat er immer wieder gesagt, ich lasse aus der Ukraine das Getreide nicht raus. Und dann hat er immer wieder diese Deals verlängert. Und jedes Mal, wenn wir kurz vor dem Stichtag kamen, wo nun Putin die Häfen dicht macht oder es doch noch rauslässt, gingen eigentlich regelmäßig die Getreidepreise hoch. Und jetzt hat er nun vor drei Tagen zum ersten Mal gesagt, jetzt ist vorbei, ich lasse da nichts mehr raus. Das heißt, eigentlich gut für euch. Theoretisch gut für uns. Wenn wir noch was hätten. Ich fühle mich da nicht so toll bei, wir haben aber im Moment nichts mehr. Hat aber vermutlich zur Folge, zumindest bei uns, in Europa nicht so, bei uns sind die Preise in Anführungsstrichen explodiert. Allein wegen dieser Nachricht. Der USDA-Bericht war, das ist eine Erntevorhersage aus der USA, weil die sind ja schon am Ernten. Das hat sich so ausgewirkt, deswegen sage ich auch, es ist alles Lug und Betrug. Die Preise bei uns sind explodiert. In Deutschland hat man gesagt, oder in Europa hat man gesagt, Die Ernten werden doch ganz gut. Laut US2A-Bericht ist das ein Grund, damit die Preise runtergehen. Bei uns war es genau das Gegenteil. Deswegen sage ich immer, Börsenpreise, Weltpreise, verabschiedet euch von dieser Idee. Das ist alles Fake. Das gibt es in Wirklichkeit gar nicht. Es gibt keinen Weltpreis, wo du sagen kannst, ich kann jetzt zum gleichen Preis heute in Kanada Weizen verkaufen wie morgen in Deutschland. Wir waren also das ganze letzte halbe Jahr pro Tonne Ja, pro Tonne immer 80 Dollar, nein Euro, 80 Euro über dem deutschen Weizenpreis. Und das ist eine Menge Geld, 80 Dollar pro Tonne. Und dann kommt da in Deutschland oder in Kanada einer an und sagt mir, das sind Börsenpreise oder es sind Weltmarktpreise. Ich weiß nicht, was die da verzocken in den Börsen, was die da so wirklich so machen, aber eine richtige Basis hat das in Wirklichkeit nicht. Das hat auch nicht wirklich was mit Angebot und Nachfrage zu tun. Also bei uns heißt das hier, das kann ich jetzt nicht wirklich beweisen, das weiß ich aus Lesen in der Zeitung, landwirtschaftliche Zeitung oder Internet, dass es heißt, an den Börsen wird mindestens zehnmal so viel Raps und Weizen und Gerste, und Mais gehandelt, wie überhaupt existiert. Und das ist pure Zockerei mit Dingern, die es überhaupt nicht gibt. Und damit werden Preise getrieben oder damit werden Preise auch gesenkt. Und ich vermute mal genau so, wie man das will, aber nicht wie der Markt das will. Dann meine Frage dazu, warum verkauft ihr eure Getreide, euren Raps, nicht direkt wohin? Zum Beispiel rundherum hier in Alberta gibt es viele Feedlots, wo zum Beispiel Rinder gemästet werden. Warum nicht direkt? Kollege habe Futter, was auch immer. Da musst du aber auch Futter haben. Wir peilen ja immer an Qualitätsgetreide zu haben, Backgetreide. Und Gerste hatten wir, Braugerste bislang immer viel. Hat auch in den meisten Jahren geklappt und wenn das mal nicht klappt, dann verkaufen wir die Gerste als Futter. Verstehe, aber warum dann zum Beispiel nicht direkt an die Brauerei an... Doch, das machen wir. Das machen wir. Wie viel Prozent circa? Jahre lang die ganze Gerste. Die ganze Gärste haben wir dann noch. Die ging direkt, also nicht an die Brauerei, die musste an die Melzerei. Das ist eine riesen Melzerei. Und da hast du dann auch keine andere Wahl. Außer Rohr haben wir hier keinen. Das ist die einzige Melzerei. Das heißt, ihr habt dann direkt an die Melzerei verkauft? Direkt an die Melzerei. Wie ist das heute? Was wird am besten verkauft? Könnte ich immer noch. Das könnten wir auch. Könnte ich also immer noch machen. Aber jetzt machen wir es nicht mehr, weil... Wir hatten mit denen so ein bisschen Probleme. Weil? Ja, die haben... Auch das ist wieder so eine Sache. Das sind dumme Unterstellungen, was ich hier jetzt mache. Das gebe ich schon zu. Wir haben Getreide geliefert, Braugerste, wo die Qualitäten hundertprozentig stimmen. Das war alles okay. Und offenbar, die stechen dann ja von oben in den Laster rein und holen vorher Proben raus. Und jetzt hat man bei uns im Laster einen vertrockneten Käfer gefunden. Der kam mit dem Mähdrescher ins Getreide. Den konnte ich in die Hand nehmen und so machen, da war der weg. Das war das Mehl. Und daran haben die festgemacht, das machen wir nicht. Da ist Insektenzeug drin, nehmen wir nicht an als Braugerste. Da wollten die uns lediglich, so stelle ich das heute dar, ihre Macht demonstrieren. Weil wir haben dann, da gibt es noch einen Laden, Kanada Malting, aber da haben wir hier keinen Elevator. Da haben wir uns erkundigt und haben gesagt, das ist überhaupt kein Problem. Das kannst du gar nicht verhindern. Ich kann nicht verhindern, dass irgendwelche Käfer mit in den Mähdrescher kommen. Ich sag mal, wenn ich jetzt einen Insekt im Silo hätte, es gibt da so gewisse Getreideschädlinge, den Kornkäfer zum Beispiel, das ist eine andere Nummer. Da schicken die dich überall zurück und sagen, das Zeug nehmen wir nicht an. Aber ein vertrockneter Käfer aus der Ernte, der geht überall durch, der landet, ich sag mal, mehr oder weniger im Brot, der landet mehr oder weniger in einer Braugerste und die wollten einfach nur mehr oder weniger so ihre Macht demonstrieren. Macht immer schön, was wir sagen, weil jetzt schicken wir euch mit der Ladung nach Hause. Und dann bin ich direkt zum nächsten Elevator gefahren, das war 120 Kilometer von hier. Für die Menschen in Europa, was ist denn Elevator? So eine Getreideannahme, wo ich also Marktgetreide für die Welt verkaufen kann. Und hab dann gesagt, weil zu der Zeit hatten wir wirklich nur Braugerste, wir hatten keine Kontakte zu irgendwelchen Mestern. Und da habe ich gesagt, okay, der Futtergerstenpreis an dem Tag war gut. Und da habe ich gesagt, jetzt fahren wir direkt zum nächsten Elevator und verkaufen den zum Tagespreis. Dann habe ich erst mal gar nichts gesagt. Ich habe also den Leuten gesagt, wie sieht das aus, kann ich zum Tagespreis hier heute sofort eine Gerste bringen, lass das, steht da. Und da haben die gesagt, kein Ding, wir nehmen Probe und dann kriegst du jetzt den aktuellen Börsenpreis. Ich sage, ja, alles klar, passt, machen wir. So, dann habe ich jetzt nichts weiter erzählt, dann haben die Probe genommen, er macht da seine Probe, alles schön. Und dann habe ich zu ihm gesagt, ich sage, dir ist jetzt an unserer Gerste nichts aufgefallen. Er sagte, was hätte mir auffallen sollen? Er sagte, wir haben da irgendwelche Käfer drin. Irgendwelche vertrockneten Käfer, ich weiß jetzt auch den Namen nicht. Bei der Melzerei haben die uns genau gesagt, was das für ein Käfer ist. Getreidelaufkäfer, was der Geier, irgendwas. Das ist ein ganz normaler Käfer, den es zu Millionen auf jedem Acker gibt. Und den kannst du nicht verhindern, dass der mal irgendwie mit uns Getreide kommt. Und da sind das dann so Dinge gewesen, da habe ich gesagt, ja, die bei der Melzerei haben mir gesagt, der und der Käfer da drin, Das war für die ein Grund, uns nach Hause zu schicken. Deswegen bin ich jetzt hier. Ich habe aber mit dem Elevator schon länger gedealt. Die kannten uns. Überhaupt kein Problem. Kannst du doch gar nicht verhindern. Wir kaufen die und alles ist schön. Was machst du denn für Gedanken? Ich sage, ich mache mir gar keine Gedanken. Ich wundere mich nur, warum ich jetzt 20 Kilometer weiter meine Braugerste nicht zum Braugerstenpreis verkaufen konnte. Weil die Braugerste kostet in der Regel, ich weiß nicht, wie es heute ist, zwei, drei Dollar mehr. Das ist dann pro Laster ein Unterschied von 2000 Puscheln, 5.000, 6.000 Dollar. Und da habe ich am Ende gesagt, ich sage mal ganz ehrlich, wo ist das Problem? Und da sagte, selbst der, der unser Getreide getestet hat, der ist kein Ankäufer, das ist also wirklich jemand, der den ganzen Tag nichts weiter macht, wie Getreide testen. Die sind dafür geschult. Und die Testerei ist bei uns eine ganz andere Nummer, wie in Europa. Die gehen hier auf Dinge zurück, da redet in Europa keiner drüber. Also ich sage mal, die Qualitäten, die wir liefern und was die beanstanden können, sind am Ende höher und die sind auch. Es gibt auch mehr Gründe, Qualitäten rauf oder runter zu kalibrieren. Hier geht es zum Beispiel bei unserem Weizen, der heißt ja Hard Red Spring, da geht es auch gewaltig nach der Farbe. Da kann ich eine hohe Fallzahl haben, da kann ich einen hohen Proteinwert haben, da kann ich ein ganz tolles Getreide haben. Aber hat dieser Weizen, sage ich mal, 10 Millimeter Regen gesehen, dann wird diese rote Farbe so ein bisschen blass ins Gräuliche rein. Das ist ein Grund, eine Qualitätsstufe weniger bezahlt zu bekommen. Da redet in Europa niemand darüber. Und ich sage mal, diese eine Qualitätsstufe, die macht dann auch ein bisschen was aus. Aber das Mehl ist hinterher weiß, hat so und so viel Protein, hat so und so viel Fallzahl, hat also mit anderem Weizen, der nicht so schön rot ist, überhaupt keinen Unterschied. Das macht für uns schon einen Preisunterschied aus. Und das sind dann so Dinge, wo er dann sagt, die wollten euch wirklich nur ihre Macht demonstrieren. Die haben jetzt bei euch den Käfer genommen. Die hätten genauso gut sagen können, das haben wir schon oft genug erlebt, die Gerste oder der Weizen hat Frost gekriegt. Und dann sagst du hinterher zu dem, Frost ihr kriegt. Wir hatten gar keinen. Egal, der hatte Frost. Aber wie ist es denn heute bei euch? Wie viel Prozent handelt ihr über den Weltmarkt von dem, was ihr erntet? Und wie viel direkt an zum Beispiel eine Metzerei oder was auch immer? Vielleicht ein Drittel. Denen wir direkt so an Fiedlotz. Metzerei machen wir nicht mehr, weil den Ärger tue ich mir nicht mehr an. Die Gerste geht auch. Die Gerste geht jetzt mittlerweile in Fiedlotz. Das ist also ein gutes Drittel. Wir haben im Moment nur eine Dreierfruchtfolge. Wir haben Weizengerste Raps und die Gerste geht dann als Feedlot. Solange wir kein Qualitätsweizen haben, würde der jetzt auch ans Fied. Also wenn wir keine Qualität kriegen, wir kriegen Futterweizen, das kann ich ja nicht Gitarre. Beeinflussen. Das ist nicht unbedingt ein Sortenproblem. Also wenn hier jetzt, sage ich mal, Ende August ein Frost kommt, dann ist mein Weizen Futtergetreide. Und dann verkaufe ich den auch als Feedlot für Futtergetreide. Da haben wir aber immer noch einen Broker zwischen, weil diese Leute wollen mit dir eigentlich direkt nicht dealen. Das sind also Leute, die haben 100, 150.000 Rindviecher. Da kommt nicht einfach mal ein Farmer auf den Hof und sagt, ich will euch drei Ladungen Weizen verkaufen. Da ist noch ein Broker zwischen, der das für die regelt. Und der verdient halt auch noch dran. Unter anderem sind das auch drei, haben wir auch schon gehabt. Haben über einen Broker verkauft, bis es beim Fiedlot war, haben drei dran verdient. Ja, fair enough. Ja, das sind dann so Sachen, und das scheint es wohl in Europa, glaube ich, so gar nicht zu geben. Nein, tatsächlich nicht. Also nicht in Österreich und Deutschland. Ja, das denke ich auch. Aber ich war jetzt durchaus in der Landwirtschaft hier unterwegs. In den letzten Wochen war ich mit vielen kanadischen Farmern zusammen, aus unterschiedlichen Herkünften. Teilweise Ursprung Deutschland, Großbritannien, wo halt alle Kanadier, die halt hier jetzt so sind, wenn sie nicht die UN-Wohner, die Indianer sind, so herkommen. Und wenn ich dort das Wort Sustainability, also Nachhaltigkeit, in den Mund nehme, ich habe gemerkt, da macht man sich nicht wirklich große Freunde. Dann kriegen die Gänsehaut. Warum ist das so? Von meinem Gefühl her. Die Kanadier in dem Sinne sind ja alles eingewanderte Leute. Aber das sind Leute, die sind vor drei, vier Generationen eingewandert. Die große Masse eingewandert. Wir sind vor 20 Jahren gekommen. Da kam noch mal so eine Riesenwelle vor um die 30 Jahre. Und davor war es, glaube ich, lange tot. Und seitdem ist auch nie wieder so eine Riesenwelle gekommen. Also das sind alles Leute, die jetzt irgendwann mal gekommen sind, vor Generationen, zu vielleicht 80 Prozent, ich weiß es nicht genau. Und diese Leute, die haben einfach, die denken nicht wie in Europa. Warum? Was man in Deutschland uns oder in Europa uns aufdrückt, sage ich jetzt mal, mehr oder weniger der Zwang für den Umweltschutz. Das Umweltbewusstsein ist ja noch nicht so weit. Das ist einfach nicht da. Noch gar nicht. Also es gibt auch Leute, die machen den Ölwechsel auf dem Acker. Schraube auf, Schraube rein. Öl weg. Stellen die keinen Eimer drunter. Meine Frage dazu, weil ich meine, ihr seid ja die Ersten als Bauern, als Farmer, die es betrifft, wenn das Wetter scheiße ist, wenn es sich die ganze Zeit ändert, de facto unterm Strich, wenn sich das Klima ändert, seid ihr die Ersten, die es spürt, warum, hat da keiner ein Bewusstsein dafür? Ich glaube, über diesen Klimawandel denkt hier kaum einer nach. Mit jedem, mit jedem, wo wir hier sprechen, habe ich so den Eindruck, Klimawandel, Umweltschutz, dann geht die überhaupt nicht. Du merkst ja an deinem Boden, an der Bodenqualität, am Hummus, an dem es dem Boden geht, was wächst und wie es wächst. Und das ist ja am Ende des Tages unterm Strich doch einfach auch eine Geldsache. Ich glaube bei der großen Menge nicht. Bei der, großen Menge kommt das irgendwie noch gar nicht an. Das geht eben im Großen unter. Und das ist der Riesenunterschied vermutlich zu Westeuropa. Ich sage mal, was in Westeuropa einen Betrieb ans Ende bringt, da haben die hier noch ganz viel Luft. Du kannst dir hier Fehler leisten, die du in Europa einfach nicht leisten kannst, durch die schiere Größe der Farm. Also du hast Mengen, die reinkommen, wo ich dann sage, wenn da in Deutschland einer nicht aufgepasst hat beim Düngerstreuen, was soll ich jetzt sagen, ganz doof gekommen, er hat den Düngerstreuer verkehrt eingestellt und hat wirklich nicht gemerkt, dass er nur die Hälfte gestreut. Hat. Schwer vorstellbar, aber es könnte vielleicht passieren. Das ist hier eine andere Nummer. Das fällt hier gar nicht ins Gewicht. Also in den Mengen. Der hat dann am Ende vielleicht ein Drittel weniger geerntet, aber wenn der bei 3000 Hektar ein Drittel weniger geerntet, ein Drittel vermutlich noch nicht mal, oh ja, schlecht gelaufen. Ist da irgendwas schief gelaufen. Das heißt, hier rundherum, es brennen die Wälder, das Wetter ist extrem und keiner denkt dran, was das für einen Ursprung haben könnte. Na, ich will nicht sagen keiner, aber ich sag mal, die Waldbrände hier, das ist eine die kennen die seit Ewigkeiten. Da hat von Klimawandel noch gar keiner geredet. Da haben, hier die Wälder schon immer gebrannt. Wir hatten letzte Woche ein gutes Video gesehen, habe ich jetzt leider nicht zur Hand. Da sind letzte Woche in BC oder Alberta, weiß ich nicht, 200 neue Feuer in Gang gekommen. Und diese 200 Feuer, da geht man von aus zu 100 Prozent, alles Blitzeinschläge. Also da ändert auch der Klimawandel nichts dran. Die Gewitter gab es schon Gut, es werden heute vielleicht mehr, es gibt ein paar mehr Gewitter. Aber die meisten Feuer sind nicht, ich habe das im Internet auch gelesen, wo man dann schreibt, Brandstiftung, ich glaube nicht wirklich, dass da irgendein Idiot durch die Welt geht und legt da 500 Feuer. Die Masse ist, glaube ich, auf Blitzeinschlag zurückzuführen. Das habe ich so auch recherchiert. Tatsächlich ist der Unterschied zu früher, also Klimawandel und kein Klimawandel, dass es insofern extrem ist, ist, als dass es so trocken ist. Das stimmt. Weil sich eben das Klima ändert, dass diese Waldbrände so außer Kontrolle geraten, wie sie es heuer tun. Naja, jetzt muss man aber dazu sagen, unser Klima hier ist insgesamt extremer wie in Europa. Ich sag mal so, von Dürre will ich jetzt nicht reden, das kriegen wir vielleicht alle 20, 30 Jahre mal, aber auch das gab es schon immer. Wie gesagt, wir kamen damals in 2005, 2002 und 2003 war hier kaum ein Medrischer draußen. Und ich sag mal so, die große Masse tut das damit ab, das ist nicht Klimawandel, das ist Wetter. Und ich sag mal, dann kommt ja noch dazu, und da stehe ich auch zu, das sage ich ganz offen, ich sage jetzt nicht Klimawandel ist Wetter, aber das Klima hat sich auch schon immer gewandelt. Und das hat sich jetzt vielleicht in den letzten 20, 30, 40 Jahren durch den menschlichen Einfluss noch ein bisschen extremer gewandelt. Ich weiß nur nicht, ob es wirklich so ist, das redet man uns so ein, Aber wenn ich im Internet unterwegs bin, finde ich auch genauso viele Wissenschaftler, die uns das Gegenteil erzählen. Nur, die sieht man nicht in den Nachrichten, die werden von der Politik nicht unterstützt. Und ich sage mal ganz klar, das ist mittlerweile wohl bewiesen, dass Forschungsergebnisse wo auch immer auf der Welt, zumindest in der westlichen Welt, von der Politik gekauft werden. Das ist wohl mittlerweile erwiesen. Und wer das abstreitet, ich glaube, der sollte mal genau gucken, was da so läuft. Man kann sich ja immer überlegen, follow the money, also wenn man dem Geld folgt bis zum Ursprung und weiß, womit was finanziert ist, dann weiß man auch, was läuft. Grundsätzlich in Europa, Gott sei Dank, noch ist Wissenschaft so, dass sie unabhängig ist. Sind sie wirklich so unabhängig? Durchaus. Ich bin eine Wissenschaftlerin aus meinem Beruf, aus meinem Ursprünglichen. Also es gibt schon Studien, denen man sagen darf. Ja, mit Sicherheit sind da einige bei. Und dass der Klimawandel da ist. Nein, Klimawandel ist mit Sicherheit da. Das streite ich auch nicht ab. Nicht, um damit zu diskutieren, was aber auch spannend ist. Du hast das vorher angesprochen und wir haben immer wieder darüber geredet, während wir so über die Felder gestriffen sind und ich immer wieder gefragt habe, naja, warum jetzt das mit dem Gen manipuliert oder warum spritzen wir, warum machen wir das? Ich habe ja dem Stefan und der Karin gestern schon Löcher in den Bauch gefragt. Geht noch. Geht sich auskennen. Ich höre die ganze Zeit, und das ist hier genau dasselbe wie bei uns, ob es jetzt Österreich oder Deutschland oder ganz Europa ist, von allem, was mit Landwirtschaft, zu tun hat, von jedem Bauern, von jeder Bäuerin, von den Interessensvertretungen, wir müssen die Welt ernähren. Das war ja auch mal. Hier glaubt man, dass er, als zum Beispiel in Österreich, weil hier einfach Flächer nicht vorhanden sind, die das rechtfertigen, diese Aussage. Zur gleichen Zeit, und das hast du gestern angesprochen, schmeißen wir ein Drittel von, dem weltweit, jetzt gesehen, ein Drittel von dem, was wir in Lebensmitteln produzieren, um es in euren Worten zu sagen, kloppen wir in die Tonne. Wie geht sich das dann aus? Wie steht ihr da dazu, Karin? Wenn ich dir das so erzähle, wie denkst du darüber? Weil auf der einen Seite sagst du, okay, wir müssen die Wälder nennen, auf der anderen Seite schmeißen wir so viel weg. Ist es dann wirklich das? Wie geht es dir damit? Ja, also ich denke mal, es ist eine Schande. Es ist traurig und ... Es muss eigentlich auch weitergegeben werden an die nächste Generation und die nächste Generation. Und eigentlich ist es irgendwie, ja, nach unserer Generation irgendwie nicht weitergegeben worden an die anderen, dass man da ein bisschen sorgsamer mit umgeht. Ja, vor allem... Wir hatten noch Großeltern, die gehungert haben. Ja, und das, was auf den Teller kommt, wird aufgegessen. Und wenn nicht, dann tust du dir nicht so viel auf und so. Mhm. Speziell hier ist es halt so... Die haben ja gar keinen Bezug zu... Ich weiß es nicht. Also der Teller wird sich immer sehr voll getan und es wird immer viel weggeschmissen. Also die Masse hat hier wirklich keinen Bezug dazu. Die haben ja auch noch nie gelitten hier. Hier hat noch nie ein Krieg stattgefunden. Da gab es mal die Dirty Thirties. Ja, da werden ein paar Leute gelitten haben. Aber Erste, Zweite Weltkrieg hat sich ja hier nicht abgespielt. Und davor gab es hier nicht viel. Und das sind dann so Dinge, wo ich dann sage, nein, das ist eine Schande. Also die westliche Welt schmeißt statistisch 54 Prozent weg von erzeugten Lebensmitteln. Lebensmittel. Da ist das noch nicht mal bei, was nicht zur Ernte kommt. Das ist schon verarbeitet, das hat richtig Geld gekostet. Aber scheinbar lohnt es sich das für gewisse Gruppen, Firmen, die weltweit agieren, so zu produzieren, obwohl die Hälfte fast in die Tonne geht. Und jetzt natürlich ist es so, dass manche Länder in der Welt sich nicht von dem, was sie dort produzieren, an Lebensmitteln selber versorgen können. Deshalb gibt es ja Import und Export. Das ist Kanada ein riesen Landwirtschaftsexporteur. So riesig sind wir gar nicht. Ukraine und Russland ist größer. Die machen mehr noch. Aber es geht schon was hier. Und es wird einfach viel exportiert, weil ihr seid ja nur 40 Millionen in Kanada. Das können wir nicht alles essen. Ist das echt wenig? Das könnt ihr nicht alles essen. Und ich stelle mir eben die Frage, warum diskutieren wir immer noch darüber oder sagen wir müssen die Wälder nähern, wir so viel wegschmeißen. Das ist immer das, wo sich in mir sowas von... Sag ich jetzt mal ganz einfach, das ist meine feste Überzeugung, weil wir von der Politik verblödet werden. Die Politik könnte es doch ändern. Wir könnten doch die Lebensmittel erstmal diese Zockerei abschaffen und dann sagen, wir müssen jetzt, wie auch immer, in Frankreich geht man ja voraus. Da wird zum Beispiel schon mal kein Brot mehr weggeschmissen. Und ich sag mal, das könnte die Politik ändern. Aber die fangen doch am verkehrten Ende an. Die wollen doch uns eigentlich dazu zwingen, dass wir sehr umweltfreundlich produzieren und dann vermutlich mit der Produktion runterkommen und dann hoffen, das ist meine Überzeugung, dass dann aus der Not raus weniger weggeschmissen wird, weil vielleicht für gewisse Menschen dann das Lebensmittel nicht mehr erwerbbar ist, weil das Einkommen gar nicht da ist. In vielen Ländern auf der Welt ist das heute schon so. Wie müsste man es aus deiner Perspektive aus angehen? Ich sage jetzt mal so, viele Dinge sind richtig, was die Politik macht. Wir kriegen das hier jetzt auch, dass man Stickstoffmengen begrenzt. Also wir dürfen in Zukunft, ich weiß nicht, wann das hier genau stattfindet, aber man redet drüber, in Deutschland, Europa ist das schon so, Stickstoffmengen werden begrenzt und ich gehe auch davon aus, dass Stickstoff, Phosphor, Kali, Kali vielleicht nicht so, aber Phosphor, das sind alles endliche Dinge, die gehen uns irgendwann aus. Und wir brauchen doch, glaube ich, mehr eine Kreislaufwirtschaft. Also dass wir hier keine 700 Hektar rein Ackerbau hätten, sondern vielleicht 400 Hektar Ackerbau, 300 Hektar Futterbau und dann irgendwie eine gewisse Menge an Viechern noch hätten und dann Mist und Gülle auf den Acker fahren als unseren Dünger. Und ich sag mal, das hat man uns aber ja auch alles abtrainiert und das hat auch die Politik und die Wirtschaft gemacht. Man hat uns ja gedrängt, sich zu spezialisieren. In meiner Zeit, als ich ausgebildet wurde, da haben die jetzt in der Schule klipp und klar gesagt, spezialisiere dich auf ein vernünftiges Ding und zieh das ganz groß auf, ansonsten gehst du unter. Das war alles so gewollt, aber es gibt heute keiner zu, dass das verkehrt war. Und ich sage mal, wenn ich das heute sehe, meinetwegen können die sofort sagen, wir grenzen den Stickstoff ein, meinetwegen um 30, 40 Prozent, weil wir schmeißen ja zu viel weg. Wir brauchen lange nicht so viel erzeugen, wenn damit vernünftig umgegangen wäre, wenn, es beim Verbraucher ankommt und dann am Ende hoffentlich noch zu einem Preis, den der Verbraucher sich leisten kann. Und das sehe ich gerade über die Wupper gehen. Da kommt irgendwann der Tag, an dem viele Verbraucher sich das nicht mehr leisten können. Aber man will ja auch von der Politik wohl, wir sollen es uns auch nicht mehr leisten. Man will ja für mich entscheiden, ob ich jeden Tag ein Steak esse oder nicht. Ich brauche nicht jeden Tag ein Steak, keine Frage. Aber das entscheide ich selber. Dafür brauche ich keine Politik. Und der, der meint, der brauche es jeden Tag, der soll das meinetwegen machen. Apropos, zwei Dinge zur Politik, bevor ich zur Zukunft komme. Weil das gerade auch angesprochen ist, es passt super. Die kanadische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 die Düngemittel um ein Drittel zu reduzieren. Heeres Ziel. Heeres Ziel. Wie steht ihr da dazu? Vollkommen in Ordnung. Sollen sie meinetwegen machen. Solange der Rest, der nach uns kommt, da mitzieht, wir immer noch vernünftig bezahlt werden. Weil ich sage jetzt mal ein Drittel weniger Dünger, ein Viertel weniger Ernte. So grob geht das. Ich meine, das müsste man jetzt vielleicht genauer ausrechnen, aber es würde so reichen. Wenn danach alles so läuft, ich produziere jetzt ein Viertel weniger und ich sage mal, ich hätte jetzt mit einem Viertel weniger an Einkommen auch gar nicht das Problem, aber. In Europa gibt es Betriebe, die haben dann ein Problem. Die können sich ein Viertel weniger Einkommen nicht leisten. Ich könnte jetzt glatt noch sagen, ja okay, das funktioniert noch, dann kaufe ich halt den Mähdrescher drei Jahre später oder was auch immer. Das ist alles kein Ding. Wir schonen damit die Umwelt, da stehe ich vollkommen hinter und ich würde auch nicht wenn ich nicht müsste. Wenn das Unkraut nicht alles überwuchern würde, was mir dann die Ernte nimmt, würde ich es nicht machen. Und wenn ich jetzt wirkliche Alternativen hätte, sprich diese Einbürgerkacke, hat sich im Moment noch nicht so durchgesetzt. Und ich kenne Leute, die kenne ich jetzt wirklich, das sind keine Fakes, die sagen, wir haben Bio lange genug gemacht, wir geben auf, wir gehen wieder ins Konventionelle. Damit schaffen wir es nicht. Und das mag jetzt sein, dass vielleicht auch manche Betriebsleiter das nicht so auf dem Helm haben, dass das irgendwie nicht so funktioniert, wie es funktionieren sollte. Vielleicht menschliches Versagen irgendwo. Das kann ich jetzt nicht beurteilen. Will ich auch gar nicht beurteilen. Aber solange es dann irgendwann eine richtige Alternative gibt, wäre ja alles gut. Aber die erste Alternative wäre doch, diese 54 Prozent gar nicht wegschmeißen. Wir hätten von heute auf morgen keine hungernde Gesellschaft mehr. Es würde keiner mehr verhungern. Wir könnten weniger produzieren. Wir könnten weniger produzieren. Wir verbrauchen weniger Rohstoffe. Wir versauen weniger die Luft. Wäre ja alles kein Ding. Ich sage dir jetzt mal ein Beispiel. Ich weiß nicht, ob das um die Welt gegangen ist. 2012, 13. Als die Folge von dieser Weltwirtschaftskrise da mit der Bankenpleite und diesem ganzen Mist, sind ja damals auch mal die Getreidepreise explodiert. In der Zeit waren bei uns normale Weizenpreise, ich glaube 6,50 Dollar, vielleicht 7. Und dann gingen die aber hoch auf 8, 9 Dollar. USA sind gewaltig hochgegangen. Da haben kanadische Farmer angefangen und wollten ihre Ernte in der USA verkaufen. Damals hatten wir noch das Wietbord, also diese Kontrollstelle, wo die Regierung praktisch der einzige Monopolist war, um Weizen zu exportieren. Und da haben Bauern gesagt, es kann nicht angehen, dass wir hier für acht Dollar Weizen verkaufen. Und soweit ich das jetzt in Erinnerung habe, und ich hoffe, dass das stimmt, haben die da unten 20 bis 24 bekommen. Da haben die Farmer relativ dicht an der Grenze gesagt, wir fahren unser Zeug über die Grenze und verkaufen unser Zeug da. Weil es kann doch nicht sein, dass wir hier ein Drittel weniger kriegen wie gleich hinter der Grenze. So viel zu Welthandel. Und das haben Leute gemacht, die wurden dafür eingesperrt. Die haben die Farmer an der Grenze, musste ja eh anhalten, das war vielleicht noch halbwegs legal, dass die rüberfahren wollten, aber die haben klipp und klar gesagt, von Kanada aus, wir als Regierung haben das Monopol auf den Weizenexport. Und ihr habt nicht in die USA zu fahren. Die haben Farmer damals eingesperrt. Und jetzt kommt dazu noch ein Ding dahinter, wo diese Preise dann so explodierten und man den Markt hier durch das Government, sage ich jetzt mal, durch die Regierung unter Kontrolle hatte und die USA, die macht eigentlich sowieso, was sie wollen, die halten sich eigentlich an gar nichts. Und da ist dann so ein Ding passiert, dass Länder, die traditionell Importeure waren für kanadisches Brotgetreide, sind an die Regierung herangetreten und haben gesagt, selbst bei euch in Kanada sind mittlerweile die Preise so teuer geworden, wir können nicht mehr kaufen. Wir müssen die Leute hungern lassen, ihr müsst alles dafür tun, dass die Preise runtergehen. So was siehst du aber morgen nicht in der Frankfurter Zeitung. Das hat hier aber in den landwirtschaftlichen Zeitungen die Runde gemacht, dass es also wirklich hieß, hier stellt euch darauf ein, ihr werdet die Preise aus der USA nie kriegen und wir haben sie auch nie gekriegt. Das waren teilweise, wenn es denn stimmt, ich habe ja da unten kein Weizen verkauft, waren es dreifache Preise. Und wenn es nur das Doppelte gewesen wäre. Ich sage mal, damit kannst du Teile der Welt aushungern, indem einfach nur der Preis hochgeht. Apropos, das ist jetzt etwas, wo ich noch darauf kommen muss, weil das glaube ich auch ein großer Unterschied zwischen EU und Nordamerika ist, wir haben Agrarförderungen mit dem Ziel, dass sich die Menschen immer Lebensmittel zu halbwegs okayen Preisen leisten können. Das heißt, was du nicht verdienst als Bauer am normalen Arbeitsplatz, wird dir subventioniert von Staat bzw. EU. Das ist hier nicht so. Es gibt hier de facto nicht wirklich Förderungen in der Art. Das heißt, ihr müsst alles, was ihr verdient, über den Weltmarkt führen. Ja, der sogenannte Weltmarkt. Ich sage mal, wir haben Förderung, hatte ich ja gestern schon gesagt, für unsere Versicherung. Und das halte ich auch für Europa, für den einzig gangbaren Weg. Macht den europäischen Bauern eine Versicherung auf Ernteausfall. Warum auch immer der Grund ist, spielt gar keine Rolle. Aber das ist heute alles so teuer, das kann ein Betrieb, gerade wenn er relativ klein ist, der kann das nicht schlucken. Und wenn es die Preise nicht mehr hergeben, dann macht es keinen Sinn und ich glaube, da rede ich vielen Leuten aus der Seele, dass man mit Subventionen noch nie die Wirtschaft gerettet hat. Weder die Landwirtschaft noch irgendeine andere. Da gibt es ja in Europa heute diese, ich weiß gar nicht wie sie die nennen... Vampirbetriebe oder so ähnlich, die faktisch pleite sind, die vom Staat durch Subventionen am Leben gehalten werden. Nicht nur durch die Landwirtschaft, gibt es auch in der Industrie. Da reden genug Leute von, dass im Schnitt 18% der Betriebe in so einem Wirtschaftskreislauf pro Jahr pleite gehen und dafür kommen neue, bilden sich neue und das muss auch in der Landwirtschaft so sein. Man kann nicht am Ende die Betriebe päppeln, wenn es die Zeit nicht mehr hergibt, dass. Das einfach nicht mehr geht. Ich meine, ich kann mich ja auch an Zeiten erinnern, wo wir von 25 Hektar gelebt haben, und 15 Kühen. War ja alles toll, geht aber heute nicht mehr. Da kann ich aber nicht versuchen, die Zeit festzuhalten, indem ich Steuergeld, sage ich mal, verschwende und sage, da werden die subventioniert. Ich sage mal, so in Gegenden wie Österreich und die Schweiz, wo wir heute Morgen gesprochen haben, wo die mit ihrem Handmäher da am Hand lang mähen. Keine Frage, die sollen da Subventionen haben, weil diese Leute, die haben 20, 30, 40 Hektar, die haben Handarbeit, die ich schon gar nicht mehr kenne. Die haben mit der Sense gemäht und habe ich nie gemacht. Dass das gefördert wird, sehe ich vollkommen ein. Das ist ja am Ende auch Naturlandschaftsförderung. Aber dass Agrarbetriebe in Osteuropa mit Tausenden von Hektar wie hier gepäppelt werden mit 200 Euro den Hektar, das ist eine Schande für den Steuerzahler. Und dass da der Steuerzahler nicht auf die Barrikaden geht, wundert mich. Man liest und hört ja oft, Landwirtschaft in Europa, also in der EU, ist hauptsächlich immer noch durch die gemeinsame Agrarpolitik die erste Säule, das heißt nach Fläche, gefördert. Das heißt, je größer, desto mehr Kohle. Übersetzt. Wie war denn das für euch, ihr seid ja auch aus Europa, Deutschland, mit Förderungen, mit Fördersystemen hierhergekommen, wie war da für euch die Umstellung? Da gab es keine Umstellung, es war halt so, es gab keine Umstellung. Und es kam hier dazu, unser Betrieb war auch mal zehnfach größer. In Deutschland, das Eigenland, waren 35 Hektar, hier waren es über 400. Ich sage mal, hier macht es allein auch schon die Masse. Und ich denke mal, wenn du auf der Welt bestehen willst, musst du diesen Lauf so lassen. Du kannst jetzt für dein Land sagen, ja, wir machen hier Streichelzoo und Blumenwiese, alles toll. Da muss man aber auch von der Regierung so fair sein und sagen, in Zukunft mit dem Mercosur-Abkommen kommt unser ganzes genetisches verändertes Lebensmittel aus Südamerika. Die wollen ja heute noch nicht mal von Kanada was haben. Und die Zukunft wird sein, dass es aus Südamerika kommt. Und was machen wir da? Wir machen die Augen zu und denken, es wird schon gut gehen. Apropos Zukunft, du hast mir gerade das perfekte Stichwort geliefert. Ich habe jetzt von euch gehört, wie ihr hierher gekommen seid, was passiert ist, wie viele Hektar es mal waren. Ihr habt jetzt schon um die Hälfte reduziert. Ich habe von euch gehört, ihr seid in den letzten Jahren immer über den Winter, wo hier halt Schnee ist und sonst nix in Deutschland gewesen, ihr habt eine Tochter, macht die hier weiter? Die will das nicht weitermachen, die hat allerdings auch gesehen, was wir so über die Jahre hier für Stress hatten. Ich sag mal, das hört sich jetzt immer toll an, ein halbes Jahr Winterurlaub und große Maschinen, große Fläche, nettes Einkommen, alles ganz schön, aber da gibt es auch noch andere Dinge. Es gibt auch noch schlaflose Nächte, wenn die Gewitter ansagen und man glaubt, dass die Ernte morgen weg ist. Es gibt auch noch schlaflose Nächte, das waren die ersten zehn Jahre, wo wir viele Schulden hatten. Da hat uns niemand um nichts beneidet, im Gegenteil, da hat man uns ausgelacht, dass wir im Mobile Home wohnen. Und heute, wo du dich da durchgearbeitet hast, und da hat uns niemand was geschenkt, aber ich muss auch dazu sagen, wir hatten auch viel Glück. Glück hatten wir schon dabei. Trotz der dreieinhalb Ernten, die wir verloren haben, hatten wir trotzdem noch genug Glück. Und das hat am Ende dazu geführt, dass unsere Tochter auch gesehen hat, hey. Das macht was mit einem Menschen. Also, das kann ich dir gar nicht beschreiben. Das ist ein Risiko, das hatten wir nicht auf dem Schirm, als wir gekommen sind. Das haben wir hier erst gelernt. Wir wussten, hier wird es im Winter kalt. Wir wussten aber nicht, dass es 45, 50 Grad Minus werden. Wir wussten auch, es gibt im Winter Schnee und der Winter ist lang. Aber wir wussten leider auch nicht, dass der Winter sechs Monate lang wird. So gut haben wir uns leider nicht erkundigt, sage ich mal. War teilweise unsere Schuld, hätte man wissen können. Und da muss ich sagen, das, was diese 19 Jahre, es werden noch locker 20, so mit uns hier gemacht haben, das ist einfach das Versagen. Ja, man kann hier Geld verdienen, man kann hier erfolgreich sein, alles toll. Aber das ist auch nicht das Leben. Das macht viel aus, wenn die ganze Familie mitkommt. Wenn jetzt, was weiß ich, Eltern oder Geschwister oder irgendwer noch mitgekommen wäre, das wäre dann anders. Das hätte eine andere Nummer. Schwiegervater war ja auch die ganze Zeit, also die ersten… Jedes Jahr drei Monate hier. 14 Jahre war er immer hier. Und das war dann doch schon anders, ne? So, und heute sind die Eltern alle tot. Ja. Die Tochter ist hier aufgewachsen und sagt, ich bin eigentlich zumindest 60 Prozent wohl Kanadierin. Die tickt auch noch sehr deutsch, weil das hat sie halt von uns. Aber sie ist halt sonst hier aufgewachsen. Die war neun, als wir gekommen sind und ist heute 20 Jahre älter. Die sagt eigentlich klipp und klar, nee, also mir gefällt das hier so eigentlich. Auch hier so, sie macht auch hier so ihr Ding, hat ja nun Beruf und alles und sie würde wahrscheinlich auch gerne weitermachen, aber dafür brauchst du halt auch den richtigen Mann. Alleine kann sie das nicht und den richtigen Mann hat sie so auch noch nicht gefunden und da haben wir gesagt, okay, wenn das hier nicht weitergeht und wir jetzt ja so ein paar Problemchen auch haben, dann müssen wir hier bis zur Rente eigentlich auch nicht bleiben. Da haben wir gedacht, dann hören wir jetzt irgendwann in den nächsten Jahren auf, genießen das vom Leben, was man noch genießen kann. Und ja, weiß ich nicht. Wir hatten lange dann gesucht für einen direkten Nachfolger. Das haben wir drei, vier Jahre betrieben. Das war wirklich ein Suchten, der hier weitermacht. Ich sage jetzt mal nicht weltweit, aber europaweit. Das war in Österreich, in der Schweiz, in Holland, Belgien und Deutschland. Da haben wir über Internet- und Zeitungsannonsen wirklich so einen Nachfolger gesucht. Und da habe ich gesagt, na ja, okay, den können wir hier einarbeiten für zwei, drei Jahre. Da waren wir ja noch ein bisschen jünger und haben gesagt, für zwei, drei Jahre einarbeiten. Vielleicht noch mal für zwei, drei Jahre wirklich als Angestellter arbeiten. Und dann haben wir gedacht, wenn wir 60 sind, soll der das Ding pachten und macht hier weiter. Und dann haben wir wirklich gesagt, okay, wenn ihr das wollt oder wenn das wer will, dann kommen wir beide als Erntehelfer auf unsere eigene Farm zurück. Und hätten zudem gesagt, wenn du uns in der Aussaat und in der Ernte dabei haben willst, wir wissen was hier läuft, wir wissen um was es geht, wir würden dir helfen. Und bei der vollen Fläche würde ich sagen, ist das nötig. Bei der vollen Fläche wirst du heute selbst mit einem jungen Ehepaar mit 700 Hektar doch Probleme kriegen. In der Ernte wird das ganz schön hektisch. Da haben wir gesagt, wenn derjenige, der da hier weitermacht, das will, kommen wir auf unsere Farm, solange wir das können, als Erntehelfer zurück. Haben aber von 52 Leuten niemanden gefunden, der das wirklich wollte. Ich sage jetzt mal so ganz auf Deutsch, kein Arsch mehr in der Hose. Ich denke, es ist ja auch ein riesen Schritt. Erst mal die Familie verlassen, von Deutschland hier rüber. Ja, aber das ist halt der Arsch in der Hose. Da gehört ein bisschen Mut zu. Eigentlich haben wir gedacht, dadurch, dass es in Deutschland ja eigentlich auch nicht besser wird in der Landwirtschaft, dass man hier mal wen findet, also da drüben, wen findet der mit rüber? Wir haben gedacht, das ist kein Problem. Ja, aber irgendwie... War nichts. Also ich würde dann hier mit einem Aufruf starten, liebe Menschen da draußen, die Landwirtschaft in Kanada machen wollen und das von zwei sehr liebenswerten, großartigen Menschen hier übernehmen wollen und lernen wollen, fühlt euch frei, mich zu kontaktieren. Und dann, Willi, wir leiten weiter. Bauer to the people heißen wir nicht umsonst. Wir bringen auch die people zu den Bauern. Muss allerdings eins noch ergänzen. Bitte. Soll sich bitte keiner melden, der von Landwirtschaft keine Ahnung hat. Nein. Haben wir alles erlebt. Macht dann keinen Sinn. Das muss man können, das muss man wollen, falls jemand kann und möchte, ich glaube die gibt es da draußen. Die gibt es mit Sicherheit, die musst du nur finden. Feel free. Und jetzt habt ihr was angesprochen, worauf ich noch zurückkommen will, aber vorher, was ist denn nach 20 Jahren Kanada euer Resümee, Karin? Gut, dass wir es gemacht haben. Weil sonst, ich denke, wir hätten es irgendwann bereut, wenn man nicht irgendwie... Ja, weißt du nicht. Wir hätten ja nicht gewusst, dass das so viel Erfolg hat. Ja, aber damals war das immer so, ja doch, die ersten Jahre haben wir immer gesagt, Mensch, mann gut, dass wir es gemacht haben. Jetzt eigentlich auch noch. Finanziell war es super. Das hätten wir alles in Deutschland nie geschafft. Und wirtschaftlich war das okay. Trotz der verlorenen Erden. Ja. Ansonsten, ja, es ist schade, ne. Die Familie da drüben und die ist jetzt so in den letzten, nein nicht in den letzten... So in den letzten zehn Jahren. Ja, viele gestorben halt auch. Also unsere Eltern sind gestorben. Onkel, Tante sind auch unheimlich viel gestorben. Es ist jetzt nur noch Geschwister hauptsächlich über. Und das ist schade, dass man das oder man hat es gar nicht damals so darüber nachgedacht, dass man dann wirklich am anderen Ende der Welt sitzt. Und ja, die Familie krank wird und stirbt. Krank wird auch. Ja, das denkst du in dem Moment nicht nach. Und das haben aber andere wiederum geschafft, die sind mit der ganzen Familie gekommen. Und der Bekannte von uns hier, 40 Kilometer weiter, die sind also mittlerweile Großeltern, Eltern und Enkelkinder. Ja, das ist dann wieder was anderes. Die sind aber auch erst vor 10, 12 Jahren eingewandert. Und das ist dann wieder eine andere Nummer. Aber unsere Eltern waren nicht so zu verpflanzen, die wollten das nicht. Und das sind dann so Sachen, irgendwann holt dich irgendwas ein. Irgendwann merkst du, das war doch nicht so ganz das Richtige, was du dir gedacht hast. Es war auch immer irgendwie komisch, wir sind dann immer zu Weihnachten halt rüber. Anfangs für zwei Wochen, drei Wochen und es ist immer einer gestorben. Jedes Mal in der Zeit? Ja. Also wenn man drauf gewartet hätte, dass wir kommen. Ja, es ging also wirklich so quer durch die Familie. Es war ihre Mutter und beide meine Eltern. Sind alle irgendwo, jetzt nicht in der Weihnachtszeit, ich sag mal Dezember, Januar gestorben. Und das waren dann so Dinge, da haben wir uns gedacht, das ist irgendwie ein Zeichen. Die haben wirklich scheinbar auf uns gewartet mit dem Sterben. Und das sind so Dinge, die brauchen wir nicht. Ja, oder wenn wer krank wird. Der Schwiegervater wurde dann krank, es war auch wieder im Winter. Und er wusste ja auch, dass er stirbt. Und wir haben ihn dann gepflegt, also zu Hause, weiß ich. Und haben dann auch gesagt, Menschenskinder, man gut, dass das doch noch alles so gepasst hat. Weil das wollten wir halt auch. Man sollte nicht ins Heim. Wär immer drüben gewesen, wär das ja kein Problem gewesen. Aber hier, wenn das jetzt wieder aussaht oder in der Ernte, aber wir haben auch schon gesagt, wir hätten schlagartig aufgehört. Wir hätten schlagartig gesagt, wir verpachten für ein Jahr den Betrieb komplett, wären rübergefahren und hätten halt Pflege gemacht. Weil es war absehbar, er hatte ja Krebs. Also es war jetzt nicht so, dass wir hätten denken müssen, oh Gott, da muss ich jetzt noch fünf Jahre wen pflegen. War am Ende absehbar und da haben wir gesagt, im Zweifelsfall hören wir hier ein Jahr auf. Das sehen andere nicht. Die wollen dann auch nur sehen, wie gut es dir geht. Nein, wir haben es auch nicht gesehen, als wir rübergekommen sind. Wir haben da nicht drüber nachgedacht. Wir werden ja auch älter und dann stirbt irgendwer und dann ist dies und das. Ja, aber auch unsere ganzen Freunde und Bekannten, die nun eigentlich so dicht an uns dran waren, die erkennen hätten können, was so läuft. Das haben die nicht gesehen. Die negativen Sachen haben die alle ausgeblendet. Die waren, das muss ich jetzt einfach mal so sagen, da sind viele bei, die waren einfach nur neidisch. Man hat uns vorher um gar nichts beleidigt. hat man sich eher über uns lustig gemacht. Und als es dann doch so sah, wir hätten Erfolg, da kam dann gleich der Neid. Und das sind dann so Dinge, wo wir gedacht haben, hey, das war ja alles nicht Friede, Freude, Eierkuchen. Ich sag mal, so die Jahre, was da so passiert ist, das haben die alle auf dem Schirm gehabt, das wussten die. Das ist aber bei denen gar nicht angekommen. Und da haben wir irgendwie gesagt, hey, ich weiß es nicht, also ich bilde mir jetzt einfach mal so ein, uns hat das den Horizont gewaltig eröffnet. Also wir haben, sage ich jetzt einfach so, das klingt vielleicht arrogant, wir haben mal gewaltig über den Tellerrand geguckt, dass es da auch noch andere Dinge auf dieser Welt gibt. Und da sind, glaube ich, viele so, die nie groß die Heimat verlassen haben. Die leben in ihrem kleinen Paradies. Das ist auch ganz gut so. Aber sie können am Ende das nicht beurteilen, dass wir beurteilen können. Ist einfach so. Und wie geht es euch hier? Weil was ich erlebt habe, es ist einfach, ja, nicht umsonst habe ich anmoderiert als das Land der Suffolativen. Es ist irgendwie same, same but different. Also es ist anders. Die Mentalität ist anders. Es ist riesengroß. Wie geht es euch mit dem Leben hier? Oh Gott, man kommt hier, klar, es ist alles schön, aber es ist auch langweilig. Also wir waren 35, wo wir weggegangen sind. Und bis zu dem Zeitpunkt haben wir eigentlich gar nicht so viel... Erst die 10 Jahre haben wir so gut wie nichts vermisst. Nein, ich meine jetzt anders. In Deutschland haben wir vorher nicht viel mitgemacht. Also wir hatten da unsere Kühe, unsere Schweine... Da kann ja nur Arbeit. Ja. Und seitdem wir hier sind, ja, jetzt hat man auch öfter Langeweile. So im Winter vor allen Dingen. Dann fahren wir doch länger nach Deutschland rüber. Und Heimweh. Also mein Arzt hat mir Heimweh diagnostiziert. Ja, er hat Heimweh und ich muss sagen, ja, ob das kulturelle Angebot ist, das geht über das Essen gehen, wenn man da drüben mal in Deutschland essen geht, also es ist schon ganz anders. Der mitteleuropäische Lebensstil, wenn man den mag, würde ich sagen, wird man hier nicht glücklich. Wie gesagt, man kann ja wirtschaftlich erfolgreich sein. Dafür waren wir auch schon zu alt. Ich glaube, wir waren zu alt, wir hätten irgendwie 10 Jahre früher gehen müssen. Aber es sind auch viele angekommen, die dann gesagt haben, auch die später gekommen sind, aber das weiß ich nicht. Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Jeder ist da anders. Aber sag mal, um jetzt in die Zukunft zu blicken, wo sind denn Karin und Stefan in 20 Jahren, und wo ist die Fahrt? 20 Jahre ist ein bisschen lang. Wenn Deutschland zwischenzeitlich gegen die Wand fährt oder ganz Europa, dann bleiben wir auf alle Fälle hier oder kommen wieder zurück. Aber ich sage mal, so in fünf Jahren sehen wir uns eigentlich in Mitteleuropa, in irgendeinem deutschsprachigen Raum, vielleicht nicht unbedingt in unserer Heimat, weil da hat man es uns ja leicht gemacht zu gehen, durch den Ärger mit Nachbarn und bürokratisch und Bürokratie und sowas. Da muss ich nicht unbedingt hin zurück, da hält mich eigentlich so wirklich gar nichts. Ja, es ist leichter, man kennt da noch Leute, aber wir sind jetzt nicht so auf den Mund gefallen. Ich glaube, wir können überall auch anderswo welche kennenlernen, speziell wenn es deutschsprachig, ist, weil wir immer noch gerne deutsch sprechen. Ja, weil je älter man wird, also... Hier, wenn du wirklich hier wohnst, du bist aufs Auto angewiesen, auf jeden Fall. Das sehen wir jetzt in Deutschland. Speziell wenn du alt wirst. Ja, wir haben jetzt einige, also ich glaube drei Pärchen hatten mal, die sind wieder zurückgegangen nach Deutschland, auch weil sie dachten, Mensch, sind es Kinder in Deutschland, es ist einfach alles ein bisschen bequemer. Du kannst mal in den Bus, in den Bahn steigen, bist schnell... Wenn sie dann fährt. Bist mal schnell irgendwo hingeflogen, Mallorca, zwei Stunden. Hier ist alles weit. Hier brauchst du für alles ein bisschen länger, hier ist alles weiter. Auch um andere dann zu besuchen. Du brauchst mehr Zeit. Und dann haben wir das jetzt mitgekriegt. Das kannst du kurz noch sagen. Das hört sich jetzt auch wieder schlimm an. Was riecht denn hier? Ein Stinktier? Nein, weiß ich nicht. Irgendwas riecht hier. Riecht wie Marihuana oder Stinktier. Egal. Also wir haben ja auch Stinktiere so an die Allgemeinheit da draußen. Das sind nicht die angenehmsten Nachbarn. Es gibt Bären, es gibt Pumas, es gibt Lüchse, es gibt Stinktiere, es gibt Vielfräse, es gibt viel Fläche, viel Platz. Aber hier kann jeder jedem, wenn er will, aus dem Wege gehen, das funktioniert ganz gut. Sagen wollte ich eben, das hört sich jetzt für Deutschland, für Mitteleuropa wieder schlimm an. Das können viele Leute auch gar nicht verstehen und wollen es auch nicht verstehen. Wir fahren hier manchmal um mit einem anderen Pärchen, also meistens wirklich nur ein Pärchen. Wir sind dann keine Gruppe, die mal besuchen, trinken mal eine Tasse Kaffee und essen ein Stück Kuchen. Fahren wir bis zu 600 Kilometer am Tag. Morgens 300 hin, abends 300 zurück. Und das sind so Dinge, so musst du hier Freundschaften aufrechterhalten. In Deutschland gehst du zum Nachbarn, wenn er hoffentlich dein Freund ist. Die Gemütlichkeit, das fehlt hier so ein bisschen. Also das muss ich sagen, das vermissen wir beide in Deutschland. Und ja, das tanken wir dann auf im Winter. Und auch eine gute Nachbarschaft. Das ist nicht so, dass ich keine Nachbarn haben will. Und ich sage mal, von denen, die uns damals das Leben schwer gemacht haben, leben ja auch nicht mehr viele. Da würde das mit einer Nachbarschaft schon wieder funktionieren. Also das haben wir schon ganz gerne. Das merkt man erst wieder, wenn man sie nicht hat. Hier haben wir ja so direkte Nachbarn gar nicht. Und es wäre schon schön zu sagen, wir gehen heute Abend mal zu Fuß zum Nachbarn, grillen und trinken eine Flasche Bier. Nein, hier fahren wir zu unseren Freunden mindestens 70 Kilometer. Nein, also was du schon sagst... Ohne Ohrminde ist alles auf. 20 Jahre später, dann ist man auch schon älter und ein bisschen gebrechlicher. Ja, ich glaube, da sieht man das schon. Also das weiß ich nicht, ob ich das jetzt hier so haben wollte. Ich habe damals, wo ich hierher kam, auch im Altenheim hier mal so ein Jahr gearbeitet, weil ich irgendwie doch nicht ohne konnte. Und da habe ich dann gedacht, es ist nicht viel los. Also in Deutschland hat man mehr Möglichkeiten, auch wenn man da mal in so eine andere Stadt fährt oder... Zeitseeing und kulturelles Leben. Das fehlt im Zeit. Das ist ja auch nicht, das wird doch nie kommen. Ihr wollt wieder zurück nach Europa? Landwirtschaft dort dann? Hobby, Hobby. Also ihr könnt nicht ohne? Nee, so ein paar Kühe oder sowas, ein bisschen Heu machen. Ja, einfach nur so ein bisschen. Und das auch wieder genauso wie vor 30 Jahren, hab ich gar kein Problem. Mit einer uralten kleinen Presse. Gut, wenn wir 70 sind wohl auch nicht mehr. Aber so jetzt, die nächsten 10, 15 Jahre könnte ich mir das alles noch so vorstellen. Solange die Gesundheit mitmacht. Und das sind dann so die Dinge, hier ist einfach nichts. Also klar, wenn man jetzt Wintersport macht und irgendwelche anderen tollen Hobbys hat, dann kann man da einiges machen. Aber unser Hobby war halt unser Beruf oder unsere Berufung. Und das geht jetzt so ein bisschen den Bach runter aus mehreren Gründen. Da haben wir gedacht, nee, kann ruhig wieder Mitteleuropa sein, solange da drüben noch alles stehen bleibt. Wir haben so ein bisschen unsere Zweifel, also wir leben hier freier, bedeutend freier. Ich sag mal, parallel dazu verzichtest du natürlich dann auf das Kulturelle. Und ich muss sagen, wir sind so weit, dass wir sagen, ich unterwerfe mich lieber in Europa dem Zwang, als dass ich hier 20 Jahre vor mich hinvegetiere im Nichts. Also wir kennen Leute, die sind jetzt so 70, 72, die nehmen seit 10 Jahren am Leben nicht mehr richtig teil. Die kommen von zu Hause gar nicht mehr weg. Die wollen auch keinen Besuch oder wollen auch fast keinen Besuch mehr empfangen. Und da habe ich so gedacht, das kann es nicht sein. Ich meine, da komme ich jetzt noch mit klar. Die sind 15, 20 Jahre älter wie wir. Aber wenn wir da mal sind und die, die nach uns kommen, sehen das genauso und wir sehen das dann auch so, da weiß ich nicht, was ich hier soll, speziell im Winter. Mal so ein Beispiel. In der Stadt gehen die Leute, die nicht mehr so gut auf den Beinen sind, im Winter in der Tiefgarage spazieren. Die gehen nicht ins Freie. Allein wegen der Temperatur oder halt, weil es für die Knochen, für die auch zu gefährlich ist, einmal den verkehrten Sturz und du liegst sechs Wochen im Krankenhaus. Und allein das ist schon ein Grund, dass ich sage, hey, hier im ewigen Eis, wir haben ein halbes Jahr Eis und Schnee. Das möchte ich mit 70 nicht erleben. Und wir sind halt Naturmenschen. Wir lieben die Natur. Und da haben wir gesagt, nee, dann will ich auch so in der Natur leben, wo es die Natur mir nicht so schwer macht, da zu leben. Das ist halt Mitteleuropa. Geht natürlich in Ostkanada auch. Also da ist es ja fast ähnlich, aber harter Wind ist es trotzdem. Vielleicht zum Abschluss meine Lieblingsfrage in einer utopischen Welt, wo ihr euch alles wünschen könntet. Was würdet ihr denn an unserem Lebensmittelsystem ändern, Karin? Was würdest du ändern? Das beantwortet auch Stefan. Das müsst ihr beide unabhängig voneinander beantworten. Wird dir ja irgendwas zu einfallen. Du bleibst hier unten. Nicht auf die Schulter springen. Wir haben Katze schon besucht. Achso, ja. Katze, komm mal her. Soll ich sie wegnehmen? Ist hier alles gut. Die springt dir auf die Schulter. Was soll ich da sagen? Wie viel ist das? Nee, das machst du. Ich würde klipp und klar sagen, nicht, dass die dich krass machen. Bist du sicher? Ich würde klipp und klar sagen, da bin ich fast auf der Linie mit den Grünen und würde sagen, lasst uns alles dafür tun, wir haben die Natur genug geschunden, und ich gebe auch alles, was ich kann, um mit der Natur so gut wie möglich als konventioneller Farmer auszukommen. Ich sehe mich wirklich vor mit dem Roundup, wenn es nicht sein muss, mache ich das. Nicht und auch mit allem anderen und auch mit Dünger und was da nicht alles noch dazukommt. Es muss natürlich zur Folge haben, dass wir sagen, okay, wir müssen den Lebensmitteln erst mal wieder einen richtigen Wert beimessen. Das darf keine Ramschware sein. Und genau da sind wir heute. Und das ist in Kanada und USA noch viel schlimmer wie in Europa. Hier ist so vieles zu Ramsch verkommen, wo ich dann sage, das kann es einfach nicht sein. Andere Leute auf der Welt wären froh, wenn wir das hätten. Und da muss irgendwie ein Bewusstsein geweckt werden. Und das vermisse ich halt egal, ob hier oder in Europa. Komplett in der Politik. Da ist von Öztemir, Landwirtschaftsminister, der hat von, ich sag jetzt mal ganz grob, von nichts eine Ahnung. Warum setzt man da nicht einen hin, der genau weiß, worum es geht? Diese Leute gibt es, die kann man finden. Und dann wirklich sagt, so in einer richtig offenen Diskussion, und das geht vielleicht in der Schweiz und in Dänemark mit so direkten Demokratien besser, wo man dann wirklich das Volk auch mit einbindet und sagt, wo wollen wir denn alle in fünf oder zehn Jahren sein? Und wenn wir jetzt von Klimawandel und so schon geredet haben, und das vermutlich auch ein Problem ist, dann werden wir zwangsläufig alle an einem Strand ziehen müssen. Und das müssen wir aber nicht für Europa und Kanada und Amerika separat regeln, das müssen wir für die Welt regeln. Und das sind so Dinge, da kann sich kein Land ausklinken, auch China nicht. Und ich weiß nicht, wie man da hinkommen soll. Ich weiß nicht, wie man sagen kann oder wie man da hinkommt, dass man sagt, gar nicht mal unsere Präsidenten und Kanzler, das muss vom Volk her kommen. Die müssen erstmal für sich klarstellen, was wollen wir überhaupt. Und die müssen auch die Möglichkeit haben, wenn ich das hier sehe, was hier für Leute leben in Kanada, ich sag jetzt mal, kurz drunter oder kurz über der Armutsgrenze, die sich überlegen müssen, was sie im Supermarkt kaufen. Uns fällt das jetzt immer wieder auf, seit drei Jahren, seit Corona. Also Kanada war schon immer sehr teuer mit Lebensmitteln. Ich weiß jetzt nicht, wir haben jetzt nicht mit den Schweizern gesprochen. Ich denke mir, das ist ähnlich. Und da merken wir immer wieder, wenn Leute einkaufen gehen, wir gucken mal so in die Wegen, die kaufen sich hier, das nennt sich Kraft-Dinner. So ein blödes Fertiggericht mit irgendwelchen Nudeln. Da ist dann noch irgendwas drin, Öl und Gewürze und was dagegen, ein bisschen Käse. Davon leben die. Von nichts, fast nichts anderem. fast nichts anderem, vielleicht noch von einem Toastbrot mit Peanutbutter. Das sind so Dinger, das haben wir so in Deutschland nicht erlebt. Solche Leute kennen wir nicht. Und solche Leute habe ich auch in ganz Europa nicht kennengelernt. Oder wüsste nicht im Entferntesten, wer das wäre. Das mag in großen Städten anders sein, dass sich da in Deutschland oder Europa, wo jetzt die soziale Hängematte in Deutschland extrem hoch ist, vielleicht aber trotzdem solche Leute gibt. Und da muss man die Leute mitnehmen. Das kann nicht ganz oben in der Politik entschieden werden. Das muss in der Masse entschieden werden. Wo wollen wir hin? Und man kann uns doch nicht aufs Auge drücken, morgen nur noch Fahrrad zu fahren. Wird so einfach nicht gehen. Also das ist ein Prozess, glaube ich, der ist sehr langwierig. Erfordert viele Gespräche. Der erfordert viel Demokratie und da sind wir gerade auf dem Weg weg davon. Auch in Kanada gibt es mittlerweile sehr rechte Parteien, sag ich mal. Hier nennt man das allerdings konservativ. Das ist nur in Deutschland so, dass das Rechts und Extremrechts und sonst was ist. Und das sind so Dinge, die müssen alle mit ins Boot. Ich habe heute Morgen zufällig ganz kurz ein Video gesehen. Da hat man den Herrn Ex-Präsidenten, Gott, wie hieß er denn jetzt? Gauk, ich glaube Gauk, den Bundespräsidenten interviewt. Und wenn ich dann schon höre, wie in Deutschland Gruppen niedergemacht werden von einem Ex-Präsidenten. Nein, die darf man nicht niedermachen, die muss man mit ins Boot holen. Weil das, ich rede jetzt von der AfD, ich sage das jetzt mal ganz offen, das sind mittlerweile einen Anteil von fast 20 Prozent in Deutschland. Italien ist sehr rechts, Frankreich ist sehr rechts. Da ist was im Gange, was mir sagt und auch in Kanada, da ist was im Gange, wo Leute sehr, sehr unzufrieden sind. Sehr. Unzufrieden. Die kommen mit dem Leben nicht mehr klar. Und das sind Dinge, wo ich einfach sage, das kann nicht so ein paar, so eine abgehobene Elite kann das nicht entscheiden. Die leben in einer ganz anderen Welt. Das muss von unten kommen. Und das sind so die Sachen, wenn wir da nicht gewaltig dran arbeiten, weltweit, dann kann ich mich zwar in meinem schönen Kanada verkriechen Man kann hier sagen, es ist alles toll, ich mache hier mein Leben, aber da gibt es um mich herum noch einige andere. Und das kann man jetzt an sich vorbeigehen lassen. Wir hören hier von vielen Leuten, auch von Deutschen, aber hauptsächlich Kanadier, sieh du zu, dass deine eigene kleine Welt in Ordnung ist und sei damit zufrieden. Das ist es nicht, das ist nicht die Antwort. Das Große und Ganze muss in Ordnung sein. Jetzt noch zum Schluss die drei Lieblingsfragen vom Willi, die er normalerweise stellt. Er ist leider heute nicht da, aber ich darf sie in seiner Vertretung stecken. Wenn ich da jetzt durch die Tür gehe und euren Kühlschrank aufmache, wir sind nämlich beide Essensnarren, deshalb diese Frage. Was finde ich in eurem Kühlschrank? Das weißt du besser wie ich. Achso, du stehst da mehr davor. Was findest du? Eier, wir haben Hühner, Milch, Gemüse, Wurst, Käse, Joghurt, Sauerkriem, einiges an irgendwelchen Ketchup-Sorten. Marmelade. Ganz viel Marmelade. Also selbstgemachte Marmelade. Und Kartoffelsalat von gestern Abend. Was fehlt euch am meisten aus Deutschland, was es hier nicht gibt? Wurst, Brot, Kuchen, Käse. Die ganze Palette. Was fehlt mir? Ich brauche den deutschen Vanillepudding zum Backen unbedingt. Ansonsten komme ich eigentlich ganz gut klar. Man muss sehr viel improvisieren und viel ausprobieren und experimentieren und es funktioniert. Was gibt es hier nicht, was es in Deutschland schon gibt? Vernünftige Wurst, Brot und Käse. Auch das? Ist tatsächlich so. Kam schnell. Und das ist so. Es ist jetzt nicht nur dahingesagt. Also mit Wurst, Käse, Brot, Kuchen haben die es hier einfach nicht. Ja. Und in Deutschland, Europa, gibt es diese Vielfalt noch dazu. Und hier gibt es dieses einfältige Irgendwas fettig und süß. Andersrum muss ich auch sagen, uns passiert das sehr oft, dass wir nach Deutschland kommen, gehen irgendwo einkaufen, oder wollen einkaufen gehen, dann stehen wir wieder vor diesem Joghurtregal. Wir essen unheimlich gern Joghurt. Diese vielen verschiedenen Sorten, die es da gibt. Wir gehen ohne Joghurt raus, weil wir uns nicht entscheiden können. Es waren zu viele Sorten. Hier gibt es wohl mittlerweile die Wahl von sechs. Als wir hier ankamen, gab es die Wahl aus vier. Himbeer, Erdbeer. Es gibt hier schon ein bisschen. Nein, viel mehr gibt es heute nicht. Das einzige, was dazugekommen ist, ist Mokka und Brombeer. Also die Palette ist hier weitaus platter wie in Deutschland oder Europa. Und ganz zum Ende stellen wir immer eine Lieblingsfrage von Berlin. Was würdest du den Karin in deinen Nachruf schreiben, wenn du könntest? Einen Nachruf? Dann bist du ja schon tot. Nee, würde ich gar nichts reinschreiben wollen. Null. Nein. Das kann ich jetzt nicht nachvollziehen. Das weiß ich. Also du bist da ganz anders. Ich könnte mal im Nachruf ein Buch schreiben. Nein, ich kann nicht. Für ein Buch haben wir jetzt keine Zeit. Drei Sätze. Wenn du zwei essentielle Sätze notieren müsstest. Im Prinzip das, was ich dir eben schon sagte, dass die Gesellschaft dieser Welt von unten, her komplett mitgenommen werden muss. Ich sage jetzt auch mal, umgebaut werden muss, dieser berüchtigte Systemwandel. Weil mit diesem System, wie wir drin leben, das ist nicht das, was man uns vorgaukelt. Und was würdest du über dich in diesen Nachruf schreiben? Über mich. Das ist jetzt schon schwerer. Beurteile mich nicht selber gerne. Nee, das will ich auch nicht. Das sollen andere für mich machen. Das sollen die für mich machen, die mich kennen. Nee, ich könnte das alles gar nicht so schnell alles irgendwie sagen. Da bräuchte ich Zeit für. Also das, da würde ich jetzt gar nicht so... Ich könnte ein Buch schreiben, aber die wichtigsten Dinge wären mir... Siehst du, was da in der Ukraine los ist? Das sind ja alles Dinge, die müssten nicht sein. Der Shit zwischen China und Taiwan, was da läuft, das müsste nicht sein. Wir sind alle satt in diesen Ländern. Wir haben alle mehr wie genug. Wir sollen erstmal zusehen, dass die, die nicht genug haben, hinterherkommen. Da gibt es Möglichkeiten. Und ich sag mal, das haben wir auch in Deutschland erlebt, jetzt wo wir drüben waren. Vielleicht haben wir die Zeit noch? Kann ich ganz kurz erzählen? Da gibt es eine Ulrike Herrmann, die man mittlerweile wohl als sehr rot darstellt. Die ist aber in Wirklichkeit grün. Sie ist grünen Wählerin und Parteimitglied. Und die hat ja so ein Buch auf den Weg gebracht, das Ende des Kapitalismus. Und wenn man das mal gelesen hat, ich habe es nicht gelesen, aber ich habe mir all ihre, Podcasts und was weiß ich nicht alles angeguckt, was es da so zu finden gab. Und ich muss sagen, in fast allem stimme ich mit der Frau überein. Uns geht das viel zu gut, wenn wir heute sagen, wir gehen zurück und das ist ja das, was sie fordert. Mit der Technik von heute gehen wir zurück auf einen Lebensstil irgendwo Mitte der 70er Jahre. Da fehlt uns nichts. Null. Wir werden alle satt. Wir werden immer noch reisen, vielleicht nicht fünfmal im Jahr, aber irgendwas machen immer noch. Und das sind so Dinge, wo ich sage, das muss mehr Gehör finden. Aber so eine Leute, die werden dann schon abgekanzelt, die ist eine Rote. Bei Weitem nicht. Die ist in meinen Augen absolut realistisch. Und das als eine Grüne, wo ja vermutlich viele Grüne im Moment gar nicht mehr realistisch sind. Und da muss ich sagen, ich habe vor dieser Frau höchsten Respekt. So eine, Leute sollten viel mehr zu Wort kommen in der Politik. Die sollten damit sitzen. Ich weiß jetzt nicht, als was die da sitzen sollte. Das muss man sich überlegen. Aber ich glaube, das ist, Wie gesagt, nicht nur da, auch hier. Ich glaube, in der Politik sitzen die total verkehrten Leute. Da sitzen die, die schon mehr wie alles haben, was sie brauchen, ein Vielfaches mehr, und die entscheiden über das im Prinzip noch sehr hierarchisch, sehr, wie soll ich das nennen, feudal, wie der Rest so zu leben hat. Und so läuft das nicht. Wir wollen bestimmt alle das Gleiche. Eine vernünftige Natur, eine vernünftige Welt, Krankenversicherung, ein nettes Einkommen. Wir sind da, glaube ich, alle auf dem gleichen Ding. Aber wir müssen irgendwann damit aufhören, wo wir sagen, immer nur ich. Am Ende wird es nicht gehen mit immer nur ich. Und das sehe ich so kommen, dass der Punkt wirklich kommt, durch den Klimawandel, das sehe ich wirklich so kommen, dass es irgendwann nochmal knapp wird. Und als erstes wird es das Wasser sein. Und wenn der Kampf losgeht, dann haben wir ein Riesenproblem. Weil das geht hier jetzt schon los. Auch hier hat Nestle die Hand auf dem Wasser. Nestle sollte in meinen Augen nirgendwo auf der Welt irgendein Wasser kontrollieren können. Keine Firma der Welt sollte das. Das gehört den Regierungshänden, das gehört der Allgemeinheit, weil genauso wie das Öl und das Gas, was hier aus dem Boden kommt, habe ich als persönlicher Bauer mit dem Acker da drüber nichts davon. Und das muss auch für Wasser gelten. Das kann nicht auf einzelne Konzerne übergehen. Und das sind so Dinge, da ist noch so viel Arbeit, deswegen sage ich, ihr könnt ein Buch schreiben. Apropos. Zum Schluss, Schluss, Schluss. Ein Zitat, ein Spruch, ein Liedtext, den ihr unseren Hörerinnen und Hörern mit auf den Weg geben wollt? Ein Spruch. Es ist nicht so fein gesponnen, als käme es nicht ans Licht der Sonne. Aber kommt noch mehr. Also, auf und zu. Karin? Mir fällt da so spontan nichts ein. Das ist voll okay. Wir sagen Tschüss, ihr Lieben aus Kanada in the middle of nowhere in Alberta und vielleicht treffen wir euch ja bald bald wieder bei uns im deutschsprachigen Raum. Stefan, Karin, ich sag danke. Danke auch. Dankeschön. Music. Danke!

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