BauertothePeople (B2P)

Wilhelm Geiger

B2P082 Manfred Huber (Sonnberg Biofleisch) – Vom Textilkaufmann zum Bio-Fleischer

… oder „Bitte einmal alles mit Bio“

15.10.2023 131 min

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge des BauertothePeople-Podcasts war Willy zu Gast bei Manfred Huber und Sonnberg Biofleisch, dem größten reinen Bio-Fleischverarbeiter in Österreich.
Eigentlich hat der Manfred Textilkaufmann gelernt. Daher war er dann auch pragmatisierter ÖBB-Mitarbeiter am Linzer Verschiebebahnhof. So weit, so logisch. Verschoben hat er dort aber auch seine ersten Produkte aus der landwirtschaftlichen Direktvermarktung. Nämlich an die Kolleginnen und Kollegen.
Wenn man schonmal pragmatisiert ist, dann muss man natürlich kündigen und sich selbstständig machen. Zumindest, wenn man Manfred Huber heißt. Was genau er alles gemacht hat, erzählt er uns in dieser Podcast-Folge und natürlich auch, woher der Name Sonnberg kommt.
 Selbstverständlich haben wir ausführlich über das Thema Tierwohl und Schlachten gesprochen und wie sich das, fragt man Manfred Huber, vereinbaren lässt. Eine sehr spannende Folge mit einem Menschen, der gefühlt eh alles schonmal gemacht hat und immer noch neugierig am Werken ist. Viel Freude beim Reinhören!!

INFOS ZUR FOLGE
Sonnberg Biofleisch: https://biofleisch.biz/

Transkript

Du hast dein erstes Kind, drei Kinder inzwischen, sobald du Kinder hast, ist es nochmal komplett anders. Am nächsten Tag das Beste für das Kind und so, und dann kommt ein Landwirt und der fährt mit der Ankerrautspritze über meinen Brunnen drüber, hat nicht ausgewichen, nicht angeschaltet und so. Diese Szene, dass ich das Wasser da jetzt drängen soll, wo der mit der Spritze drüber gefallen ist, war für mich der Schlüssel. Und dann ist für mich klar geworden, wir, stellen die ganze Landwirtschaft auf Bio um. Ich war ja da zum ersten Mal schon sehr weit vorn, was Hauszustellung betrifft. Die Firma Bio-Wichtel, weiß nicht, ob ihr das jemals gehört habt. Bio-Wichtel? Das habe ich schon einmal gehört. Das habe ich gegründet und dann im Jahr 2000 wieder verkauft. Lasst sich eigentlich Tierwohl und Schlachten zusammenbringen? Zusammenbringen, natürlich werden sie geschlachtet, wir lassen sie nicht so tot streichen. Aber ich weiß, wie wir einen allen Betrieb noch gehabt haben, der ist gebaut worden Mitte der 90er Jahre mit EU-Geldern gefördert, da ist nur auf Hygiene Wert gelegt worden. Da ist das nicht im Fokus gestanden, was mache ich, damit in der kurzen Zeit, wo das Tier Schlachthof ist, sie nicht in Stresssituationen kommt. Es ist ein Fokus drauf gelegt worden, dass der Boden sauber zum Waschen geht. Aber ob das Tier jetzt drittsicher dasteht oder nicht, das ist schon gewesen oder nicht gewesen. Irgendwann ist der Boden so glatt geworden, dass das Tier gar nicht mehr drittsicher war. Power to the People, der Podcast für Perspektiven rund um Essen, Menschen und Landwirtschaft. Music. Weil nur durchs Reden kommen die Leidenschaften. Music. In der heutigen Ausgabe des Bauer to the Bibel Podcast war ich zu Gast beim Manfred Huber und Sonnberg Biofleisch. Sonnberg Biofleisch, das ist der größte rein Bio-Fleisch Verarbeiter in Österreich. Ja und der Manfred hat eigentlich Textil, kaufen angelernt und deswegen war er dann natürlich auch pragmatisierter Mitarbeiter der ÖBB am Linzer Verschiebebahnhof, so weit so klar. Verschoben hat er dort aber nicht nur die Züge und die Wagone, sondern auch seine ersten Produkte, nämlich an seine Kolleginnen und Kollegen. Und wenn man schon mal pragmatisiert ist, dann muss man natürlich kündigen und, sich selbstständig machen, zumindest wenn man Manfred Huber heißt. Was genau er alles gemacht hat, und das ist viel, das erzählt er uns im Podcast, um woher der Name Sonnenberg kommt, das erzählt er uns auch. Und natürlich haben wir über das Thema Tierwohl und Schlachten gesprochen und wie sich das miteinander vereinbaren lässt. Eine sehr spannende Folge mit einem Menschen, der gefühlt schon eh alles irgendwann schon einmal gemacht hat und ja immer noch neugierig, am Werken ist. Viel Freude beim Reinhören. Einmal kurz noch nachdenken. Ich probiere da noch einmal auf den Kopf drauf. Du bist bereit? Probieren wir es. Top motiviert. Mit diesen top motivierten Worten steigen wir nun ein in die neue Folge des, ja, letzten Sommers, ich glaube richtig gesagt, intergalaktisch bekannten, täglich und wöchentlich von mehreren Millionen Menschen gehörten Podcasts Bauer to the People ein. Wir sind heute, ich bin heute zu Gast hier, ja wo sind wir denn da genau, sag einmal in? In Unterwaisenbach. Unterwaisenbach, gibt es Oberwaisenbach auch? Nein, vor der Waisenbach gibt es auch ein Müllviertel. Aha, auch im Müllviertel zusammen. Und in Unterwaisenbach gibt es auch in der Stermark. Aha, ok. Das ist ein schönes Müllviertel in Oberösterreich daheim. Ja. Auf der Müllviertel Alm. Auf der Müllviertel Alm. Genau. eine Region, Zusammenschluss von... Neunzehn Gemeinden. Neunzehn, ich weiß nicht genau wie viele. Wir haben ja da eigentlich die höchste Ortschaft von Oberösterreich, Liebenau, mit 1000 Meter hoch. Gewaltig. Ah, deswegen? Deswegen, Müllviertel. Jeder glaubt, man kann es gut sagen, die hohen Ortschaften, da weiß man, das ist bei uns ein Müllviertel. Also wir sind hier bei einer hohen Herrschaft zugelassen, sozusagen eingeladen. Urgeherrschaft ist übertrieben. Es ist quasi hoch, deswegen passender Name, obwohl er nicht von da ist, habe ich schon recherchiert, ob ich es jetzt höre, ist dann du, Sonnberg Biofleisch, sagen wir heute. Und ja, ich darf mit dem Gründer, Manfred Huber, reden, der das Ganze aufgebaut hat vor, wann hast du damit angefangen? Also seit 1995 bin ich selbstständig und in dieser Konstellation, die jetzt die Firma bestellt, ist seit 2004. Seit 2004, genau. Da werden wir uns noch vorarbeiten, wir fangen aber viel viel früher an, so wie wir es immer machen bei uns im Podcast. Und wir haben heute ein bisschen darüber geredet, wir machen heute mal die mitteljunge Generation quasi, die Gründer-Generation. Und vielleicht dann in einer zweiten Ausgabe werden wir dann mit deinem Sohn, leiblichem Sohn und dem Schwiegersohn, dann ein bisschen auch über das Handwerk selber reden. Mit dir schauen wir heute aber erst einmal zurück in deine Jugend, weil du bist jetzt nicht unbedingt aus Fleischer quasi auf die Welt gekommen, sondern wo bist du aufgewachsen, wie bist du aufgewachsen, was waren so deine ersten Erinnerungen an das Leben? Na ja, aufgewachsen bin ich in der Nähe von Linz in der Gemeinde Engelwitzdorf, geboren in Röhmendorf, aber ein... Basch, echter Müllviertel, wie man so sagt, und auf einem Nebenerwerbshof. Der Vater ist Fösterarbeiter gewesen, und man hat halt ein paar Tiere daheim gehabt, und es war immer Bezug zu Tieren da, Bezug zur Landwirtschaft da. Er hat als Kind auch immer mitgeholfen, und mir hat das einfach auch interessiert. Zu gespüren, wo wachsen die Früchte, die man anbaut, wie geht's den Tieren. Wir haben damals Rinder gehabt, wir haben Schweine gehabt. Rinder, Rinder und Schweine. Und habe einfach das von Kindheit auf miterlebt. Es hat bei uns natürlich auch eine Hofschlachtung gegeben. Früher haben sich die Landwirte selber noch am Hof zum Beispiel Schweine geschlachtet für den Eigenversorgung. Ich habe das alles miterleben dürfen. Ich bin bei der Zerlegung dabei gewesen. Es ist schon ein Bezug zum Fleisch da gewesen, ein Bezug zur Landwirtschaft. Aber wie gesagt, es war ein Klein-, wirklich ein Kleinstbetrieb. Vater, Förstler und so hat man halt dazu alles, sind wir so aufgewachsen. Also Nebenerwerb und Föst. Also für rund um Linz klassisch? Ja, das ist eine klassische Geschichte. Waren da viele Landwirte damals bei der Föst? Ja, Föst, Panzerzüge, hat es selber geheißen, Föst und Stickstoff, Stickstoff-Kemillenz, sozusagen. Also entweder oder, oder? Genau, die einen sind in den Stickstoff gegangen, die anderen sind in den Föst gegangen, so ungefähr. Das war halt der Klassiker, Arbeiterfamilie, mit ein bisschen Erlaubnis, in der Nähe von Linz und so sind wir groß geworden. Was hat die Mama gemacht? Die ist leider sehr bald verstorben bei mir in der Familie. Das heißt der Papa dann leihentziehend quasi? Es ist dann jemand gekommen, der auf uns aufgeschaut hat und das ist dann die Lebenspartnerin von meinem Vater geworden. Der haben wir noch ein gutes Verhältnis, aber es war ein bisschen eine harte Zeit. Das kann ich mir vorstellen. War bei dir damals das Thema Bauernhof übernehmen irgendwann einmal, war das dein Ziel oder was wolltest du? Nein, wie ich dann meine Frau kennengelernt habe, die kam aus einer größeren Landwirtschaft, wo es ein Vollwerfsbetrieb war. Nächste Landwirtschaft? Also der Bezug war da, und wir haben eigentlich gefordert, dass wir ein Haus bauen, gemeinsam, aber es war nicht das Kribbeln da. Wir haben Plan schon gehabt, Grundstück schon gehabt, aber ich wollte immer selbstversorger sein. Ich wollte meine Lebensmittel selber produzieren. Das war eigentlich das große Ziel und meine Frau war auch ein bisschen auf der Bewegung gewesen und hat gesagt, Und dann haben wir gesagt, naja, schauen wir, ob wir vielleicht eine Landwirtschaft kriegen, wo es vielleicht ein... Hofnachfolger gesucht wird oder eine verlassene Landwirtschaft, wo man einfach wieder unsere Lebensmittel selber anbauen kann. Warum wolltest du das? Ja, vielleicht weil wir so aufgewachsen sind, die eigenen Lebensmittel zu haben, zu wissen, von wo kommt es her, was steckt dahinter, hat mich immer interessiert, hat auch meine Frau immer interessiert. Und deshalb haben wir uns entschieden, doch nicht Haus zu bauen und sind auf die Suche nach einer Landwirtschaft gegangen. Hausbauen war gewesen, arbeiten gehen und Haus... Genau, ich bin ja in die Arbeit gegangen, ich bin ja gelernter Textilkaufmann. Textilkaufmann. Und dann bin ich Versicherungskaufmann gewesen und dann bin ich Eisenbahner geworden. Eisenbahner. Genau. Okay, klar. Sandberg Biofleisch, meine Damen und Herren. Genau. Und es war immer so der Drang da, so ein kleines Häuschen am Waldesrand, sag ich mal so, idyllisch, ein, zwei Kühe vielleicht haben, ein bisschen einen Acker haben, aber das hat es eigentlich nicht gegeben. Und wenn es das gegeben hat, war es einfach nicht erschwinglich vom Preis. Durch Zufall haben wir ein Haus gefunden, das ist ein bisschen größer gewesen, mit so 20 Hektar, wo das Haus verfallen war. Also in einem Bauernhof eigentlich. In einem Bauernhof, und das Haus war verfallen, das haben wir eigentlich geschenkt gekriegt, wir haben es eigentlich nur im Grund gekauft. Und haben gesagt, passt, das kauft man uns, das renovieren wir halt klein klein. Und dort bauen wir unsere Sachen an und dort betreiben wir Landwirtschaft. In welchem Jahr war das ungefähr? Das gekauft haben wir das 1988. 1988 habst du das gemacht. Genau, und 1990 sind wir dann in das Haus eingezogen, wo wir dann halt selbst handwerklich mal so renoviert haben, dass man wenigstens wohnen kann drinnen. Das Haus ist ja 30 Jahre lang gestanden. Jetzt gehen wir noch ein bisschen zurück und suchen noch einmal ein bisschen diese Affinität zur Selbstversorgung. Gibt es da so Erlebnisse, wo du sagst, dass... Auf das kannst du das zurückführen? Nein, das ist einfach so, so sind wir halt groß geworden. Das kann ich nicht... Für mich gibt es ein anderes Erlebnis, warum ich dann meine Landwirtschaft gekauft habe, auf Bio umgestiegen bin, aber ich habe das genossen, wir haben daheim das eigene Fleisch gehabt. Wenn ich zu meiner Schwiegerei gekommen bin, haben wir die Milch gehabt, haben wir die Butter gehabt, haben wir einen Topfen gehabt. Man hat halt einfach was selber gehabt. Daheim ist es Säfte gemacht und Marmelade gemacht und man war nicht einfach Selbstversorger. Das hat mir getaugt, das war uns was wert und wir haben nicht auf die Idee gekommen, dass wir das jetzt hinter uns lassen und irgendwelche Sachen kaufen. Sondern wir wollten einfach wissen, von wo kommt es her. Es ist immer gekocht worden bei uns, wir hatten immer einen Mittagstisch. Oder wenn man in der Schule war, nach der Schule, es hat immer was gegeben und mit dem sind wir groß geworden. Und ich wollte nicht, also das ist einfach, so sind wir erzogen worden einfach. Wir hoffen da jetzt eigentlich auch am Mittagstisch, kann man sagen, wie ich heute gekommen bin. Mittag bist du gerade auch auf dem Tisch gesessen, hast gegessen. Also hast du ein bisschen auch mitgezogen. Ja und ich genieße ja das jetzt noch, wenn die Kinder heimkommen, wir gemeinsam Mittag essen. Das ist einfach, was mir wirklich taugt, wo man auf einem großen Tisch gemeinsam rundherum sitzt, wo man sich austauscht, wo man Zeit hat zum reden. Waren das Werte, die ihr zu Hause gepflegt habt? Ja, immer. Wir haben immer so, während der Woche, wo natürlich unterschiedliche Sachen waren, aber es ist immer auf Nacht gemeinsam gelausen worden und zum Wochenende immer gemeinsam Mittagessen gegessen worden. Mit dem, was überhaupt nicht umgehen kann, wenn man so Werbungen sieht im Fernsehen, beim Fernseher, dann sitzen sie auf der Sofa und aus dem Poppenteck essen die Pizza raus. Ich mag Pizza überhaupt kein Problem mit, aber nur eine Poppentecke-Kultur kann ich nicht umgehen. Bei mir gehört ein ordentliches Teller her, gehört ein Besteck her und man muss sich Zeit nehmen dafür. Worüber habt ihr da früher geredet, bei so einem Mittagstisch und sowas? Und sowas, waren das so die Themen? Ja, das ist ein... Die Tage stemmen einfach, damit man nicht nebeneinander vorbeilebt, sondern damit jeder weiß, was ist geschehen, was ist passiert, einfach, wie es in einer Familie halt ist, wenn man gemeinsam einfach noch redet. Jetzt stell mir vor, du sitzt so am Tisch, oder ich stelle mich dir jetzt vor als 10-Jährigen, und du lebst so dahin, und was waren damals so deine Thiele? Was wolltest du werden mit 10? 10, 12, such das aus, aber was wolltest du als kleiner Ritter oder? Nein, das ist ganz... Du hast mich eingeschweißt, für mich war immer die Landwirtschaft ein bisschen prägend. Aber es war schon ein bisschen, dieses Kaufmännische habe ich schon ein bisschen gespürt. Wie spürst du das auch? Meine Großeltern haben damals noch ein Gasthaus gehabt, ein bisschen Kaufmannsladen spielen und so. Dieses Thema Kaufmann ist schon ein bisschen da gewesen, aber frag mich nicht warum, ich hab auch keinen Bezug dazu, aber das ist das, was ich mir eher nicht vorstellen konnte. Ich hätte mir nicht vorstellen können, Mechaniker zu werden. Ich bin eher auf der kaufmännischen Seite ein bisschen der Zahlenmensch. Weißt du, Zahlen sagst, wo lagen deine Stärken in der Schule? Lagen sie überhaupt in der Schule? Naja, ich bin in der Mieten gut durchgekommen. Mathematik ist mir vieles lieber gewesen als Deutsch oder Englisch, da war ich auf alle Fälle nicht der Zahlenmensch. Oder auch wenn es zum Beispiel Geschichte, die Jahreszahlen und so, das hat alles geflutscht. Du weißt dann, dass er die Jahreszahlen gemerkt hat? Ja, einfach. Große Fix, ich habe ihn mir verstanden. Nein, das hat schon funktioniert. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, ich hätte ja dann die Handelsakademie probiert. Nach zwei Jahren hab ich gesagt, naja, vielleicht ist doch die Lehre gescheitert, und dann hab ich dann die Lehre begonnen. Die Lehre hast du dann begonnen. Genau. Okay. Wofür hast du dich entschieden? Naja, wie gesagt, Textilkaufmann, ich war jetzt nicht der Textilfreak, überhaupt nicht, sondern ich wollte einfach Großhandelskaufmann werden. Und da hat es mir eine neue Hemdenfirma gegeben, die gibt es jetzt leider nicht mehr. Und dort habe ich den Handel gelernt, wie agiert der Großhändler. Also Großhändler, Textil-Großhandel war das? Genau, Textil-Großhandel. Du gehst deinen Beruf schön so rum und das war für mich. Also sehr sehr einfach alles, ich hab Lautanze gehabt, im Endeffekt hätte der Berufsschullehrer gesagt, ich soll Berufsschullehrer werden, weil, also das hab ich gut gekannt und hab auch meine Kollegen, wir waren dann im Internat, bei der Abendschule hab ich dann die Kollegen ein bisschen unterrichtet, sag ich mal so, es hat gut funktioniert, war eine schöne Zeit, aber ich bin dann doch nicht Berufsschullehrer geworden, weil Warum? Also Weil ich hätte selber wieder was lernen müssen und dann hätte ich, und das Geld hab ich auch gebraucht, Also kein Geld gehabt, dass ich so eine Ausbildung machen würde. Es hat damals noch Hemdenfirmen gegeben? Genau, Hemden und Blusenfirmen. Die Firma Bumant. Bumant? Bumant, ja. Berter Y. Mount, dann wieder Berg. Gibt es heute nicht mehr oder ist nur verkauft worden? Gibt es nicht mehr, ich glaube dann irgendwann zugesperrt. Ich meine, da waren 80 Mitarbeiter, Hemden und Blusen produziert in Linz. Aber wie gesagt, diese ganze Zeit hat, mit billigsten Importen von Textilien. Ist man irgendwann dann nicht mehr wettbewerbsfähig in Österreich. Ist das die Zeit gewesen, weil das Waldviertel ist ja speziell bekannt, glaube ich, für seine Textilherstellung gewesen. Ja, Waldviertel, auch Müllviertel, Müllviertel mit Leinen und so Sachen. Ja, das war die Umbruchzeit. Das war, wo du gelernt hast, oder? Genau. Beschreib das mal, das sind Lebensmittel, aber das ist ja auch so ein Teil der österreichischen Geschichte, dass wir immer hören, früher haben wir eigentlich das Gewand noch selber produziert. Was war denn der Grund, dass das damals so einbrochen ist? Naja, die Billigpreisspirale, wie bei vielen Sachen. Irgendwann wird dann ausgelagert in Billigländer. Wohin ich damals ausgelagert war? So genau kann ich es nicht sagen, aber es ist auch dann schon verhältnismäßig immer, zuerst vielleicht einmal auf Ungarn oder Rumänien oder wo auch immer weiter in den Osten bis dann halt irgendwann in Bangladesch landest. Dort hat die Spirale schon angefangen, da hat es viele gute Textilfirmen noch gegeben, gerade mit Vorarlberg haben wir eine Geschäftsbeziehung gehabt, da haben wir Stoffe gekauft und das ist dann immer weniger geworden und vor ein paar Jahren ist das ganze Unternehmen dann komplett geschlossen worden. Wie ich dort war, da hat man schon gespürt, es ist angespannt, die ganze Geschichte. War das für dich dann auch ein Grund, also es waren jetzt nicht die Textilien, die dich so interessiert haben, sondern es war das Kaufmännische, das hätt auch was anderes sein können, hätten nicht Textilien sein können. Man greift's nicht, Handel gewesen wäre es auch wurscht gewesen. Eigentlich das Kaufmannische. Ich sage, das Mathematische und auch die Buchhaltung hat mich interessiert. Diese Themen haben mich interessiert. Wo ich mich später habe, sind die Sprachen gewesen. Da habe ich bald gemerkt, das ist nicht meine Stärke und habe mich eher immer mehr auf Zahlen fixiert. Das heißt, der nächste Schritt, den du vorher schon gesagt hast, Richtung Versicherung, glaube ich, war das, der hat dich dann irgendwie aufgelegt, oder? Genau, dann war ich Versicherungskaufmann, war eine ganz coole Zeit. Noch einmal gelernt, oder? Nein, da war ich ganz jung eingestiegen, habe dort auch meine Erfolge gehabt, bin schon als Versicherungsinspektor geworden. Du bist Inspektor? Ja, hat es trotzdem alles noch gegeben. Hat es geholfen? Ja, hat es noch geholfen, hat es noch alles gegeben. Die Versicherung ist jetzt umgenannt worden, ich will da jetzt keine Werbung machen. War eine nette Zeit, nur das Problem ist, da war ich sehr jung noch, die Arbeitszeit hat sich meistens am Abend abgespielt. Also die Tagesstruktur hat mir vielleicht ein bisschen gefallt, da muss man so sagen. Und der Nachbar hat bei der Eisenbahn gearbeitet und hat gesagt, hey, du arbeitest an einem Job. Mit mehr Struktur? Mit mehr Struktur, nicht immer so. Der kann ganz gut passen. Aber wenn ich mal das ansehe, dann bin ich bei der Eismann geblieben. Da darf ich halt ausmäßig schnurren. Wie alt warst du? Boah, wie alt war ich noch, als ich gewechselt habe? 20, 21, sowas. Also mit 21 warst du schon quasi ausgelernter Textilgroßhändler. Genau, zwei Jahre Versicherung. Dann noch Versicherungsinspektor gleich. Genau, das habe ich gleich im ersten Jahr gemacht. Ich habe einfach gute Verkaufserfolge gehabt. Aha, okay. Genau, und dann habe ich ein bisschen was gebraucht für mich persönlich, ein bisschen was gefestigteres. Ja, mit 21 schon? Genau, ich habe auch mit 23 geheiratet und das Haus gekauft. Das war viel früher, früher waren wir früher dran. Zeiten verändern sich. Wann habt ihr euch kennengelernt, du und deine Frau? Wie heißt deine Frau? Hedwig. Die Hedwig, heißt die? Ja, wir haben, ich war 21, sie war 19, haben wir uns kennengelernt. Hast du ihr Versicherung antrat? Nein, das ist viel spannender gewesen. Viel spannender? Über gute Lebensmittel haben wir uns kennengelernt. Na? Ja, sie ist Köchin gewesen. Ah, Köchin? Ja, und sie hat das gut verstanden. Ich hab mir immer ein belegtes Brot bestellt und hab immer extra viel Mayonnaise draufgekriegt. Aha. Und irgendwann ist das zusammenhängen geblieben. Also sie hat mich mit einem belegten Brot gefangen. Mit einem? Oder mit einer Serie? Mit einer Serie, genau. Und mit ganz viel Mayonnaise? So richtig, ja. So hat's angefangen. Isst du heute immer noch Mayonnaisebrot? Auch, aber eher seltener. Ja? Genau. Heute muss ich schon ein bisschen auf die Figur schauen und auf die Gesundheit schauen. Ja, ihr habt ihn immer wieder. Das heißt, wie lange seid ihr jetzt verheiratet? Jetzt fragst du mich fast ein bisschen. 36 Jahre. Du fragst jetzt nicht noch den Hochzeitstag, sondern eher noch die Jahre ungefähr. 36. 36. Okay, also das Brot muss gut gewesen sein. Ich hoffe, es war gut. Also ich war Köchin, habt euch wieder zusammengefunden, hast du vorher schon gesagt, ich bin von einer größeren Landwirtschaft gekommen, da war es 3er, 2,1, da gab es dann Kairat, da warst du schon bei der ÖBB, welcher Bereich war das? Ich war am Verschiebebahnhof. Am Verschiebebahnhof. Genau, in Linz. Ich war ein ganz Klassiker, wir haben angefangen mit wirklich Züge, Züge zu koppeln, sag ich mal, also zusammenhängen. Und zum Schluss dann hab ich einen Meister gemacht bei der MFA. Den Spektra? Nein, da hab ich einen Meister gemacht, einen Verschubmeister. Einen Verschubmeister? Genau. Und ich hab wirklich einen lässigen Job gehabt. Das darf man gar nicht sagen, es war eine coole Zeit da zumals. Warst du damals pragmatisiert? Warst du Beamter? Ich war schon Beamter, fix fährt bei mir, wie heißt die Sache, schon alles gelaufen. Also Hackerl? Hackerl da drunter, genau. Was mich ein bisschen gestört hat an der ganzen Geschichte, es war wirklich eine lässige Zeit. machen können. Ist jetzt nicht mehr so, aber damals hat es gut gepasst. Nur was mich wirklich irritiert hat damals, ist, dass so die EDV-Einführung gekommen ist Aber der Bande ist voll. Und... Da hat es eine gestreckte Reihenfolge, je älter, umso weiter bist du vorangereiht. Ja, und als die EDV-Abstellung gekommen ist, haben die allen, haben die EDV betrauen müssen. Die Jungen, die es wollten, sind nicht zum Zug gekommen. Und das war für mich kontrovers. Die allen wollten nicht und die Jungen wollten. Weil die alle sind gefahren, also kann man das erst haben. Und das ist für mich unlogisch gewesen. Und dann hab ich gesagt, nein, da bin ich nicht alt, Wenn mich das schon aufregt, dass da nicht unternehmerisch gedacht wird. Aber wo kommt der Unternehmer bitte her? Du hast vorher gesagt, du bist weg von der Versicherung dann wieder und auch von der Textil, weil du nach Sicherheit gesucht hast. Dann hast du Sicherheit geschenkt bekommen quasi im All-Inklusiv-Ultra-Paket bei der ÖBB damals. Das habe ich ein Eichel genossen, ne, 10 Jahre. Ach, 10 Jahre? Ja, aber ich habe mir natürlich inzwischen ja die Landwirtschaft gekauft und habe dort ja verhältnismäßig bald mit Direktvermarktung begonnen. Also nebenbei zurbe? Genau, ich hab die Landwirtschaft gekauft, ich war produziert in der Landwirtschaft und hab meine Eisenbahner-Kollegen mit guten Sachen von meinem Hof gekauft. Also du hast quasi deinen Absatzkanal direkt in der Arbeit gehabt quasi? Genau. Scheiße, Unternehmer. Ja, so hat das angefangen, in Endeffekt. Zeug verschoben dort. Genau, genau. Verschieben waren wir auch. 1988 hast du gesagt, du habst das Haus gekauft. Wart ihr gerade einmal verheiratet oder länger? Da waren wir ein Jahr verheiratet. Ein Jahr schon. Noch erst. Ja, das ist eigentlich nicht so viel. Habt ihr euch gleich einen Bauernhof gekauft, den habt ihr dann das Haus niedergerissen, das Haus... Nein, nein, nein, nein. Nicht niedergerissen, altes bewahren. Ah. Ja. Wirklich fein hergerichtet, wirklich auf alt belassen. Das war das Coole bei dem Haus, weil nix verschandelt war. Es waren die alten Fenster drinnen, die alten Türen. Die sind jetzt noch drinnen, die alten Innentüren. Im Mühlviertel gibt es ja die Graniteinfassungen bei den Fenstern mit einem Fensterkreuz. Alles revitalisiert und alles original gelassen. Schönes Gewölb drinnen, eine super geschnitzte alte Holztramdecke drinnen. Also im Winter sehr romantisch, im Sommer ist es ein bisschen finster, du brauchst für alles elektrisches Licht, weil die Fenster so klein sind. Jetzt haben wir uns natürlich ein bisschen was modernisiert und einen Teil mit größerem Fenster macht und ein Teil wirklich noch alt lassen. Aber den Grundriss vom Haus... Der Grundriss ist noch alles original. Okay, seid ihr heute noch da? Ja, ja, auch die junge Generation schon da. Aha, aber das heißt ein bisschen dazubauen, weil sonst was nicht... Nein, nein, da ist eine Vierkante... Oder war ich schon so groß? Da ist eine Vierkante, da ist Platz drinnen. Also da, genau, da ist schon eine Vierkante, da ist schon ein bisschen Platz drinnen. Okay, okay. Und, also Haus umbaut und dann nach und nach angefangen Viecher oder... Genau, wir haben verhältnismäßig bald mit Muttergehaltung angefangen, das heißt wir haben unsere Rinder... Einfach rauslassen, auf die Weide. Bei uns haben die Rinder auch in den Winter rausgehen können, wenn sie wollen haben. 20 Hektar ist das. Und die Nachbarn haben gesagt, was ist das für ein Arsch, da darf er ja nicht pflegen. Bis wir das erklärt haben, was für einen Spaß die Tiere haben, wenn sie sich entscheiden dürfen, gehe ich in den Stall rein oder es schneit ganz frisch und die Tiere gehen raus und bleiben draußen stehen bis sie 10 cm Schnee am Buckel drauf haben, weil ihnen das so Spaß macht. Dann weiß man eigentlich, wie es den Viechern gefällt. Oder wir haben es vor 30 Jahren doch ab und zu noch einen größeren Winter gehabt, da haben wir Fotos genommen, da waren die Tiere so in 60-70 cm Schnee, und wenn wir dann hüpfen und sie gerade haben, dann weißt du, was es bedeutet, wie es dem Tier geht. Alles wie wenn sie immer in einem warmen Stall stehen müssen, angehängt sind und keine Entscheidung haben. Woher habt ihr das damals gewusst? Das hab ich nicht gewusst, das hab ich einfach probiert. Und für mich, ich hab mich natürlich auch schlapp gemacht, ich hab Literatur gelesen. Hat es dich schon gegeben, die Literatur, damals? Ja, sicherlich, das ist keine Erfindung gewesen für uns. Das funktioniert tadellos und inzwischen ist in unserer ganzen Ortschaft fast alles so. Wir haben, glaube ich, nur noch bei 100 Prozent Bio-Bauern und jeder kennt diese Formen. Der Weidebetrieb ist wieder aktuell geworden, im Endeffekt. nicht nur im Herbst, wie man es früher eh schon gehabt hat, dann hat es mal eine Zeit gegeben, dass die Tiere überhaupt nicht mehr rausgekommen und jetzt mit der Bio-Landwirtschaft gibt es wieder Tiere auf die Weine. Die Hedwig, habt ihr das beide mittragen von Anfang an, dass ihr das macht, habt ihr es ein bisschen ausschnapsen müssen oder war das für euch? Ich war für beide ganz klar, dass überhaupt kein Disco ist. Also ihr habt euch getroffen? Genau, genau. Wir waren auch ein bisschen der Rädelsführer in der ganzen Gegend, da hat es noch einen Verein gegeben von solchen Idealisten, sag ich mal. Der Verein war BifNatur, wie es damals hieß. BifNatur. Da war ich der Obmann, da hab ich auch schon 60 Mitglieder gehabt, wo wir denen das ein bisschen gezeigt haben, was wir tun, haben da eine gemeinsame Vermarktungsgeschichte gegründet und hab da ein bisschen schon angefangen. Also irgendwo kommt es mir vor wie so ein bisschen, ich sag jetzt einmal Rebell oder so. Ja, eher sanfter Rebell. Ja, ein sanfter Rebell, aber jetzt hört es sich an wie so, ich probier's aus, ich mach das, ich mach das als einer der wenigen da in der Gegend. Du kommst aus von der ÖBB pragmatisierter Beamter, wird auf einmal der Prototyp-Unternehmer auf der landwirtschaftlichen Seite. Wo war das drinnen, oder woher hast du das? Oder ihr das eigentlich, das wart ihr beide, oder? Ich bin ja jetzt immer offen für Neues, wissbegierig, informiere mich viel. Natürlich hast du auch ein paar Vorbilder. Bei uns in der Ortschaft hat es einen Biobauern gegeben schon, der war so der Erste, das war so ein Urgestein, kann man sagen. Wie hat er geheißen? Der König. Der König. Und da habe ich auch schon gesehen, wie denkt der, wie tut der. Und dann hast du auch ab und zu so Erlebnisse. Ein besonderes Erlebnis habe ich gehabt, wir haben am Anfang ja keinen Maschinenpark gehabt, Und die haben mir die Arbeit machen lassen, von anderen Bauern, die mit dem Traktor gekommen sind, haben wir die Arbeit bis wir dann die Maschinen gehabt haben. Und ein besonderes Merkmal war, wir haben ja unser eigenes Trinkwasser. Im Brunnen? Genau, im Brunnen. Ja, wir in einem Feldstück. Und dann hast du halt dein erstes Kind, das du bekommst, Ich hab drei Kinder inzwischen, das ist ja gut gesagt. Bis jetzt, oder? Ja, es ist erledigt. Und hab... Alle Kinder her. Sobald du Kinder hast, ist es nochmal komplett was anderes. Du möchtest halt das Beste für das Kind und so. Und dann kommt ein Landwirt und sagt, schau dich bitte um das Feld an. Der kommt mit der Spritzen, der Unkrautspritzen, da sind wir halt noch kein Bio-Betrieb gewesen. Und der fährt mit der Unkrautspritzen über meinen Brunnen drüber, hat nicht ausgewichen, nicht angeschaltet, die Maschine und nix. Und dann denke ich, und das Wasser trinke ich dann auf Nacht. Das war so die Initialzündung. Nein, so betreibe ich meine Landwirtschaft nicht. Ich bin ja nirgends in der Biolandwirtschaft aufgewachsen, ich hab auch keinen Bezug gehabt zu einer Biolandwirtschaft. Also das Ziel mir gründet nicht zum Biobau auf, gar nicht? Nein, überhaupt nicht. Nur Landwirtschaft. Nur diese Szene, dass ich das Wasser da jetzt trinken soll, wo der mit der Spritze drüber gefahren ist, war für mich der Schlüssel. Aber das trinkt ja er auch, oder? Das ist das gleiche Wasser, das er auch trinkt. Ja, aber der hat die Erfahrung nicht gemacht, was ich gesagt habe, ich tue das nicht. Und dann ist für mich klar geworden, wir stellen die ganze Landwirtschaft auf Bio an. Du bist daheim gegangen? Ja, jetzt ist es wieder angestellt. Den einen Bauern habe ich gekannt, ich habe ein bisschen gesehen, was er tut. War er ein Vorbild? Vorbild ist vielleicht, dass er Bio macht, das war, ich meine, ich hätte das nicht so gewirtschaftet, wie er es gemacht hat, weil der war sehr arbeitsintensiv. Also ich habe das ein bisschen dann anders gemacht. Ich habe eine sehr einfache Landwirtschaftsform, die Mutterkaltung, gewählt, habe aber zum Beispiel seine Produkte verkauft. Weil das wäre mir zu viel geworden, ich wollte jetzt nicht von den Acker schneiden, die Erdäpfel graben. Da war ein Bauernhof, aber die Produkte, die du da hast. Ich habe für alle Nachbarn, die ein bisschen Produkte produziert haben, Milchprodukte waren, ganz schnell gekauft und weiterverkauft. Sehr weit vorn, was Hauszustellung betrifft. Die Firma Biowichtl, weiß nicht, ob der da was sagt. Biowichtl? Ja, das hab ich schon einmal gehört. Ja, das hab ich gegründet und dann im Jahr 2000 wieder verkauft. Ich war einer von den ersten, die einen Katalog gehabt haben mit 800 Artikeln drinnen. Die Kunden haben sich das dann ausgesucht und da hab ich Produkte für die Nachbarn gehabt und und und und und, und die haben es ausgesucht und nächste Woche habe ich es geliefert. Und das ist der erste Schritt meiner Selbstständigkeit und das war 1995. Und da hab ich das Glück gehabt, ein Jahr bei der ÖBB mir unbezahlt Urlaub zu nehmen. Und da hab ich das getestet, ob das eine Zukunft ist. Das war so das Jahr, wo du rausgetrifftet bist aus der ÖBB, oder was? Genau, genau. Bio-Wichtl. Okay, Logistikunternehmen, ÖBB. Wie bist du denn drauf gekommen? Ich kann jetzt natürlich interpretieren, Logistik, ÖBB, sonst irgendwas. Wie kommt man auf das? Naja, da bin ich nicht alleine drauf gekommen. Da hab ich einen Freund gehabt. Der Freund ist aber leider dann verstorben. Wie hat er geheißen? Der Schober Hermann. Wir sind so ein bisschen auf den 80ern gemütlich beim Bier beieinander. Er ist ein Nachbar gewesen, hat auch eine Landwirtschaft gehabt. Er hat das so im Gedankengang gehabt. Er ist dann auf Bio umgestiegen. Also ein Freund. Ein Freund. Und dann haben wir uns zunächst aufs Daumen gelegt, alle Bauern jammern, haben gesagt, nehmen wir es selber in den Taunus, tun wir es direkt vom Markt. Und so fängt es an zu fantasieren. Irgendwann haben wir gesagt, jetzt machen wir einen Weg in den Kopf. Und haben 1995 die Firma gegründet und haben dann mit Hauszustellung angefangen. War das schon in der Luft, die Idee? War das schon so greifbar? Oder war das komplett innovativ? Nein, nein, nein, das ist... Du darfst mich jetzt nicht mehr genau fragen, wann wir zur EU gekommen sind, aber ich glaube, das war auch nicht so gut, wann das war. Es hat dann auch für die Landwirtschaft Fördergelder gegeben, sich neu auszurichten. Jetzt kommst du zur EU, die deutsche Landwirtschaft ist eine wesentlich größere Landwirtschaft, es sind andere Rahmenbedingungen. Jetzt haben die kleinstrukturierte Landwirtschaft, wir waren in einem benachteiligten Gebiet, da hat es mal so Ziel 5B geheißen, hat es dann Förderprogramme gegeben, für innovative Bauern, die sich was überlegen, wie machen sie den Hof zukunftsfit. Und da ist halt auch unter anderem die Tierärztevermarktung gefördert worden mit EU-Programmen. Und da haben wir dann gesagt, hey, was machen wir denn? Und diese Idee der Tierärztevermarktung ist dort sehr stark forciert worden. Und dann gibt es halt andere Bauern noch, die haben so die Idee gehabt, Rindfleisch tierärztlich zu vermarkten. Keiner hat aber eine Möglichkeit gehabt zum Schlachten und so weiter. Was tun wir? Dadurch, dass ich mir doch ein bisschen weiterfühle und gedacht habe, haben wir auf meinem Hof noch dazu eine Kühl- und Schlachtgemeinschaft gebaut und betrieben. Mit 26 Bauern miteinander. Die haben dann ihre Tiere gebracht, haben eine Arbeit gehabt und haben das da geschlachtet. Teilweise haben sie es selber vermarktet und teilweise habe ich es auch wieder vermarktet. Ich war dann nicht der Fleischer und hab das geschlachtet, aber ich war der, der es einteilt hat und es vermarktet hat und ich war schon wie der Händler, der Kaufmann wieder da und hab das dann ein bisschen verteilt und verkauft und ich hab gesagt, die Firma hab ich schon gehabt da und hat das dann schon ganz gut funktioniert. Immer hochriskante Entscheidungen, das waren ja mit Investments, mit Firmen, die du gegründet hast. Bist du da immer, oder seid ihr da eigentlich immer dann all-in gegangen, oder habt ihr da ein bisschen so eine Sicherheit auf Basis, die man dann diese Unternehmungen auch wagen kann? Ja, ja. Bissl risikofreudig bin ich schon. Nein, es waren schon ein paar Sachen, die wir gut gedacht hatten. Ich will sagen, diese Förderprojekte bekommst du ja nur dann, wenn du ein ordentliches Konzept dahinter hast. Du bekommst ja nicht auf gut Glück Förderkonzepte. Dann haben wir natürlich auch viel Eigenleistung gemacht. Die Bauern haben ihren Beitrag dazu geleistet. Es war eine Gemeinschaft. Das ist halt in meinem Haus gemacht worden, weil der Platz da war. Aber es haben alle einfach zusammengeholfen. Aber natürlich ist es dann bei mir immer mehr hängen geblieben. Der Hermann ist dann einfach rausgestiegen, weil das zu viel war und ich habe das dann hauptberuflich gemacht. Dann ist die Ware immer mehr geworden und meine Schwester hat in Wien studiert und die hat gesagt, in Wien werden noch viele aufgeschlossene für gute Sachen direkt von Bauern und so habe ich mich dann auch entschlossen Kühlauto zu kaufen und auch noch Wien zu liefern. Also okay. Und dort ist dann natürlich das angefangen, dann brauchst du erste Mitarbeiter, dann habe ich schon zwei Mitarbeiter gehabt und dann kommst du natürlich dann schon in eine Verantwortung, wo es dann nicht mehr funktioniert, dass ich etwas anderes mache. Dann erst? Also wie ich angewöhnt bin, habe ich immer gewusst, ich habe alles im Griff, dann wenn das nicht funktioniert, mache ich etwas anderes, irgendwas mache ich. Sobald du mal Mitarbeiter hast, gehst du schon in einen Verantwortungsbereich rüber, wo du nicht mehr so hin und her hüpfen kannst, sondern wo du einfach auch Verantwortung übernehmen musst. Aber das war schon der Bio-Wichtel damals? Genau, das war dann schon die Firma Bierwichtl, die wir 1996 gegründet haben. 1996 war das, ja. Genau. Und vor dem Internet. Vor dem Internet, vor dem großen Internet, sagen wir mal. Ein bisschen hat es ja schon gegeben. Dann ist Wien losgegangen. Wenn ich nach Wien dann angefangen habe zu liefern, äh... Ist... Ist... ist... ist... äh... was zusätzlich... Ich hab 800 Produkte gehabt von... 800? Genau, von Käse, von Getreide, von Gemüse, von Schnaps, von Eiern, äh... alles mögliche. Eier aus dem eigenen Hof, das ist jetzt der Bereich, was meine Frau immer noch macht. Und haben das geliefert. Und dann ist das Fleisch, das sie von unserer Schlacht- und Kühlgemeinschaft gekauft haben, aber Fleisch ist dann immer mehr geworden, weil wir in Wien eine Gruppe von Bauern kennengelernt haben. In Wien? In Wien. Der fahrende Schlachtwagen. Ich weiß nicht, ob das irgendein Begriff ist. Also mobiler Schlachthof ist heute ein Begriff, aber von damals... Es war damals eine Initiative von Bauern, die haben einen Sattelschlepper umgebaut auf ein Schlachtauto mit dem Ziel, den Tiertransport zu vermeiden. Es fährt ein Schlacht-Lkw zum Hof und dort wird dann geschlachtet und dann wird die Schlachthälfte in eine Fleischerei gefahren und dort wird dann weiterverarbeitet. Die waren da sehr stark unterwegs und war eine sehr starke, engagierte Gruppe und die sind dann schnell gewachsen. Sie haben da ein paar Das war's. Strukturelle Probleme gehabt. Da kamst du ins Spiel. Nein, noch nicht ganz. Irgendwann hat man sich kennengelernt und dann haben sie gesehen, dass ob man so Produkte gebraucht hat, die es selber nicht gehabt haben, weil die haben nicht immer das ganze Tier vermarkten müssen, dann haben sie vielleicht ein paar Filet mehr gebraucht oder was. Und sie haben gewusst, ich mache das auch verhältnismäßig gut bei mir im Hof, die Tiere vom Hof, die Tiere aus der Nachbarschaft und dann hat man sich halt ausgetauscht. Und dann habe ich halt die Ware verkauft und das ist dann auch immer mehr und mehr geworden, es ist immer größer geworden. Aber eine strukturelle Schwäche, die sie gehabt haben, Führungsschwächen teilweise und natürlich auch das Problem, dass die Gesetzgebung irgendwann gesagt hat, das mit dem Schlachtauto, das funktioniert nicht, man kann die Hygienerichtlinie nicht einhalten, die was braucht und so weiter. Also wir sind halt auch Steine in den Weg gelegt worden und irgendwann ist das halt angetragen worden und irgendwann sind sie so in Strudel gekommen, dass sie eigentlich in Konkur sammeln müssen haben. Also eine Geschäftsgrundlage im Endeffekt durch die Regulierung entzogen worden? Ja, nicht nur das, es ist auch die Führung ein bisschen chaotisch gewesen, nennen wir es mal so. Es hat einfach keinen Platz gegeben und das Problem, was war, da war ich dann schon sehr risikofreudig. Für diese Unternehmensgröße, was ich gewesen bin, sind zwei Mitarbeiter gehabt und ich. Und dazu haben wir jetzt noch 200.000 Schilling Außenstände gehabt. Das kann man jetzt mit 200.000 Euro vergleichen, sage ich mal so. Was heißt Außenstände? Von dieser Fahrerentschlachtung, ich war geliefert, aber nicht bezahlt bekommen. Lieferverbindlichkeiten, Eine Forderung hast du gehabt. Genau. Und jetzt kommt es zur Versteigerung der ganzen Geschichte. Und ich habe mir gedacht, wenn das in den Konkurs geht, da verliere ich mein ganzes Geld. Na ja, die Bank hat mich auch nicht mehr unterstützt in Wahrheit. War das kritisch für die 200.000? Es war sehr kritisch. Es war existenzbedrohend. Aber ich habe einen guten Freund gehabt, den Herrn Gottfried Bruckner, mit der Firma Biowichtl und der hat mich dann unterstützt und ich hab dann gesagt, du konzentrierst dich auf Biowichtl, ich konzentriere mich auf das Fleisch und dann, Dann bin ich Versteigerungstermin auf Versteigerung gefahren und bin aber da. Der Gerichtsvozier und ich und sonst niemand. Weil ihr zu zweit seid. Genau. Und somit habe ich seit 30. Oktober 2000 das Geschäft, immer noch das einzige 100% Biofleischgeschäft von Wien am Sonnbergplatz, Sonnberg Biofleisch. Von da kommt eigentlich der Name Sonnberg Biofleisch. Das heißt, das hast du da so übernommen. Genau. Und das Geschäft gibt es immer noch. Das gibt es noch? Ja, ja. Im 19. Bezirk. Im neunzehnten. Genau. Ich habe auch noch ein Geschäft in Kooperation mit der Firma Dance Bio Supermarkt im dritten Bezirk und im siebten Bezirk. Aber das war so die Initialzündung für, 100% Biofläche. Das war so… Also aus der Gefahr und aus dem Risiko aus, du musst auch, ich sage Du musst zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und du musst aber auch Chancen erkennen und mutig sein, im Endeffekt. Das ist mir halt oft gelungen. Oft bin ich natürlich auch an der Kippe gestanden. Wie geht's weiter? Aber da habe ich mir, glaube ich, die richtige Entscheidung getroffen. Aber war das jetzt so eine geplante Strategie? Überhaupt nicht. Du hast angefangen, 1988 habt ihr euch das Haus gekauft. Dann habt ihr ein bisschen die Landwirtschaft geholt und bist draufgekommen. Und auch jetzt irgendwie die Leute brauchen, ist das ein Bedarf? Naja, der Bedarf war schon da, weil ich immer gesagt habe, ich will Eigenversorger sein. Also ich habe schon mal Produkte produziert. Ja, der Eigenbedarf war schon da. Und weil ich schon mal Produkte produziert habe, gute Arbeitskollegen habe, dann habe ich gesagt, produziere ich so viel, dass ich meinen Arbeitskollegen auch was geben kann. Weil die Landwirtschaft ja größer war, als was geplant war. Dann habe ich das gemacht und dann habe ich gesehen, das Direktvermarkten ist recht spannend. Dann sind meine Nachbarn, haben das gesehen, was ich mache und haben mir eine Produkte angeboten. Dann bin ich der Kaufer geworden und hab denen eine Produkte verkauft. Bing, bang und so. Genau. Und dann ist das neue, aufgrund meiner Schwester, das neue Kundenfeld Wien dazugekommen. Zwischendrin halt noch eine Schlacht- und Kühlgemeinschaft, die zufällig dann auch bei dir am Hof war. Genau. Und irgendwie hat es zusammengepasst. Richtig. Dann ist es halt immer mehr geworden und dann ist das Jahr 2000 gekommen und das war das Jahr der großen Wende, sag ich jetzt einmal so. Und dann kommt noch 2004, da war dann auch noch mal ein großes Wende. Aber im Jahr 2000 dann. Ist in Wien der Herr Maran Stefan, der hat die ersten Bio-Supermärkte in Wien eröffnet. Und der war ja am Songbergplatz mein Nachbar. Der hat nebenbei ein Bio-Lokal gehabt. Also der Nachbar vom Lokal. Genau. Also ich war auf Haus Nummer 1, er war auf Haus Nummer 3. Wir waren Geschäftsnachbarn. Ich war der Bio-Fleischer, er war der Bio-Laden. Die Kunden sind gekommen und am Markt hat es noch einen Bio-Gemüsehändler gegeben. Das ist ein sehr cooles Eck der Netz in der Bezirk am Sonnenbergplatz. Und der hat dann die ersten Bio-Supermärkte aufgesperrt und hat gefragt, ob ich dort Shop-in-Shop-Partner sein möchte. Und hat mit ihm den Weg gegangen. Jetzt haben wir dort nur was gebraucht und dann haben wir noch mal was gebraucht. Und dann ist natürlich bei mir im Hof alles viel zu klein geworden. Dann ist er dann endgültig irgendwann mal zu klein geworden? Dann ist er endgültig zu klein geworden, genau. Und da in Unterweißenbach gibt es die Familie Fürst, die haben da am Markt ein sehr gut gehendes Gasthaus, Hotel mit 50 Beten und der Vater ist da der Ortsfleischer gewesen. Und sein Sohn hat gesagt, ich kann mich nicht auf zwei Sachen konzentrieren, ich will das Hotel gut führen und Fleischerei ist keine Zukunftsbeugt für mich. Also er hat entweder gesagt, mach dir noch ein bisschen Pensiongeld oder er sucht ein Nachfolger oder ein neues Betriebskonzept. Ich hab was gesucht, gekannt hat man sich ein Und dann haben wir halt gesagt, 2004. Probieren wir es miteinander. Ich brauche einen Platz, er hat einen Platz. War eine größere Fleischerei? Ja, mit zwölf Mitarbeitern schon. Das ist der alte Standort. Wo ich heute schon Felsweckler gesucht habe. Wo wir auch schon zweimal erweitert haben. Und waren zwölf Mitarbeiter. War so der Regionalversorger in dem Eck, wo wir da daheim sind. Und ich habe gesagt, machen wir miteinander was, aber nur, wenn wir die Vision haben, einen 100% Bio-Fleischbetrieb da auszumachen. Also Bio war inzwischen einfach... Das hat nichts mehr anders gegeben als Bio. Und auf das ist eingestiegen. Wir haben das auch ganz gut gelöst und einfach gesagt, geben wir uns ein Probejahr, dann sehen wir, wie geht es uns miteinander. Nach dem Probejahr haben wir entschieden, wir machen Nägel mit Köpfen. Weg mit euch. Es hat immer unterschiedliche Meinungen gegeben, aber das Ziel haben wir beide gleich verfolgt. Er war mehr der Fachmann, dadurch dass ich kein gelernter Fleischer bin. Er war der Handwerker, du der Kaufmann. Wieder mal der Kaufmann. Also mit dem Kaufmann-Ding bist du jetzt eigentlich relativ gut durch. Ja, richtig, das war mein Ding. Meine Mutter hat ja Stärken, Stärken und ich Schwächen, Stärken. Er ist der Fleischer, ich bin der Kaufmann, fertig. Und jeder hat sein Ding gemacht. Und dann sind wir da zehn Jahre gemeinsam. Zehn Jahre? Gemeinsam sind die beiden Familien Fürst und Huber die Besitzer. Wir haben beide 50 Jahre Geschäftsführung und der operative Teil liegt bei uns. Und haben dann immer mehr und mehr gewachsen bis zum Schluss, wo wir das dann noch gebaut haben. Und der Herr Fürst ist dann mit 60 in Pension gegangen. Und ich sage mal so, ich habe tun dürfen, was ich wollen habe. Ich habe es natürlich im Sinne der Firma gemacht und das hat er auch gesehen. Es hat natürlich auch ab und zu Streitereien gegeben, aber das gehört sowieso dazu, zu sowas. Aber im Endeffekt haben wir beide das Ziel verfolgt und er hat das auch gesehen. Oder formulieren wir es sogar noch mal anders, als wir die erste Bauphase gemacht haben, dem Bau da ist doch eine große Investition gewesen. Wann habt ihr da gebaut? 2009. 2009? 2010, 2011. Und die Bank hat gesagt, Herr Huber, wenn Sie ein Fleischerei bauen wollen, müssen Sie ein gescheites Konzept haben. Es braucht nicht den 47. Wursterei oder den 20. Schlachthof in Österreich. In einer Zeit, wo es eigentlich weniger werden, oder? Ja, weit weniger. Man schaut, was in Wien die letzten 10 Jahre, also wie ich das gekauft habe, das heißt von 1990 bis 2000, und wie viel Fleisch schon weniger geworden sind. Da sind von 800 nur noch 100 da gewesen. Und so durch Zukunftsfeld da investiert, da geh ich rein? Da hat die Bank gesagt, wenn wir so ein gescheites Konzept haben, dann finanzieren wir euch. Wenn ihr kein Konzept habt, dann hat es keinen Sinn. Und das hat auch mein Geschäftspartner verstanden, dieses Konzept, und das hat auch die Bank verstanden, dass wir mit 100% Bio da eigentlich einen Zukunftsmarkt haben. Die haben das verstanden? Die haben das verstanden, ja. Was war das Argument? Das war halt nicht reif essen, wenn es nicht reif essen war, sage ich mal übertrieben gesagt. Nein, ganz einfach, weil sie sehen, Bio ist der Zukunftsmarkt. Das hat man 2000 schon gewusst. Das heißt, selbst da hat die Fleischbranche, die rund, die einem wirklich fallen ist, die Nische, wo sie steigen könnte? In Endeffekt, schau her, was ist denn wichtig, wenn du das machst? Du brauchst den Markt. Der Markt war ganz, ganz gering. Zukunft ist eine Vision. Also dort habe ich einen Markt. Der andere hat nur einen Verdrängungsmarkt gehabt. Ich frage jetzt eine Zahl Menschen, war das mehr ein Gefühl, dass der Markt da ist, oder habt ihr das gekehrt? Nein, das brauche ich nicht rechnen. Nein, das ist ganz einfach. Äh... Ich kenne Marktzahlen, ich schau mir sehr viel Marktzahlen an, ich schau, wie entwickelt sich die Biolandwirtschaft, wie entwickeln sich die Biobauern. Biobauern werden ja auch nur mehr, weil sie es verkaufen können. Biobauern werden ja nicht mehr, weil sie dann was produzieren, was keiner braucht. Also das hat man schon gesehen. Damals auch schon. Damals auch schon. Die Zahlen, Statistiken beschäftigen mich seit 1992 nur mit Bio. Da ist einfach Fachwissen da gewesen. Und genug Literatur, ich hab alle Zeitungen gehabt. Das ist meine Welt im Endeffekt. Und deshalb habe ich das auch gut mit Literatur belegen können. Ich bin jetzt kein Wissenschaftler, der das hochrechnet, aber ich kenne den Markt. Und da weiß ich, was bewegt sich, was ist möglich. Und habe natürlich auch Umzahlen gezahlt und gewusst, ich weiß, wie viel Bio-Anteil an Wurst verkauft ist. Und Rind, Fleisch, Kategorien, das haben wir alles gewusst, natürlich. Weil du kannst nicht einfach hingehen und sagen, ich habe ein Bauchgefühl, dass Bio wachsen wird. Da wird die Bank sagen, das ist ein nettes Bauchgefühl. Also man muss schon ein bisschen von dir das machen. Bist du der charismatische Überzeuger oder der knallharte Verhandler, wenn es um solche Sachen geht? Das ist unterschiedlich. Ich glaube, ich bin ehrlich, authentisch, das Geschwirr der Gegenüber, überhaupt auch bei den Banken. Aber ich kann auch lästig sein, ich hab morgen auch einen Banktermin wieder, weil ich einfach meine Zinsen einfrieren möchte, ich will nicht noch mehr Zinsen zahlen. Aber du warst variabel? Teilweise haben wir eine Variable auch. Wir müssen da verhandeln. Das wissen auch die Banken und ich bin nicht einer, der wenn die einmal sagen, nein, das wird nix sein, dann bin ich halt lästig. Ich gehe auch nur so weit, Leben und Leben lassen. Aber jetzt haben wir ein bisschen harte Zeiten. Da müssen wir gehen, wenn es einmal gut geht, dann geht es gut. Aber wie immer, der war's. Geld geschaut hat, nicht jetzt, dass ich reich würde, sondern dass es funktioniert. Ich bin auch so in der Familie aufgewachsen. Ich würde sagen, wenn einer in den Pfälzischen Dorf geht und neben ihm ein bisschen Arbeit, dann hat man auch drauf schauen müssen, dass es sich ausgegangen ist. Mein Vater hat sich auch das Bauernhaus gekauft, wo ich aufgewachsen bin. Du musst, also ich bin nicht der, der was Geld mit zwei Händen raus hat. Nur mit einer? Nein, einfach bedacht. Ich würde sagen, man darf nicht gierig sein, man darf aber auch nicht übermütig sein. Dass ich ab und zu risikobereit bin, das gebe ich schon zu, da tun sich ab und zu auch Schweine dabei. Würden das andere auch so sagen, die dich kennen? Ja, es sind schon immer dabei, die sagen, sie hätten es sich nie getraut. Aber ich kenne niemanden, der es sich getraut hätte, dazu mal einfach einen Bauernhof zu kaufen. Aber noch einmal, gerade bei Unternehmen interessiert es mich immer, wenn du gescheitert wärst, Hättst du irgendwie einen Plan B gehabt oder irgendwie eine Familie, wo du dich vergriechen könntest, oder war das wirklich so richtig mit Vollkrachen? Nein, so vernünftig bin ich immer gewesen, dass ich das Risiko abschätze oder dass ich mein Risiko absichere. Das habe ich immer irgendwie gemacht, weil ich bin ja kein Hassateur im Endeffekt. Aber natürlich mutige Schritte waren schon dabei. Und ich an den Anfang nicht, ich hab ein bisschen so einen Hintergrund gehabt. Ist das wichtig, dass man das hat? Ja, das ist schon wichtig. Du musst ja ein bisschen, wie soll ich sagen, du weißt ja auch, wenn man schlafen kann, ich wäre gut von dem abgesehen. Nein, das gehört dazu. Also ich bin jetzt nicht einer, der was gleich wandiert und was einmal nicht so geht, gleich Angst hat und die Flinte ins Korn hilft, sondern schlafen packen und durchziehen. Also ich bin sicher sehr ausdauernd, das ist sicher eine Stärke von mir. Bevor wir jetzt auf Saumberg kommen, wo es heute ist, oder in die Richtung von heute, was ist das Biowichtel geworden? Biowichtel hat ein guter Freund von mir übernommen, der hat das, boah, ich glaube über 20 Jahre betrieben, ist dann in Pension gegangen, hat sich eine junge Mannschaft aufgebaut, die, waren leider ein bisschen zu jung und die haben eine Woche vor Corona das Unternehmen zugespürt. Eine Woche vor Corona? Ja, die waren ein bisschen überfordert, der Gottfried hat das auch gemacht, bis 65 oder bis 67 hat er das gemacht, hat sehr lange geführt, ist gut etabliert gewesen, hat einige Mitarbeiter gehabt, aber die, die was nachgemacht haben, die haben, ich kanns nicht sagen, ich hab dann nicht mehr so den Bezug gehabt, die haben einfach die Ausdauer nicht gehabt. Das war ja dann ein Baby oder? Naja, wie gesagt, das war ein Baby. Es war insofern nicht schwer. Einmal, weil ich ein bisschen in der Not war. Ich sag ja, Veränderungen passieren immer, wenn entweder du hast eine Idee oder du hast eine Not. Oder du hast beides. Und ich habe eine Not gehabt, weil die 200.000 Schilling draußen waren, die ich nicht gekriegt habe. Und da habe ich einen gebraucht, damit ich ein bisschen Spülgeld gehabt habe, dass ich heute die Tochter steigern möchte. Und zweitens habe ich eine neue Herausforderung sofort gehabt. Und jetzt habe ich vor allem ein Geschäft gehabt, mitten in Wien, und ich war noch überhaupt nicht in Wien, mir war nicht vorgehabt, dass ich nach Wien ziehe. Und ich habe gewusst, ich lasse das Geld nicht liegen, weil das kann ich mir nicht leisten, sondern ich mache aus dem Problem oder aus der Gefahr, einfach ergreife ich die Chance, das gut zu machen. Und das ist ganz gut gelungen, im Endeffekt. Das heißt, das war im Prinzip dann ab, ich glaube, jetzt hast du vorher gesagt, 2004 hast du mit dem Fürst zusammen gearbeitet, gell? Genau, gell. Ab dem Zeitpunkt war klar, dass du da jetzt in... Ein Mittelpunkt. ...ein Mittelpunkt hast, und dass es ein Fleischerei, also ein Schlauchbetrieb, ein Fleischereibetrieb und ein Vermarktungsbetrieb wird, oder? Genau. Waffe, die dann klar in die Richtung geht, das wird's werden. Sobald ich die Entscheidung getroffen hab, weiß ich, das ist ja schon geworden, im Jahr 2000 ist schon geworden. Mit der Übernahme von Samenberg. Dort ist die Entscheidung getroffen, ich bin jetzt der Fleischmensch. Du bist der Fleischmensch. Und dass du quasi im Prinzip vom Schlachten bis zum, damals noch Landwirt, hast du ja auch noch. Genau, Schlachten, bei mir am Hof, mit der Fleischstelle, ins Geschäft führen, in das Geschäft haben wir ja noch hinten eine kleine Zerlegung dabei gehabt, da haben wir dann die Feinzerlegung gemacht und vor dem Geschäft haben wir es dann verkauft. Das haben wir die ersten drei, vier Jahre gemacht, bis dann das weitere Geschäft dazugekommen ist, wo wir gesehen haben, jetzt müssen wir sich was einfallen lassen. Am Anfang hab ich ja noch mit den Bauern zusammengearbeitet, die den Freiheitsschlachthof gemacht haben. Und andere bäuerliche Organisationen. Und dann ist halt die Familie Fürst ins Spiel gekommen. Und dann haben wir den nächsten großen Schritt gemacht. Okay, und dann ist es gegangen, wachsen eigentlich. War dann klar, jetzt müssen wir wachsen? Oder ist es dann quasi Erfolg gekommen von selber? War nicht klar. War nicht klar? Vielleicht ein bisschen wachsen, schauen. Ich sag mal, zuerst habe ich in Wien schon einige Mitarbeiter gehabt, aber sonst war ich bei mir am Hof, zwei, drei Mann unternehmen und dann habe ich vor allem zwölf Leute mehr gehabt. Mit Anschlag? Mit Anschlag, ja. Das ist natürlich ein großer Prozent, weil er groß erwachsen gewesen ist. Und dann ist es natürlich, vor allem hat es einen 100% Bio-Fleischer gegeben, der auch die EU-Zulassung hatte. Das heißt, du hast auch Exportmöglichkeiten gehabt. Vor einmal sind große Kunden auf uns aufmerksam geworden und das war damals die Firma C&C Pfeiffer, jetzt Transcomel. Und die haben gesehen, sie haben schon ein bisschen Bio-Fleisch gehabt, aber noch hat es keiner gekauft. Und dann haben sie die Idee gehabt, es war einfach ein normaler Metzger, ein Gräser in Österreich, der hat einmal einen Packerl hingekriegt, da ist sein Name draufgestanden, nebenbei ist wieder ein Packerl, da ist sein Name draufgestanden, da waren drei Buchsamen dabei, Bio. Das war es. Das hat aber keiner gekauft. Weil, auch noch das einmal, das würde ich behaupten. Da konnte ich nicht gewusst, wer was oder was man da einpackt, nur weil da Bio drauf steht, ist Bio und so Sachen. Es ist keine Geschichte dahinter gestanden und dann sind die Einkäufer da drauf gekommen, im Müllviertel gibt es zwar noch einen, die nur 100% Bio machen, das schauen wir uns einmal an. Dann sind sie gekommen, haben sich an unseren Betrieb angeschaut und haben gesehen, dass wir damals haben wir noch Müllviertel-Alm-Bio-Fleisch geheißen. Mühlviertel Alm Biofleisch. Das haben wir aber ganz schnell anbenannt. Warum glaubst du, dass wir es anbenannt haben? Wegen der Förderung, wegen der Alm. Nein, es ist so schräg irgendwie. Die Leute denken ja alle, es ist ein Einerlebnis, was ganz besonders ist. Ein Inviertler hat gesagt, ich brauche kein Mühlviertel Speck. Wir haben selber einen guten Speck. Aber ich habe noch nie gehört, dass einer gesagt hat, spiegt nicht. Also die Regionalität haben wir da ein bisschen hinten anstellen lassen, weil für uns ist Österreich regional, weil was sollen dann die Wiener sagen, die hat keine Landwirtschaft rundherum. Und deshalb haben wir die Marke Sonnberg genommen. Weil Sonneberg passt perfekt zu uns. Wir sind da authentisch mit der Gegend und deshalb heißt wir Sonnberg Biofleisch. Jedenfalls, die haben gesehen, da ist eine Firma, die hat eine Marke, die hat 100% Produkte und haben die ins Regal gelegt und die Produkte funktioniert. Das war eigentlich unser erster großer Kumpel, wegen der 100% Bio-Fleisch. Aber da ist ja vorher auch schon was gelegt. Ja, aber wie gesagt, da ist das Vertrauen nicht da gewesen, sondern der Motor. Wer weiß, was hat er mal eingepackt, sage ich jetzt mal so übertrieben. Ach, das war das? Genau. Und bei uns, da ist einer, die beschäftigt sich nur mit Bio. Und das war so die Initialzündung und wir sind immer noch mit denen sehr happy, sehr gute Partnerschaft. Mit Transcomé jetzt. Mit 30 KM, also in zwei Jahren dann 20 Jahre schon. Ich will ja nicht nur Produkte verkaufen, ich will ja auch die Geschichte dazu verkaufen und das ist uns eigentlich immer gut gelungen, ganz wurscht, wenn wir zusammenarbeiten, da ist einer, der macht es ein bisschen anders. Und das versuchen wir immer zu kommunizieren und ich sage mit C&C Pfeiffer ist es einfach so eine Initialzündung gewesen, Und dass das dann gut passt hat. Dann haben wir natürlich schon die ersten Supermärkte gehabt, die der Herr Maran gegründet hat. Dann sind wir in die Bioläne reingekommen, die ersten Großküchen sind gekommen. Da ist immer mehr und mehr geworden. Auf einmal waren wir dann schon 20 Leute. Das klingt so fein, aber du hast mich heute schon ein bisschen durch den Betrieb geführt. Ihr habt einige Maßnahmen getroffen, die zum Wolder-Tierrettier Woldrema nachher noch sicher beitragen. Aber jede Maßnahme kannst du umrechnen in Geld, quasi ein Kilo Fleisch, dann ein Kilo Endprodukt. Wie habt ihr es hier geschafft, dass ihr die Produkte am Markt unterbringt? Verkaufen muss ja auch wer. Wart ihr die Nischen-Kaiser, quasi diese Nische, die es gegeben hat, einfach ausgefüllt haben? Oder wie habt ihr es geschafft, dass das auch wer gekauft hat? Ich meine, der Nischen-Kaiser, das Wort ist gar nicht so blöd. Wir waren der Erste in Österreich. Der ein Falschsortiment gehabt hat. Bei uns hast du extra Wurst kaufen können, du hast Butenschenken kaufen können, du hast Rindersoftschenken kaufen können, du hast Käsekröner kaufen können, du hast Lammfleisch kaufen können, du hast Kalbsschwitter kaufen können. Jetzt soll das ganze Sortiment aufhören. Es sind einige hundert Artikel, ich höre jetzt eh wieder auf. Das hat schnell wieder erkannt, das hat es gar nicht gegeben in Österreich. Du hast täglich ein bisschen Rindfleisch kaufen können, du hast auch das ein bisschen kaufen können. Wir waren für alles da. Und der Transgourmet ist halt ein Vollsortimenter und wenn der Wirt, sag ich mal, ein Bier was kochen will, will er nicht so 7 Lieferanten gehen und sich das kaufen, sondern er kriegt alles aus seiner Hand. Und er hat auch nur einen Transgourmeter? Der hat auch wieder nur einen. Und das ist genau dasselbe für einen Bioladen, das ist dasselbe für den Supermarkt, das ist dasselbe für den Lebensmitteleinzelhandel. Wenn der aus einem Sortiment wählen kann, ist das, machen wir einem das Leben einfacher. Und das war eigentlich unser USP. Wir haben einfach das komplette Sortiment nur auf Bio umgestellt, unter Anfangzeichen. Aber natürlich ist es mit Herausforderungen, weil Bio Wurst machen ist wesentlich schwieriger, wie eine konventionelle Wurst, weil einfach diese Zaubermittelchen nicht verwendet werden dürfen. Da ist schon viel Know-how reingekommen, wir haben da genügend Fehlproduktionen gehabt, Bis wir dann dort sind, wo wir jetzt sind, da haben wir einen Einkäufer zu mir, der hat gesagt, Herr Huber, mit Ihnen arbeiten wir wie mit einem Patienten beim operieren am offenen Herzen, weil wir auch viele Fehler gehabt haben. Es hat ja nichts gegeben, wir haben das alles selber erarbeitet. Beim Fleisch haben wir es eh gleich ausgegeben, da ist eh nicht das Problem. Aber in der Wurstproduktion und Schinkenproduktion waren es schon herausfordernde Zeiten. Da war Bio schwerer zum Herstellen? Wesentlich schwerer, weil wir sagen, wir dürfen keinen Phosphat verwenden. Wir dürfen keine... Sage ich mal so, Zauberbindemittel verwenden. Zauberbindemittel? Ich verwende das Wort so. Transglutaminase zum Beispiel. In der Wurst ist ja so viele Sachen drin. Kann man alles zulassen eigentlich? Im Bio nicht, im Bio nicht, im konventionellen. Deswegen sage ich, da gibt es Hilfsmittel, die im Bio einfach nicht erlaubt sind. Farbstoffe, die brauchen wir sowieso nicht, die wird auch im konventionellen immer weniger eingesetzt. Aber du musst einfach, gerade weil ich einen guten Schenken produzieren will, ist einfach wesentlich mehr Technik notwendig, wesentlich mehr Know-how notwendig, um den Schenken auch in der Qualität zu produzieren, ohne diese Hilfsmittel. Und schon wieder geht der Preis nach oben. Und ohne diese Hilfsmittel, das ist einmal so. Da waren wir sehr bald am Markt und marktreif, um für die Kunden einfach da zu sein. Und wir waren auch lieferfähig. Ich kann mich noch erinnern, wie wir da angefangen haben, die ersten Lieferungen, als die Zentralbetriebsküche gesagt hat, wir brauchen 200 Kilo Tafelspitze. Da habe ich gesagt, erwarte einmal ein halbes Jahr, dann sammeln wir für dich die zusammen. Weil ein Rennen hat nicht 1,5kg dafür, spätestens dafür, dass es sind, oder eine Stücke, dann dauert es halt, bis ich die 200kg beieinander habe. Wir haben dann ganz bald sagen können, 200kg anpackst, das bekommst du nächste Woche. Das heißt, da sind wir halt gut, flexibel und schnell gewesen. Wie war der Mitbewerb? Wir haben keinen wirklichen Mitbewerb gehabt. Wenn es einer gemacht hat, haben die nur für die ganz Großen gearbeitet. Und da haben sie irgendwo spezialisiert. Der hat zum Beispiel nur Rindfleisch gehabt. Und dann ist es gar gewesen. Aber bei uns gibt es halt alles. Und das war so quasi euer USB-Ganz-Neu-Anfang? Genau, was jetzt auch immer noch ist im Endeffekt. Also es gibt immer noch... Nein, doch, es gibt die Firma Juvinger inzwischen. Die haben doch einiges gelernt wie wir. Der arbeitet auch so ähnlich wie wir, ist aber auf der Schlachtung und auf der Rohstoffseite nicht so stark wie wir. Weil wir haben ja trotzdem unsere vielen, vielen Bauern, dieses Gesamtpaket, das wir haben, gibt es nur einmal in Österreich. Wir haben unsere Bauern, wir haben das Vollsortiment, wir haben die Schlochtung, wir haben die Zerlegung, die Wursterei, die ganze Technik, was Verpackungstechnik betrifft. In dieser Tiefe und in dieser Größe gibt es kein Zweites. Das Fleischerhandwerk ist ja, wir haben mit der Firma Berger einen Podcast gehabt, Berger Schinken. Fleischer, sie finden extrem schwierige Mitarbeiter, Fleischerhandwerk ist am Rückgehen. Ich glaube, sie haben damals überhaupt nur noch einen Lehrling gehabt oder so. Oder es gibt überhaupt in ganz Wien, in der Umgebung hat es nur noch einen Lehrling gegeben. Wenn ich es jetzt richtig im Kopf habe, dann möge ich mich verzeihen. Wie geht es euch damit? Sehr ähnlich, wir haben das erste Jahr, wo wir keinen Lehrling haben. Wir haben immer Lehrlinge gehabt. Nein, kein Problem, wir sind immer auf der Suche nach Lehrlingen. Wir haben ein Glück wieder, wir sind sehr grenznahe, also wir sind froh, Freunde im Nachbarland zu haben, die bei uns arbeiten, aber es ist herausfordernd. Du musst einfach ein ordentliches Geld erzahlen, dass du Leute bekommst. Und wir haben das Glück doch, die Leute zu bekommen. Wahrscheinlich machen wir doch mal eine Spur, was besser ist als andere Fleischbetriebe. Was heißt besser? Ich weiß es nicht, vielleicht weil wir ein bisschen kleiner und überschaubarer sind, vielleicht ein bisschen mehr das familiäre noch da ist, nicht ganz so groß sind. Da gibt es verschiedene Parameter und natürlich auch die Grenznähe. Und da gibt es halt ein paar Benefits, wie so sich Mitarbeiter entscheiden. Das Problem wird natürlich werden die Zukunft, was ist in 20 Jahren, was ist in 30 Jahren, weil, wie gesagt, die Ausbildung geht komplett retour. Wir hoffen nicht, dass dann nur noch die großen Überbleibenden was rein, sagen wir mal, die Digitalisierung im Extremen haben, ob Robotertechnik oder sonstiges, nur noch die Rolle spielt. Wir hoffen auch, dass wir als mittelständisches Unternehmen auch da ein bisschen Möglichkeiten kriegen, auch in der Richtung ein bisschen mitzutun. Also wir sind ja auch sehr innovativ und wir denken auch fortschrittlich, wir wollen jetzt nicht, der alte Handwerksbetrieb sein, wo sich nichts verändern darf, aber das muss halt auch immer finanzierbar sein. Der Fleischkonsum ist in Österreich von 2007 auf 2022, jetzt haben wir die Zahlen vorher außergesucht, um 12 Prozent gesunken. Generell ist gesellschaftlich der Wandel her wahrnehmbar, hin zu auf der einen Seite mehr Tierwohl, Auf der anderen Seite war zu weniger Fleischkonsum, zu mehr vegetarischer Lebensweise, veganer Lebensweise etc. Wie spürt ihr das? Seht ihr euer Businessmodell als Auslaufmodell oder wie reagiert ihr jetzt auf diese Entwicklung? Wir sehen das überhaupt nicht als Auslaufmodell, sondern eher bestärkt uns das sogar. Ich habe ja damals, als wir den Schlachthof gebaut haben, uns sehr viele Medien auf uns zukommen, die so etwas tun. Und genau da bin ich oft die selbe Frage gestellt und ich hab gesagt, die Vegetarier und die veganen Menschen sind eigentlich unsere Freunde. Warum? Weil das sind immer die ersten, die was wenigstens nachdenken über das Lebensmittel. Viele kaufen einfach hin, schalten das Hirn dabei aus oder denken überhaupt nicht nach, kaufen was hauptsächlich billig ist oder sonstiges und machen sich keine Gedanken. Für mich ist immer wichtig gewesen über Lebensmittel nachzudenken, von meinen Kindern auch. Ich bin so aufgewachsen. Und ich will Leute, die wirklich nachdenken, deshalb auch diese gläserne Schlochtung und unser Zukunftsmodell lautet so. Lieber weniger Fleisch essen, dafür bewusst kaufen, wissen, was man kauft, wissen, wo es her ist, wissen, dass Qualität einem voll aus der Stühle steht und genau dieses Kunden-Klientel sehen wir für die Zukunft und es zeigt sich jetzt schon so, dass es so ist. Und das fürchten wir uns da überhaupt nicht und es wird auch in 20, auch in 30 Jahren noch Fleischesser geben, aber gern die Hälfte weniger, aber dafür bewusst. Und da habt ihr hier vorgebaut mit euren Maßnahmen, ihr seid ein Bioschlachthof. Was ist denn der Unterschied zwischen konventionellen Schlachten und einem Bioschlachten? Naja, das Wort Bioschlachthof, da kann man es schon. Es gibt keine Regelung. Aha, aber ich habe es gelesen irgendwo, oder? Nein, du kannst schlachten, was du willst, das interessiert überhaupt keinen. Ich sage es einmal so, wenn das Thema Schlachtung... Wenn man was hört von der Schlachtung, irgendwie wird ja das Wort Schlachtung verdrängt. Es will keiner was hören. Und wenn man was hört, hört man höchstens negative Schlagzeilen. Grundsätzlich kann ich schon sagen, dass die Schlachthöfe alle ordentlich kontrolliert werden in Österreich. Dass es ein Tierschutzgesetz gibt, wenn man da drüber schaut. Auf der anderen Seite war es so, dass die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen muss. Das muss so billig wie möglich sein. Der Handel fordert nur billigere Lebensmittel und jede ist getrieben und werkt. Wir haben gesagt, wir können und wollen das Spiel nicht mitspielen, weil da braucht uns keiner, weil es kann sicher bei anderen billiger schlafen wie wir. Wir wollen das Tierwohl im Vordergrund stellen. Gerade im Bio ist es sehr herausfordernd. Wie gesagt, die Tiere sind auf der Weide und irgendwann kommt es zur Schlachtung, wo es einfach auch zum Fleisch essen dazugehört. Und da wollen wir das so gescheit und so freundlich und gut geplant machen. Aber lässt sich jetzt, das ist natürlich jetzt eine theoretische Frage im Endeffekt, lässt sich eigentlich Tierwohl und Schlachten zusammenbringen? Weil man redet so über Tierwohl und es muss den Tieren gut gehen. Am Ende entscheidet man ja dann doch wieder, dass man das macht. Naja, ja, das hast du jetzt anbringen können. Natürlich werden sie geschlachtet, wir werden sie nicht so tot streichen. Aber ich weiß, wie wir in allen Betrieben noch gehabt haben, die alles gebaut waren, Mitte der 90er Jahre mit EU-Geldern gefördert, da ist nur auf Hygiene Wert gelegt worden. Was muss alles gemacht werden, damit der Betrieb lebensmittelsicher funktioniert? Dass er den Menschen nicht schadet. Da waren teilweise sogar die Vorgaben zum Hinterfragen gewesen, da ist das nicht im Fokus gestanden, was mache ich, damit in der kurzen Zeit, wo das Tier am Schlachthof ist, sie nicht in Stresssituationen kommt. Wie kann ich das abfedern? Und wir haben genügend Beispiele, bei uns waren Exkursionen da, wir sehen das, dass das funktioniert, was wir gemacht haben. Bei uns ist einmal eine Kuh dabei, die ist vielleicht ein bisschen älter, die ist vielleicht ein bisschen ruhiger. In einem First-In, First-Out Schlachthof treibt das Hintergrund alle Hände nach. Was heißt das? Das ist First-In, First-Out Schlachthof? Ja, wie sie sagen, du gehst einfach in einen Gang und das erste kommt da und das hat die Hände dann schön nach. Achso, die können nicht vorbeigehen und nix tun? Die können nicht, genau. Nur als Beispiel. Und da gibt es viele, viele Beispiele, wo alles falsch gemacht worden ist, auch noch dazu muss, weil dort kein Fokus draufgelegt worden ist. Es ist ein Fokus drauf gelegt worden, dass der Bohnen sauber zum Waschen geht. Aber ob das Tier jetzt drittsicher dasteht oder nicht, ob das so gewesen ist oder nicht, irgendwann ist der Boden so glatt geworden, dass das Tier gar nicht mehr drittsicher war. Da ist das Schwerband da drunter gelegen. Wir sind die Ersten gewesen, die den Schwerband komplett umgedreht haben. Uns spielt es keine Rolle, wie gut der Stall zum Reinigen geht. Er geht zum Reinigen, es funktioniert alles tadellos. Für uns war ein vorderster Stall der Wartebereich. weil wenn die Tiere angeliefert werden, dauert es ja bis es einfach dann zur Betäubung kommt. Deshalb ist das der Wartebereich, fachlich besser ausgedrückt als Stall. Stall ist die Umgangsform bei uns, der Wartebereich. Wie führe ich den aus? Welche Entscheidungsfreiheit hat noch das Tier? Ich habe es ja erst erwähnt, die Tiere können, wenn ich sie daheim gehabt habe. Bei der Stalldie ausgehen, wenn sie wollen, können sie im Winter ausgehen, können sie reingehen, wenn sie wollen. Und da haben wir das selbe, bei uns können sie entscheiden, wann gehen sie in Richtung Betäubung. Ganz kurz, erklär einfach einmal, normale Schlachtturm und was macht ihr anders? Wie kann man Tierwohl in den Schlachtvorgang reinbringen? Die Innovation von dem, was wir gemacht haben, es sind zwei ganz große Bereiche, einmal die Innovation im Wartebereich und die Zeit der Mitarbeiter. Fangen wir mit der Innovation an. Der Wartebereich ist so ausgeführt, dass sich die Tiere sicher fühlen, dass sie keine Angst haben müssen, dass ihr irgendwas einmal ausrutschen oder sonstiges. Das heißt, der Boden ist wie beschaffen? Der Boden ist sehr rau beschaffen. Der Boden ist von der Anlieferung bis zur Bedeuerbox eine Steigung von 1,60 Meter. Das heißt, es geht halbwegs flott bergauf, weil ein Rennsick immer bergauf orientiert. Das ist Nummer eins. Nummer zwei ist, der Boden ist sehr trittsicher. Nummer drei ist, wir haben ein, ich nenne es so, das ist kein Fachbetrieb, aber ein Eisenbahnau, ein Bahnhofssystem. Das heißt, jedes Tier kann aus der Box rausgehen, wenn das Tier rausgeht, nicht? Und geht dann in den Gang, wo es zur Betäubung geht. Das weiß nicht, dass dort was kommt? Nein, keine Ahnung, sie hat das noch nie erlebt, hat keine Ahnung. Sie weiß nur, die Tiere gehen alle in die Richtung, dann gehe ich auch mit denen mit. Wir haben das Lichtkonzept, das heißt, dort wo die Tiere warten, ist es dunkler, dort wo die Tiere hingehen sollen, ist es heller. Ein Tier orientiert sich auch immer noch im Licht. Ein Tier geht intuitiv ins Helle. Ja. Äh, das Tier. Geht dann Richtung Hell, kommt dann in die Tempel-Grenden-Kurve. In die was? Tempel-Grenden. Tempel-Grenden. Grendin. Grendin, ja. Ist eine Frau aus Amerika, eine Autistin, kann man googlen. Mhm. Aha. Nein, du erzählst es uns jetzt. Das machen wir im Podcast. Und die hat sich reingefühlt, wie muss was beschaffen sein, damit das Tier intuitiv dort wo man sie haben möchte. Das Tier geht dann in den Rundbunker, Halbkreis, 6 Meter Durchmesser, geht dann in den Rundbunker rein, hat das Bedürfnis, um jetzt um die Ecken zu gehen, sie möchte schauen, was ist dort. Sie geht um die Ecken und dann ist die Betäubungbox da. Alles farblich, einheitlich, ein Rind mag keine Farbunterschiede, ein Rind mag am liebsten auch keine Unterschiede, ein Boden, das heißt der Boden muss immer gleich sein. Wir. Kennen das von der Alm, wenn der Gitter am Boden ist, steigt kein Renten drüber. Also die Gitter, dass das im Bereich drinnen bleibt, wo das Rad, wo man mit dem Auto drüber fährt. Genau. Was hat man früher in den Schlachthof gemacht? Mitten vom Gang hat man eine Kanalgitter hingemacht, weil man alles zusammen, das Wasser zusammen hat. Da geht kein Renten drüber. Bei uns gibt es zum Beispiel überhaupt keine Gitter. Nur als Beispiel. Da gibt es von früher weise Leute, die sich mit Tierbeschäftigung beschäftigen, die wissen, was machen die oder nicht und das haben angesetzt. Schlussendlich geht dann das Tier in die Betreiberbox. Laut Tierschutzgesetz muss der, Kopf fixiert werden. Da haben wir gesagt, das ist für unsere Betriebsgröße zwar überhaupt nicht wirtschaftlich, wir haben da das Geld investiert, damit die beste Kopffixiereinrichtung, die es zum kaufen gibt, haben wir gekauft. Das mit Joystick fährst du dann, das rennt dann komplett entspannt trennen schnell, dann wird der Kopf fixiert. Bei den günstigen Lösungen wird das Rind mit Gewalt nach vorne getaucht, dass er in so eine Einbuchtung reinkommt. Wir haben gesagt, das ist uns wert. Da kommt die Einbuchtung zum Tier. Zum Tier, genau. Auch in Höhe und Tiefe verstellbar. Dann wird der Kopf fixiert. Und für diesen Prozess, das Tier reinzutreiben, die Kopffixierung zu machen, den Betäubepflegung zu machen, wird in den großen Schlachthöfen eine Minute verwendet. Wir machen das in vier Minuten. Weil wir haben gesagt, dieser Prozess ist der entscheidendste Prozess, um einfach den letzten Schritt so sorgsam wie möglich machen zu können. Da haben wir die vierfache Zeit und dieser vierfache Zeit bestimmt er den ganzen Rhythmus hinten nach. Und dann wird das Tier betäubt und dann fällt es aus der Betäubung raus. Und dann kommt der Prozess, wie bei jeder anderen Schlachtung, dann kommt die Entblutung, und wenn man entblutet ist, dann spricht man vom Tod. Also stirbt durch Entbluten? Genau, genau. Nicht durch den Schuss oder so. Nein, das ist die Betäubung. Und dann wird es vom Tier zum Fleisch oder zum Schlachtkörper. Und dann ist die Schlachtlinie, da geht es dann nur mehr um Lebensmittelsicherheit, dann stehen entsprechend Leute auf die Proteste, die verschiedene Arbeitsschritte machen. Dadurch, dass wir für die Betäubung vier Minuten Zeit haben, sind auch hinten die nachgelagerten Schritte um vier mal langsamer. Das heißt, die vierfachen Kosten eigentlich wieder sozusagen, denen geht der Preis schon wieder rauf. Ja, das Problem ist natürlich, das versteht nicht jeder gleich, aber wir haben gesagt, wenn wir unsere Geschichte erzählen wollen, dann müssen wir es richtig erzählen und auch in das Geld investieren. Wie gesagt, uns braucht keiner, wenn der eine nur das Billigste haben will. Dann müssen wir dort hin, wo man das Billigste kriegt. Wir gehen aber darauf aus, dass die Konsumenten immer mündiger werden und sich die Konsumenten irgendwann auch um das Thema Schlachtung annehmen und irgendwann auch beim Thema Schlachtung mal nachdenken, was Geschichten tut, wo kommt mein Fleisch her, wo wird es geschlachtet, was passiert dort. Und da wollen wir halt Bewusstseinsbildung schaffen. Und da sind wir das Risiko gegangen, dass wir gesagt haben, wir nehmen uns die Zeit dafür. Wir konnten billiger werden, wenn wir sagen, das ist uns wurscht. Hauptsächlich mit dem Thema auch schon, es gibt ja Organisationen, NGOs, Vierpfoten, VGT etc. Habt ihr mit denen diesbezüglich auch schon einmal einen Austausch gehabt. Um quasi ein bisschen so auszuloten, wo die Reise hingeht in Zukunft oder wo die Forderungen sind? Steht man da im Austausch? Nein, eigentlich nicht. Also es hat einmal, ich sage mal so, mit den Tierschutzvereinen, das ist wie so eine Gratwanderung. Ich kenne nicht den wirklichen Beweggrund. Wir sind trotzdem ein wirtschaftlich denkendes Unternehmen. Wir sehen das eher, wir wollen, dass es dem Tier geht, aber bei den Tierschutzvereinen ist es teilweise so, da wird sehr viel mit Emotionen gespielt. Wir sind sehr offen für alles, wer kommt und möchte was tun, aber es hat auch mal so Diskussionen gegeben, ein Tierwohl-Label von vier Pfoten oder irgendwas zu haben. Aber da haben wir gesagt, eher nicht, da wollen wir... Da geht's ja viel um Spendengeld und so Sachen und das ist irgendwie ein bisschen anders. Ja, für Pfoten. Wir haben letztens einen Podcast mit ihnen gehabt, haben sich dann eher wieder aus dem Markt der Labels wieder zurückgezogen, weil sie selber gesagt haben, das ist jetzt irgendwie nicht unser Zugang. Nein, das passt nicht mehr ins Raum. Aber wenn jemand kommen möchte, dann möchte ich das anschauen. Wir sind für alle offen und für alles. Da haben wir überhaupt kein Problem mit, aber mit Tierschutz, Fleisch zu verkaufen, das Markenprogramm, das gefällt mir nicht. Aber du hast selber gesagt, Emotionen, natürlich, aber ich arbeite ja genauso auch mit Emotionen, weil die Art und Weise, wie man das vierfache Zeit beim Ding, Zeit ist jetzt vielleicht nicht der emotionale Faktor, aber Tierwohl ist ja auch Emotion, oder? Ja, aber wir wollen ja trotzdem, zum Beispiel, wir haben Kotz daheim gehabt, ich mag auch Kotz und werde jetzt nicht einen Kotz erschießen, das ist ja eine andere Emotion. Ich weiß, das ist eine Gratwanderung zwischen Haustier und Nutztier und wir sehen das Rind dennoch als Nutztier, aber wir haben einen gewissen Respekt davor, dass wir nicht einfach umgehen, wie wenn das ein Ding war oder eine Sache war. Es ist ein Lebewesen. Aber wir wissen auch, dass das Lebewesen Menschen ernährt. Wir wissen, dass das Lebewesen Milch gibt. Wir wissen, dass vieles in der Natur so gemacht worden ist. Und ich will nur, dass meine Mitarbeiter mit der nötigen Respekt umgehen. Die Bauern bei Münse, dass das Tier gut aufgezogen wird. Und das soll sich auch am Schlachthof widerspielen. Ich will nicht die letzten fünf Minuten alles ruinieren. Wie weit sind die Betriebe im Umkreis? Gibt es hauptsächlich Vorgaben für maximale Transportzeiten, Distanzen etc.? Ja, wir haben eine Vorgabe von einer Transportzeit im Umkreis von ca. 4 Stunden. Das heißt jetzt nicht, dass das Tier maximal 4 Stunden unterwegs ist, aber der Umkreis, der Radius bildet so. Natürlich wenn ich so 2-3 Bauern fahre, ist dann auch eine Zeit zum Laden dabei. Aber bei uns kommen alle nach 5-6 Stunden bei unserem Betrieb an, in dem Bereich. Aber der Radius ist 4 Stunden 14. 4 Stunden 14 sind angekommen? Oder merken die das, weil die sind ja weg von dem Ort, wo sie quasi ein Leben lang waren? Joa, äh, äh... Das kann man so, da gibt es sogar zwei ganz spannende Geschichten dazu. Natürlich ist für das Tier eine Umstellung. Das weiß, heute ist was anderes. Wir versuchen, wenn es irgendwie möglich ist, dass in der Gruppe gehen, dass wenigstens zwei sind. Das Tier ist aber jetzt nicht da, dass es sagt, jetzt geht die Welt unter die, sondern hallo, heute ist was anderes, heute stellt es vor allem eine Lastung vor der Tier. Man sieht auch beim Laden, wenn man dem Tier Zeit gibt, die gehen auch selber rauf. Die sehen halt, es ist was anderes, da tut sich was, und schauen sich das aber mit Bedacht an. Je älter das Tier ist, umso ruhiger ist das Tier. Die Jungen sind ein bisschen euphorisch, die hupfen teilweise gleich rauf, oder rennen dreimal in den Gras bis sie rauf gehen. Man muss dem Tier Zeit geben, dann gehen sie rauf, kommen runter, und bei uns im Stall ist ja genau das System wieder, dass die Tiere auch Zeit haben. Im Warteraum, ne? Im Warteraum, ja. Danke. Einfach gerade Zeit haben eben, wie in den Elementengründen schon. Wie viel Zeit ist da? Gibt's da Regeln? Nein, es gibt keine Regeln, nicht. Man muss halt weitergehen. Irgendwann müssen auch die Leute ein bisschen nach Hause gehen für den Feierabend. Nein, nein, nein, das läuft schon. Der Wartebereich ist ja so konzipiert, dass es intuitiv geht. Das sind ja die Parameter. Also es gibt's gar nicht, dass sie nicht gehen. Nein, und es gibt schon, dass einmal jemand sagt, ich bleib stehen. Ja, ist ganz wurscht. Wir haben die Tieren offen, dann geht die nächste. Deshalb sag ich, es ist kein First in, kein First out. Wer geht, geht. Irgendwann kann es schon sein, dass es ein Problem gibt, dann geht gar nix, dann kriegt es ein paar Tapperl, das geht. Aber bei uns gibt es keine Elektrotreib oder irgendwas, da muss es mit Gewalt gehen. Wir haben das ja sogar so, das habe ich ganz vergessen zu erzählen, wir haben das auch schon gehabt. Wenn es einem Tier gar nicht geht oder es hätte vielleicht eine Verletzung gehabt oder was, beim Transport, dass irgendwas passiert ist oder was, haben wir auch sogar die Möglichkeit das Tier einfach am LKW oder vielleicht auch im Wartebereich zu betäuben. Wir haben das ja so konzipiert, dass bei uns auch Tiere, die auf der Weide geschossen worden sind, also eine hofnahe Schlacht gemacht worden ist, zu uns gebracht werden können. Und wir können von der Seite her auf die Schlachtlinie Tiere, die woanders betäubt worden sind und entblutet worden sind, einschleusen. Also das haben wir auch schon mitgemacht, mitgeplant und auch mitgebaut und ist auch schon öfters umgesetzt worden. Also wir haben da alle Möglichkeiten. Wir wollen nicht das Tier mit Gewalt in die. Box bringen. Das Tier sollte intuitiv gehen und das funktioniert zu 98 Prozent und dort wo es nicht funktioniert oder wo es nicht geht, ist dann die Möglichkeit einfach den Betäubung auf einen anderen Stell zu machen und über die Seiteneinbringung auch wieder in die Schlachtlinie einzubringen. Also ihr tut das Maximum, dass den Tieren, die dann tatsächlich am Ende halt dann sterben, möglichst gut geht bis zu dem Zeitpunkt. Was ist denn mit den Leuten, also mit denen, die jetzt direkt vorne an der Schlachtbank stehen und das machen? Wie schaut man denn, das muss ja auch was mit dem machen, oder? Habt ihr da irgendwie auch was? Nein, bevor ich die Antwort noch gebe, erst habe ich gesagt, zu den Tieren, wie geht es den Tieren? Äh... Beim Schwein ist es komplett umgekehrt, Bio... Wir reden jetzt vom Rinder eigentlich? Genau, das möchte ich dem Schwein noch kurz erklären. Beim Rinder sind die ein bisschen auf der vorsichtigen Seite, die testen alles ab und schauen, dass mir nichts passiert. Aber sie kennen ja nicht, dass jetzt, hallo, jetzt geht das auf die Schlafbank. Die haben kein Video gesehen, das ist für sie ein Neuland, sie wissen das nicht. Sie gehen da sehr unwissend dorthin und das ist so, es ist was anderes, das Wissens. Jeder der Schweine transportiert, sagen, es gibt nichts Schöneres als Bio-Schweine transportieren. Warum? Bio-Schweine, die können es gehen. Bio-Schweine fürchten den blauen Himmel nicht, wenn sie bei der Stolte rauskommen. In der konventionellen Schweinemast sind die Tiere immer im Stolte drin, die kennen keinen Sonnenschein, die kennen keinen Regen nicht, die kennen keinen blauen Himmel nicht. Das sind noch nie anders gewesen als in einer kleinen Box drinnen. Jetzt muss dann, wenn der Lastwagen antaugt, dann haben die Tiere einen extremen Stress, dass sie mal das machen, was sie noch nie gemacht haben. Im Bio stellst du in den Lastwagen hin, wir sagen schon so, der Chauffeur, der was fährt, fragt dann die Bäuerin, ob er einen Kaffee haben kann, trinkt dann gemütlich einen Kaffee und dann ist der Lastwagen geladen, weil die Tiere einfach von selber aufgehen. Warum sollen die von selber aufgehen? Weil sie neugierig sind. Bioschweine sind so neugierig, die sehen, da ist was Neues da und müssen sofort erkundet werden. Zack, die Tür aber hingestellt, die Schweine sind oben. Dann fährst du her, die lassen dann, wie sagst du jetzt, vielleicht ein bisschen kitschig und romantisch, aber es ist wirklich so. Sie fahren zum Schlachthof. Die fahren zum Schlachthof und werden schlafen, im Endeffekt. Die legen oben und die ankommen voll tiefenentspannt. Äh, und dann... Wird es angeladen, dann muss das so aufwecken, dann werden sie ein bisschen runter, hüpfen runter. Versäubern, weil sie schon wieder neugierig sind, was tut sie da, dann sperren sie das ein und die Sache ist erledigt. Und dann werden die aus der Gruppe aus bedäubt. Aus der Gruppe aus, was heißt das? Die haben keinen Wartebereich? Die haben schon einen Wartebereich, die kommen in einen kleinen Bereich rein und dort wird es einfach elektrisch bedäubt. Ohne Fixierung, ohne gar nix. Einzeln? Jaja, du musst einzeln bedäuben. Also die lotzt man dann quasi? Nein, gar nicht. Du magst einfach so laufen, dann ist da draußen eine kleine Bucht. In die Bucht schauen sie dann rein. Und eins reint rein, oder wie? Ja, da reint zwei, drei und aus der Gruppe werden sie rausgezwickt. Zwicker heißt die Elektrozange. Genau. Also das geht wirklich ruhig, aber entspannt und funktioniert. Und jetzt komme ich zu dem Thema, weißt du, als Mitarbeiter, wie gehen die damit um, was macht das mit denen? Für uns ist wichtig, dass diese Truppe, die das macht, gut geführt ist. Bei uns, die Schlachtleitung, sind zwei Damen. Das sind zwei Frauen, jetzt muss ich aufpassen, was ich sage, ich glaube, das sind noch keine 30. Oder sind sie um die 30? Das hat nix falsch gesagt. Und die machen das voll gut. Früher hat man bei der Schlacht noch gehabt, so wie es heißt, da sind die robusten, krampften Männer so ungefähr. Inzwischen ist das Schlachten ja nicht mehr das, was man von früher gewohnt ist. Es ist sehr viel Technik dabei. Natürlich gibt es starke Arbeiten auch dabei, aber es gibt auch Arbeiten, die verhältnismäßig leicht zu machen sind. Und sogar die Frauen bei uns, die betäuben und schießen die Tiere. Du musst natürlich eine Prüfung haben für das. Wenn du das nicht gemacht hast, darfst du das nicht tun. Es ist eine Gruppe und wir sehen das gut. Wenn die Frauen davor stehen, funktioniert das gut, weil für mich ist das, was nicht sein darf, dass man abstumpft. Es muss immer der Respekt vor dem Tier da sein, damit der einfach gut umgegangen wird. Und das funktioniert für mich sehr gut. Ich predige natürlich auch ständig dieses Thema und da muss ich sagen, da braucht man keine Angst haben, dass jetzt irgendwer kommt und sagt, da wird jetzt irgendwer gefilmt und dann ist da das Chaos im Unternehmen. Das sind einfach vernünftige Leute und wenn das gut runterrennt und ruhig runterrennt, dann haben die nicht das Problem mit dem, dass sie jetzt Tiere betreiben. Aber sie tun den ganzen Tag im Prinzip? Oder wechseln sie sich ab? Ist da ein Radl drinnen? Nein, es gibt einen, der macht das Gleiche, und es gibt einen, der wechselt. Es gibt einen, der will das Gleiche machen. Das ist unterschiedlich. Aber bei Teufeln gibt es nur eine kleine Auswahl, die den Schuss macht. Aber das tut einem auf Dauer, ich denke mir, wenn man das über Jahre hinweg jeden Tag macht, entweder stumpft es komplett ab, oder es macht ja was mit dir, weil es sind ja doch... Ich kann das nicht sagen, weil ich hab's noch nie gemacht, aber ich höre... Ich spreche natürlich auch mit den Mitarbeitern. Du hast das noch gar nicht gemacht? Ja, schon ein, zwei Mal, aber nicht so intensiv. Ich habe jetzt das Gefühl, was bedeutet das, wenn ich das eine Woche oder einen Monat mache. Es kommt kein Satz drüber, wo ich sage, ich halte das einfach nicht aus. Ich meine, der würde den Job wahrscheinlich gar nicht machen. Aber wie ich sag, dadurch, dass Frauen bei uns an der Spitze stehen, glaube ich, fassen die Fäden einiges ab. Und die sind zwei sattelfeste Damen, und die machen das wirklich gut. Und das ist auch eine gute Truppe, sitzen auch ein bisschen müde beieinander und so. Und die sehen das jetzt wertfrei, sag ich jetzt mal so, mit einem gewissen Respekt. Aber sie sagen nicht, jetzt sind wir die Massenmörder oder irgendwas. Das ist Schwachsinn. Aber diskutiert sich das Thema? Hast du auch gemerkt, dass quasi über die Zeit Mitarbeiter dann doch kritischer mit dem Thema auseinandersetzen, dass mehr darüber nachgedacht wird, mehr darüber diskutiert wird? Nimmst du das wahr? Nein, das Wichtigste ist einfach zu sehen, dass die Tiere halbwegs sauber sind, aber das ist eher mehr Schlachttechnik als Tierwohl, sage ich mal so. Nein, das gibt es nicht. Sie wissen ja, dass wir anders denken, sie wissen ja, dass wir ein gläsernen Schlachthof haben, sie kennen ja unsere Philosophie. Philosophie. Das sind dann die Mitarbeiter, das wird ja bei uns, das ist ja bei uns ein gelebter Prozess und sie können damit umgehen. Ich meine, ich habe ja ab und zu so Diskussionen, das ist jetzt ein bisschen weit hergeholt, was ich sage. So unter dem Motto, man darf ja keine Tiere nicht töten oder irgendwas. Aber es passiert einfach immer wieder. Wenn ich mit dem Auto fahre, kann ich auch einen Wildschwein haben und kann ein Rätsel anführen oder irgendwas. Und ich weiß, dass mir das jederzeit passieren kann. Und jetzt übertreibe ich aber, was ich jetzt sage, wenn so extrem kommende was sagen, das ist, wir sind Schwerverbrecher und so, dann sage ich aber nur, wenn du mit dem Auto fährst und dann schaust du mal, wie viele Lebewesen, ich sage Seelen, biegen auf deiner Windschutzscheibe, nur weil du mit dem Auto fahren müssen hast, musst du auch deine Gedanken machen. Jetzt gibt es wieder mal so was, ja, denen kann ich nicht in die Augen schauen. Ja, das ist die Frage, wo fängst du an, wo hörst du auf. Und das ist ihr Beruf, sie haben das gelernt, sie machen das mit Anstand und deshalb ist das auch so okay. Schauen wir mal ein bisschen auf die Zahlen, dann kommen wir wieder rein, was du daheim bist. Wie viele Tiere verarbeitet ihr, wie sagt man, pro Woche, pro Monat? Pro Woche ist die beste Einheit bei uns. Wie viele sind das dann ungefähr? Ja, es sind, ich sag mal für die Rinder, es kommt auch auf die Wochen drauf an, aber so unterschiedlich, sag ich mal, 100 bis 150 Rinder, eher so 150. Schweine ungefähr... Von 350 bis 450 ungefähr, Lampen 20, Kälber 15, in der Richtung ungefähr. Okay, ich habe letztens eine Statistik gesehen, die hat mich ein bisschen geschreckt, also zumindest mich, weil ich die Zeugen vorher nicht gekannt habe. Bei den Schweinen, 97% konventionell von allen Mastschweinen in Österreich, nur 3% scheinbar. Ja, meinst du, was 3% überhaupt sind? Woran liegt das? Es ist ganz einfach. Beim Rind legen wir wahrscheinlich jetzt schon, glaube ich, ab heute, glaube ich, schon bei 10 Prozent. Das ist einfach der Preisunterschied. Für uns ist es einfach wichtig, dass die Bauern auch ein faires Geld kriegen und Schwein kostet ungefähr, jetzt momentan nicht, weil der konventionelle Schweinepreis auch gestiegen ist, weil der Schweinepreis ganz niedrig war, hat das, Bio-Schwein das Dreifache gekostet. Und natürlich ist dann die... Das Dreifache? Ja, bei der Momentan liegen wir ungefähr beim Doppelten. Woher geben Sie diese Preise? Das ist ganz einfach. Das konventionelle Schwein ist viel zu billig. Die normalen Schweinebauern sind nicht die armen Schweinebauern, weil da war nichts mehr zu verdienen, weil der Preis so niedrig war. Und im Bio habe ich eine ganz andere Futtergrundlage. Wir haben kein Soja aus Brasilien oder sonstiges, wir haben österreichisches Futter, 100% Bio-Futter, das allein kostet schon fast das dreifache Geld, das Futter. Dann habe ich wesentlich teurer eine Stallbauten, weil ich weit weniger Schweine in dem Stall halten kann, also die Quadratmeterbesatzdichte ist ganz anders. Ich muss einen Auslauf machen für meine Schweine. Das ist verpflichtend bei Bio. Das ist verpflichtend. Ich hab ein Stroh einstreuen, ich hab keinen Spaltenboden. Brauche ich keinen? So, Guck, nein, äh, Deitsch, Bolton, Chaos geben. Da muss man sich genau schauen, wie alt. Bei Teilspalten kann es gehen, habe ich aber die Richtlinien nicht genau im Kopf. Und habe natürlich mehr Arbeit, weil ich teilweise ausmisten muss und so weiter. Und dadurch ergibt sich einfach der höhere Preis und der Preis ist fair. Der, was bei der konventionellen Schweinewurst momentan auch fair ist, weil die Preise sind gestiegen. Aber der Preis komplett im Keller war vor eineinhalb Jahren. Aber was ist mit Angebot und Nachfrage? Immer wenn ihr sagt, ihr hättet so eine Nachfrage... Naja, das ist jetzt... Jetzt beißt sich die Kot selber in die Schraube. Dadurch, dass es so teuer ist, steigt auch die Nachfrage nicht. Und wenn die Nachfrage nicht da ist, dann bauen die auch nicht mit. Und da ist das Problem, wer tut zuerst? Da musst du so aufhandeln. Und da ist leider das EU-Fördergesetz nicht hilfreich, weil man immer in 5-Jahres-Pläne denken muss, jetzt. 5-Jahres-Pläne, ja. Ja, das ist leider so, weil jetzt trotzdem der Landwirt nicht umsteigen, noch nicht auf Bioschweine muss, und der Kundschaft braucht es vielleicht. Jetzt dauert es aber 5 Jahre, bis das ist, und dann sagt die Kundschaft, jetzt kriege ich es eh nicht. In dem Fall wäre es gut, wenn man ein Jahr die Fördergelder anpassen würde, dass die Wachschritte gleichmäßiger laufen können. Die 5-Jahres-Pläne sind da nicht hilfreich, sag ich mal so. Ah ok, das heißt, die verhindern ein bisschen, weil die... Ja, weil einmal das Vieh war da, einmal das Zwang war da, einmal das Vieh war da, das reiht nicht rund. Beim Rind ist der Preis unterschiedlich, wesentlich geringer, da ist das schnell ins Laufen gekommen. Es ist jetzt ein bisschen besser geworden, weil die kommerziellen Schweine teurer geworden sind, aber es ist jetzt natürlich auch für die Bio-Schweinebauern voll schwierig, weil der Getreidepreis explodiert ist, letztes Jahr, dass es für die Bio-Bauern auch bei dem Geld nicht mehr lustig ist. Der Getreidepreis? Ja, der Futterpreis. Da ist es teilweise so teuer geworden, dass die Bauern schon gesagt haben, Also so ein wenig steigende Energiekosten? Genau, alles da und da und die Ukraine-Krise, die das verschärft hat, also das ist unverhältnismäßig teuer geworden. Da hat sich jemand... Versteckte Gewinne gegeben, sag ich jetzt mal so, irgendwo. Also das war einfach nicht real. Und das hat jetzt auch nicht dazu beigetragen, dass man den Markt ein bisschen beruhigt. Jetzt fällt eh der Getreidepreis wieder, vielleicht wird es jetzt ein bisschen runter wieder. Also das letzte Jahr ist ja sehr unrund gelaufen. Und das heutige Jahr läuft noch unrunder. Also es gibt einfach Marktverwerfungen. Wie läuft es bei euch? Ja, eigentlich momentan nicht gut. Also von der Upside-Seiten her schon. Da sind wir sehr zufrieden. Das Problem ist, du bringst die Kosten nicht weiter. Du kannst die Kosten nicht weitergeben in dem Verhältnis, wie du sie brauchst. Da steht es jetzt preismäßig auch. Also ihr seid wahrscheinlich immer eher angestanden, oben eher angestanden. Jetzt steigen wir richtig auf. Das ist das Problem. Wir müssen einfach jetzt schauen. Dieses Jahr wird keine schwarze Ziffer davor stehen. Es wird sicher rot das Jahr. Wir haben Gott sei Dank doch ein bisschen aufgebaut, aber der Markt muss sich jetzt einfach beruhigen. Jetzt müssen die Kosten wieder real werden, weil was in der Energiewirtschaft anrennt. Also wir haben ohne dass wir was dazu beigetragen haben, haben wir 1,2 Millionen Euro mehr Aufwendungen. Von einer aufs andere. Das musst du zuerst einmal verdienen. Das kannst du gar nicht verdienen. Energiekosten verfünffacht, Löhne die letzten zwei Jahre 16 Prozent gestiegen. Ich bin ja nicht Mitarbeiter, aber die Spirale dreht sich natürlich, von kleinen Steinen schneiden Klemsmittel wieder und so zieht sich das durch. Und wir haben viel investiert, Zinsbelastung, die drei Faktoren machen das Leben gerade gut. Zinsen gehst du dem Rang verhandeln? Ja, aber die, die ich brauche, kriege ich auch nicht, das weiß ich jetzt schon. Das wird erst ausgeschreiten nach der Verhandlung. Es ist natürlich so und dann die Regierung schreit dann auch, Lebensmittel sind alle viel zu teuer, alles ist viel zu teuer, dann sagst du die Ausländer sind viel billiger, dann fühlst du dich als österreichischer Produzent, der was gut meint, eigentlich in eine Ecke drängt, wo du eigentlich nicht hingehst. Aber ist gut gemeint in der Wirtschaft nicht naiv? Ja, also was ich überhaupt nicht verstehe, jetzt muss ich ein bisschen aufpassen, weil ich sage, es ist so, die Arbeiter kommen und schreien, Deutschland ist viel billiger, aber wir sollen die Arbeiter zahlen. Die arbeiten aber in Österreich, ich meine, in dem Feld muss ich schon ein bisschen auf die österreichische Wirtschaft schauen und nicht auf die ausländische Wirtschaft. Ich weiß, dass es für alle hart ist, überhaupt keine Diskussion, aber... Von den Lebensmittelproduzierenden wird überhaupt nicht gesprochen. Es wird von LH gesprochen und vom Kunden. Der LH sagt, hört das nicht nachrichten, wir können nicht mehr teurer werden. Und die Regierung sagt, dass wir jetzt billiger werden. Und wer bot es raus? Wer ist in der Mieten? Wir werden da einzuficken momentan. Okay, gehen wir mal davon aus, die Preise sind weiter sehr stark belastet bzw. kostenseitig wird es immer schwieriger. Ihr bringt das nicht durch. Ihr habt zwar Rücklagen, aber die Kosten laufen weiter, die Rücklagen lösen sich langsam auf. Was ist das erste, was vom Idealismus und von dem, was man gut meint, das man opfern wird? Oder was tut man dann? Also, naja, es ist so weit wie du, Peggy, du gehörst nicht, ich mein, gespielt hat er doch schon. Aber niemand denkt noch so weit, wirklich? Nein, nein, ich bin ein bisschen positiver gestimmt. Der Markt wird sich beruhigen, das kann ich jetzt schon sagen. Du brauchst ja nur auf Banken, nimmst da einen Kredit, was du kriegst, auf 20 Jahre, ist der billiger, wie wenn du einen Kredit nimmst auf zwei Jahre, was früher genau umgekehrt war. Was bedeutet das? Sag's mir. Ja, dass sich das beruhigen wird, weil sonst würde die Bank das Risiko gar nicht eingehen, in die Zukunft schon einen Kreditherz geben, der was billiger ist wie ein kurzfristiger Kredit. Aber die Krisen kann sich auch nicht vorhersehen. Naja, da bin ich mir gar nicht mehr sicher. Jetzt kommen wir aber ins Unendliche. Wer verdient denn momentan? Es verdient momentan nur die Bank in Wahrheit. Auf der einen Seite hast du die Konsumenten, die immer mehr Geld ausgeben müssen. Und auf der anderen Seite hast du den Produzenten, der immer mehr zwischenfinanzieren muss. Und immer die Bank, gerade von beiden Seiten. Die haben da keinen Nachteil, wenn die Wirtschaft so läuft, wie sie jetzt läuft. Weil, wenn ich mir die Banken anschaue, alle verdoppeln gerade ihre Gewinne. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Bank aus freien Stücken langfristige Kredite billiger macht als kurzfristige Kredite. Irgendwo ein Gespür müssen die haben, weil das kann nicht sein. Und die Zufallsgewinne der Energiewirtschaft werden hoffentlich auch mal weniger werden. Und dann wird sich das eh verhältnismäßig wieder beruhigen. Und dann hoffe ich auch, dass die Landspirale sich auch wieder beruhigt, weil sich das andere beruhigt und auf das hoffen wir. Aber wir sind vor kurzem sogar vor einer Frage gestellt worden. Wir machen ja sehr viel, das heißt ich mache auch einzelntiergenaue Zerlegung, das heißt ich weiß jedes Tier von welchem Bauern ist, bei uns steht auf jeden Fall Backerlfleisch drauf. Was sonst nicht? Nein, sonst reicht es einfach, dass du draufstellst, Österreich zum Beispiel. Das heißt, das ist ein Tool, das kostet Geld. Und ich bin von großen Konten gefragt worden, ob wir nicht auf das verzichten wollen, damit wir teurer werden können. Billiger werden, ja. Sage, das ist unsere Geschichte, ich gebe jetzt meine Geschichte nicht auf. Vielleicht muss es irgendwann aufgehen, wenn ich meinen Rücken komplett an der Wand stehe, aber ich habe Ausdauer, was ich heute schon mal erzählt habe, und so schnell bringt mir was nicht aus der Ruhe, dann wird es einen Plan B geben, aber ich möchte nichts ändern. Ich möchte nicht, ja. Wenn jetzt gar nicht mehr auskommt. Ja, ja, auf das zählt ja die Frage auch. Genau, dann hätte ich schon eine Idee, Ich hab ja einen Schlachthof, der ist ja groß gebaut worden, d.h. ich kann eine Kapazität von 300 Rändern machen und es gibt ja nicht nur Bio-Bauern. Was man sich vorstellen könnte, warum sollten die konventionellen Rinder auch nicht in einen Schlachthof kommen, wo nicht der große Stress ist, wie sie es sonst gewohnt sind. Dass ich vielleicht sage, ok, ich laste meine Schlachtung so aus, damit auch andere Rinder zum Genuss kommen. Da würde ich nur eine Landschlachtung machen, dass ich meine Fixkosten reduziere und dass diesen Rändern bei der Schlachtung auch noch gut geht. Das könnte ich mir vorstellen, dass ich sage, ich tue da für die Ränder was Gutes, will aber das Fleisch nicht in meinem Betrieb haben, will nur eine Landschlachtung machen, gehen, dann weg mit dem LKW die Schlachthäften. Das ist eine Idee, die ich mir vielleicht ein bisschen aufräumen kann. Aber das Intervall von vierfach auf viermal so langsam, auf zweimal so langsam, da wird das nicht dran. Nein, das ist baulich so gemacht. Das sind Fundamente, weil dann lass ich's gehen. Weil dann verrat ich mir selber. Und dann weiß ich auch, wo ich genau bin. Dann bin ich in der Preisspirale drin und der Nächste macht's wieder billiger, der Nächste macht's wieder billiger. Sieht das die Jugend auch so? Ja, hundertprozentig. Wann steht denn die Übergabe an? Ja, es ist geplant, alles ist im Laufen, also in zweieinhalb Jahren. In zweieinhalb Jahren? Genau, es gibt einen Plan, wir werden da ein bisschen gecoacht. Mit Erd? Nein, man braucht schon, man muss da viel denken. Eigentlich habe ich jetzt eine andere Arbeit, aber du musst trotzdem dein Wissen weitergeben. Jetzt war ich ja immer allein der Chef, die Entscheidungswege waren sehr kurz, weil wir es mit mir selber ausmachen konnten. Wie ist es denn mit dir selber gegangen? Ja, ich bin in dem Fall sehr entscheidungsfreudig. Das habe ich zack zack gemacht. Jetzt wird bei uns eine Geschäftsleitung eingerichtet, also der Schwiegersohn, der Sohn und ein Externer. Ein Externer? Genau. Der, der was bei uns gelernt hat, der jüngste Meister Österreichs war, der Berufsschullehrer war, studiert hat. Also ein Experten. Dann haben wir ihn wieder zurückgeholt. Dann haben sie ihn studieren geschickt. Genau, haben sie ihn studieren geschickt. Und das ist halt ein Prozess, weil die Wege jetzt ein bisschen andere gehen, weil das Unternehmen größer wird. Jetzt musst du trotzdem, wir wollen sie für die nächste Generation einfach aufstellen. Tust du jetzt schon ein bisschen Abschied nehmen oder hergeben oder wirst du einer der sein, die was dann quasi dann mit 80 umeinander meistert oder bist du froh, wenn du draußen bist und dann haben sie... Ja, ich hab schon miterlebt, wie es in meine Gesellschaft der Herr Fürst gegangen ist, der hat sich auch schwer getan. Eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee einen Schnitt machen, verhältnismäßig. Ich werde natürlich immer da sein, aber ich werde wirklich den Schnitt machen, nicht mehr drein zu fangen. Also da sein, wenn sie dich brauchen, aber nicht von selber treffen. Ich habe mein Homeoffice, wenn sie irgendwas wollen. Ich bin auch der EDV-Mensch bei uns, da werden sie sicher Fragen stellen. Aber ich sehe es jetzt schon teilweise, wenn es dann nur halb ist, gewisse Bereiche, sicher nicht meine, überzahlen sich immer dazu. Aber wenn du ein gewisses Halbwissen hast und du glaubst, du möchtest über mich reden und dann geht dir der andere Teil vom Halbwissen ab, dann tritt das sehr oft ins Fettnäpfchen und dann los ist. Und ich hab ja Glück auch ein bisschen, jetzt werde ich demnächst dreifacher Opa und das liegt mir auch nicht so schlecht. Bist du ein guter Opa? Ich glaub schon. Und das Prinzip mit der EDV, das hast du von der ÖBB quasi mitgenommen, dass die alten die EDV weitermachen? Das haben wir gemerkt. Offensichtlich, dass das Prinzip nicht so schlecht wird. Wenn wir ein bisschen in Richtung... Das einzige, was ich noch wissen wollte wegen dem Preis, haben wir vorher aufgeschrieben, weil wir über das geredet haben. Wie viel teurer sind eure Produkte im Vergleich zum konventionellen Wettbewerb? Das ist ganz unterschiedlich, ganz unterschiedlich. Kann man da so pauschal sagen, das Doppelte? 30% bis 200%. Es kommt ein Produkt rum davon, Hühnerfleisch um einiges mehr, also weit mehr beim Hühnerfleisch, Geflügel ist um einiges teurer, Schwein und Rind ist mit Abstand am niedrigsten. Okay, okay. Bioteurer oder tierwohl? Was ist der Preistreiber? Das ist das Bio. Die Fütterung, die Investitionen am Biohof, die Besatzdichte und so weiter. Also auf der Bauernseite, da fängt es schon an. Bei uns das Tierwohl ist auch ein Fakt, aber nicht der große Faktor. Tierwohl ist in Wahrheit für alle leistbar. Da brauchen wir überhaupt nicht diskutieren, man muss nur wollen. Tierwohl ab der Schlachtung. Am Bahnhof schaut es wieder anders aus, weil dort sind schon andere Ausforderungen. Es gibt ja inzwischen ein prominentes Beispiel, du kennst das natürlich sicher, die Rügenwalder Mühle, die klassischer Fleischbetrieb war, aber nicht nur die Rügenwalder Mühle, ich glaube die Familie Schweißfurt hat da in die Richtung einiges gemacht. Ist es für euch auch denkbar, also Rügenwalder Mühle Beispiel ist einfach, die haben einfach einen Teil der Produktion umgestellt auf vegane Produkte haben quasi den Markt erkannt. Ist das auch für euch ein Markt in der Zukunft. Dass ihr Fleischersatzprodukte oder dass ihr mit pflanzlichen Produkten, Proteinen arbeitet? Auf alle Fälle, aber bei uns gibt es zwei Ansätze dazu. Einen Ansatz verfolgen wir ja inzwischen schon, weiß nicht, ob du die Marke Rebelmeat kennst. Das sind 50-50 oder Hybridprodukte. 50% pflanzlich drinnen, das heißt wir haben da im Fleischanteil schon 50% reduziert. Das ist ein toller Ansatz. Und der füllt sich da ab oder produziert sich da ab? Das produzieren wir. Das ist der eine Teil und da sehen wir sogar noch Potenzial einfach mit verschiedenen Stoffen, also Potenzial Fleisch um um 50 Prozent zu reduzieren. Nein, beibleiben kann ich es gar nicht sagen. In meiner Vision, ich meine, es ist ja nicht so, wenn ich in Pension bin, dass es das Hirn ausschaltet, aber es gibt Visionen und es gibt, ich habe eine Lieblingspflanze entdeckt von mir. Eine Lieblingspflanze? Genau. Das möchte ich aber jetzt noch nicht sagen, weil es noch unausgegoren ist. Ah, super. Aber das ist eine Pflanze, nein, ich erzähle dir trotzdem ein bisschen was. Die ist so cool, die passt perfekt fürs Müllviertel, für das Waldviertel, passt perfekt für die Proteine, passt perfekt für die Aminosäuren-Zusammensetzung. Und da haben wir ein kleines Forschungsprojekt schon gestartet, mit dieser Pflanze möchte ich vielleicht was tun, aber eh wie gesagt, also das ist so ein Lieblingspflanze am Anfang. Und wir beschäftigen uns ja mit dem, aber wir wissen trotzdem, das ist eine Nebengeschichte, Wir wissen trotzdem, dass mit der Ausrichtung beste Qualität und Bio-Qualität zu produzieren, weniger Fleisch essen, trotzdem perfekt unterwegs sind. Dass das einfach ein Zukunftsmarkt ist für uns und da fürchten wir uns überhaupt nicht. Aber wie gesagt, ich bin immer offen für Neues. Also schießt das nicht einfach pauschal aus und sagt, wir sind Fleisch und das ist unsere Zukunft? Nein, ich würde auch keinen Fleischersatz produzieren, sondern ich würde mit dieser Pflanze einfach neue Lebensmittel kreieren, die was cool sind, die was gut schmecken, aber ich will nicht eine Wurst kopieren, die was genau so ausschaut. Da kauf ich mir eine Wurst, wenn ich sowas habe will. Da gibt es ja noch andere im Mühlviertel, die das auch gerade probieren. Ja, die haben da eine Wurst, die sind ja gestrichen jetzt. Die sind gestrichen von Hermann. Genau, Hermann, das ist mein Pet. Ja, es ist halt sehr cool, wie halt er seine Sachen präsentiert, auf dem Pilz aufbaut, ich habe es auf der Biogas-Messe verkostet, ist wirklich gut. Wenn du ein Pilzliebhaber bist, dann kannst du, wie er so schön schreibt, 100 Sachen draus machen. Mhm. Ja. Ja. Gute Fix. Jetzt hat der Kaiger einen Hänger. Warte mal, warte mal. Pilzersatz, da schneide ich jetzt dann, glaube ich, das ist das Ding. Wir waren beim pflanzlichen Protein. Ja, ich und äh... Nein, das passt. Also du schließt das definitiv einfach nicht aus, dass das ein Teil eurer Zukunft sein könnte, sondern wenn es was wird, wird es, dann würdest du es mitnehmen. Aber wie gesagt, Fleisch ist und bleibt Nummer eins, Tierwohl wollen wir einfach führen. Und was ja für uns auch ganz wichtig ist, wo sind wir denn da? Wir sind in Mühl und Waldviertel. Wir haben einen Haufen Weide, viele Wiesen. Es gibt nicht eins, wo ich mich groß fädeln kann. Und das ist einfach das Rind. Und das brauchen wir. Und wir wissen auch weltweit, ist 70 Prozent der Fläche Grönlandfläche und nicht Ackerfläche. Und wir müssen schauen, dass wir unser Grönland erhalten. Und ich habe jetzt Studien gekriegt, heute habe ich es gekriegt, ich kann das mal weiterleiten. Der CO2-Killer von der Kuh ist komplett schon widerlegt, wenn du es so machst, wie wir es haben, das Weide- Gegenstudie, ja. Nein, nein, das kommt ja nur davon an die Betrachtungsweise, was für Rind habe ich denn? Das Weiderind, die Wiesen, speichert wesentlich mehr CO2, als was das Rind verursacht. Und der Verursacher ist hauptsächlich das Getreide gefütterte Rind, was nur vom Acker lebt. Wir haben das Weide-Projekt. Wir haben zu 98 Prozent Weideränder, die vom Gras und auf den Wiesen wachsen. Da schaut das ganz anders aus. Und für die Ernährungssicherheit und für den Erhalt der Kulturlandschaft, was wir haben, braucht man einfach das Rind. Und deshalb wird bei uns das sein. Wir wollen die beste Qualität machen. Das ist natürlich 100 Prozent bio. Stichwort Laborfleisch. Was sagst du dazu? Cultured Meat oder Laborfleisch? Was ist da der Emotion oder der Sicht dazu? Wie gesagt, ich verschließe mich an nichts, wir werden das nicht produzieren, weil uns da das technische Rahmen sowieso angeht, aber auch der finanzielle Rahmen für sowas angeht. Und das würden irgendwelche große Firmen machen. Und ich glaube, ich komme wieder zu dem zurück, wenn Leute anfangen, sich mit Lebensmitteln zu beschäftigen und über Lebensmittel nachzudenken, wie sie sich mit Handys und solchen Sachen beschäftigen, wird die Welt komplett anders werden. Dann wird es ein paar geben, die sagen, das probieren wir, das ist für sie in Ordnung. Und es wird aber auch mal geben, die sagen, nein, ich möchte wieder zurück, Back to the Roots, ich möchte die ehrlichen Lebensmittel haben. Dann wird es für alle Platz sein. Wenn es das gibt, werde ich es auch sicher mal kaufen und mal essen. Da habe ich überhaupt kein Problem damit. Aber ich glaube nicht, dass das die Ernährung sicherstellen würde. Ihr arbeitet hauptsächlich mit der klar strukturierten Landwirtschaft zusammen, oder? Habt ihr da auch eine Regel, so groß darf ein Betrieb sein, oder gibt es das einfach so? Das ist ganz heftig. Die Größe sagt ja nix aus von wie geht es dem Tier am Hof. Das Management am Hof muss passen, also die Größe spielt überhaupt keine Rolle. Das Management muss passen, den Tieren muss es gut gehen. Und das Ganze, bei uns werden alle Bauern über die Bio-Kontrolle kontrolliert, die EU-Bio-Kontrolle. Und unsere Bauern werden noch zusätzlich von uns mit bestimmten Fragen kontrolliert, damit wir genau wissen, mit welchen Bauern wir zu tun haben. Also es gibt auch bei den Kleinbetrieben, Bauern, wo es nicht klappt, weil vielleicht familiäre Umstände sind oder irgendwas, nur wollen wir die erkennen und dann Maßnahmen setzen können, damit das auch wieder funktioniert. Hast du Angst, dass eigentlich irgendwann die Bauern ausgehen? Wir haben jetzt letztens eine Zahl publiziert, die kann man eh leicht ausrechnen, zwischen 1990 und 2020 sind pro Tag knapp zwölf Betriebe zugesperrt. Es sind in Summe 45% aller land- und forstwirtschaftlichen Betriebe zugesperrt in der Zeit, oder aufgehört. Oder sind aufgegangen in einem anderen. Ist das eine bedrohliche Situation für die Landwirtschaft, für euch, die diesen zunehmenden, manche sagen Bauernsterben, manche sagen Höfe sterben? Ist eine Gefahr. Merkt man gerade in diesen Gegenden, weil einfach die Bauernhöfe so klein sind, die nächste Generation sagt, ich tue mir das nicht mehr an, ich habe einen guten Job, aber vielleicht wollen sie nicht und kommen mit einem Einkommen aus. Was ich aber weiß, dass alle haben wollen, dass die Flächen irgendwie bewirtschaftet werden. So, und das sehen wir auch im Waldviertel schon ein paar Betriebe. Es wird dann zu Zusammenschlüssen kommen, das heißt einer entscheidet, dass er Feuerwehrabwehr wird und der wird einige Höfe dazu brachten. Momentan geht noch viel davon in die Milchproduktion um. Aber irgendwann ist der Milchmarkt, er ist eigentlich schon übersättigt, kann man sagen fast. Und dann hoffen wir, dass ich sag, ein paar Vorzeigebetriebe gibt es schon, die was dann in der Mutterkuhhaltung einfach sagen, ich mache es ein bisschen einfacher, habe mehr Fläche und mache die Mutterkuhhaltung, und die produzieren dann genau das weitere Fleisch, das was wir haben wollen. Und so, die Flächen werden nicht weniger, aber die Anzahl der Bauern nicht weniger. Aber für euch ist noch kein kritischer Zustand? Nein, kritisch überhaupt noch nicht. Und wir sehen ja, dass das System funktionieren wird mit Feuerwerbslandwirten. Wo glaubst du, dass Fleischessen, das Fleischerhandwerk, die Fleischindustrie, sage ich jetzt mal, in 20 Jahren stehen wird. Was ist denn das als eine Prognose? Da bist du dann schon in der Pension. Da bin ich schon gut in der Pension, ja. In 20 Jahren. Naja, wenn man sich den deutschen Fleischart so ein bisschen anschaut. Es wird noch radikal weniger werden für die Fleischbetriebe. Es werden immer weniger und dann bleiben ein paar über. Aber man sieht es ja, dass die Großen auch nicht wirklich können. Die haben da vielleicht einen größeren finanziellen Spielraum. Aber es gibt einen ganz großen Betrieb in Deutschland, der auf sehr wackeligen Beinen steht. Es wird zu einer Ausdehnung kommen. Ich gehe davon aus, dass Bio-Fleischer in der Größe wie wir auch dann noch die Berechtigung haben, weil wir einfach eine andere Geschichte erzählen können. Natürlich, wenn die Großen so in die Enge getrieben wären, dass sie auch so produzieren wollen wie wir dann, und dann das immer mehr wird und der Fleischkonsum weniger wird, dann ist die Frage, wer hält es am längsten aus. Ich sag jetzt ganz pauschal und bewusst überspitzt, die Bösen auf einmal gut werden und die großen Guten dann die kleinen Guten wieder verdrängen könnten. Die Gefahr gibt's auf alle Fälle. Da hofft man natürlich, dass man so einen treuen Kundenstamm aufgebaut hat, dass man dann als Marke so da ist, dass man sagt, okay, die halten zu. Aber gefeilt ist keiner von irgendwas. Und ich sage, wir erleben ja gerade die Phase der Preisverhandlungen. Hauptsache es wird nicht teurer und wenn es billiger werden kann, wäre es noch schöner. Diese Phase ist auch jetzt da. Und mit der kämpfen wir. Aber wir sehen halt, wenn du eine Kundenschicht hast, die vielleicht ein bisschen breiter gestreut ist, Und gerade im Küchenbereich und Gastronomenbereich, wo ein bisschen ein anderer Bezug da ist, wie im LEH, wo es wirklich um die Massen geht, muss man schauen, wie man sich positionieren mag, aber es ist auf alle Fälle, Vorsicht ist geboten. Besteht für euch die Option auch einer der Großen zu werden? Wo sind die Grenzen eures Wachstums quasi als Betrieb? Haben wir schon mal nachgedacht. Haben wir lassen. Ja, ja. Es ist ein zwarschneidiges Schwert, im Endeffekt. Wir sehen eigentlich den begrenzten Faktor. Wie kann ich mir Geschichte erzählen? Und weil ich möchte so wachsen, wie ich meine Tiere aus meiner Umgebung bekomme, was wir definiert haben. Die Tiere, die es da gibt, die möchte ich gut vorarbeiten können, das ist unser Benchmark. Ich möchte nicht dann farme Tiere holen aus der Steiermark oder aus Salzburg oder irgendwas, das mit unserem Schlachthof ausgelast ist. Ja, man könnte sagen, man baut in einer anderen Ecke von Österreich wieder das Sollwerf, aber das interessiert mich sicher nicht. Und die Jungen glaube ich auch nicht. Also wird sie sich da bleiben und da wird sie sich entwickeln, wie der Tierbestand ist. Aber wir wollen schon der Ansprechpartner sein für die Landwirtschaft aus der Umgebung. Und wenn die sagen, das taugt, mit Sonberg zusammenzuarbeiten, dann werden wir gemeinsam uns dort einbändeln, was am besten für die passt. Also Local Player, kein Global Player. Nein, genau. Also Sonberg wird nicht auf einmal so quasi über den fünf größten Fleischverarbeitern global, das ist nicht euer Ziel? Nein, überhaupt nicht. In keiner Weise. Auch wenn es im Bio und im Tierwohl wäre? Nein, das geht's ja nicht mehr aus dann. Das ist dasselbe, wie wenn ich sage, ich mache im Bio einen Händlerstall mit 40.000 Händlern, das passt nicht zusammen. Dann ist Bio so aufgeweicht, dass ich kein Bio mehr sehe. Dann ist irgendwas. Das kann ich mir momentan nicht vorstellen. Wie schaut der Betrieb in 20 Jahren aus? Ja, das ist schön, das kann ich schon abwürzen, das Thema. Eicherschuld. Ja, genau. Das kann ich schon abwürzen. Es gibt auch eine Überlegung, Arbeitserleichterung zu schaffen, Abläufe zu vereinfachen. Automatisieren? Ja, das wird auch ein Thema werden. Das ist ein bisschen auch von meinem Sohn ein Schwerpunkt. Von Stefan? Aber wenn man was baut, vielleicht irgendwann wieder mal so zentral kommissionieren, weil wir ja eigentlich drei Standorte haben. Also zwei Adresse, aber wir haben da einen Rinderbetrieb, wir haben da einen Wurstbetrieb und wir haben einen Schweinebetrieb. Wir müssen alles zusammen kommissionieren, das ist was sehr blöd läuft, dass man da noch mal investiert. Aber sonst einfach ganz gut, fit aufstehen und hoffen, dass wir nicht in der Preisspirale ganz einzwängt werden, ein bisschen Luft haben, kreativ zu sein und unsere Geschichte zu schreiben. Okay, jetzt sind wir eh schon fast beim Wünschen, damit schon fast beim Ende dieser heutigen Folge unsere, und du hast vorher gesagt, du hast bis jetzt noch keine von unseren Folgen gehört, natürlich Riesenskandal, aber insofern auch ganz gut, weil du nicht weißt, was ich dir frage, in einer utopischen Welt, liebe Bianca, die Frage ist für dich, in einer utopischen Welt, in der du dir alles wünschen könntest, was würdest du an unserem Lebensmittelsystem ändern, Wenn du könntest. Ehe alles zählt nicht als Antwort. Nein, es ist ja nicht alles falsch. Überhaupt nicht. Also ich würde auf alle Fälle, was ich da teilweise sehe, diese Transport, diese extremen Transportgeschichten, wo, Das ist das Extrembeispiel, was da im Pferdefleischkanal gewesen ist. Wenn man sich das verfolgt hat, wo das Fleisch alles um den Drogen geführt worden ist, bis es wirklich produziert worden ist, also das war für mich das erste Ausweg. Natürlich muss es eine gewisse Möglichkeit sein, Ware zu transportieren, aber das muss ein bisschen eingeschränkt sein. Es gibt auch inzwischen keinen Flugverkehr für Gemüse oder was das, wenn man Flieger wird. Das braucht auch keiner. Und es sollte auf alle Fälle in der Wertschöpfungskette für alle fair sein, das heißt, die Landwirte... Ich hab mal den Prinz Charles getroffen. Ah, so nebenbei. Ja, das war ganz nett. Der hat da mal ein bisschen diskutiert. Charles hab ich gesagt. Der hat zu mir gesagt, weil die englische Botschaft kauft der Bahn sein. Der hat einmal zu mir gesagt, an dem Tag, weil wir ihn einmal getroffen haben, hat er gesagt, er wünscht sich, dass alle Bahnen volle Werft bauen sein können, dass keiner eine Doppelbelastung hat, Landwirtschaft machen muss, dass man leben kann von der Landwirtschaft, das wäre mal ein Wunsch, dass die Bauern wirklich leben können, dass die Konsumenten wissen, wie Lebensmittel hergestellt werden, dass sie kochen können. Weil, schönes Beispiel, alle wollen nur das Händlfilet und keiner will die Händlkeilen, obwohl die Händlkeilen wesentlich besser sind, weil sie sich nicht mehr mal zubereiten können, weil Schankstaben oder roter Punkt, und Fleisch ist das eh schon, Salmonellensterben, Händlfilet können sie dann außen braten, dass sie wieder kochen können, dass in der Schule unterrichtet wird von Lebensmitteln, dass die Kinder mit Lebensmitteln aufwachsen, dass sie einen Bezug wieder zur Landwirtschaft kriegen und dann kaufen auch, weil die Entscheidung trifft immer der Kunde, und dann entscheidet auch der Kunde für sich, für das richtige Lebensmittel. Eigentlich fällt es nur an der Bildung, die junge Generation wird wieder herangeführt zu Lebensmitteln. Dann haben wir viele Probleme gelöst. Also Bildung als Utopie? Ja, das kannst du bald sagen. Gerade im Lebensmittelbereich schon. Was wird noch gemacht in der Schule? Du hörst nichts von Lebensmitteln. Ich weiß nicht mal, ob es noch einen Koch unter euch gibt oder wann gibt es einen, sicher sehr eingeschränkt. Aber Lebensmittel und Verwog und der Boden, wie entstehen Lebensmittel in der Natur, das gehört wieder beibracht. Das gehört das Pflichtfach rein. Ja, muss man mehr in seinem Podcast hören. Aber auch in der Höhe und schön. Ja, es gibt eh Angebote, Podcast zum Beispiel. Apropos, wir sind eh schon fast bei deinem Kühlschrank. Wenn ich jetzt bei dir daheim aufmache, was sehe ich da? 100% Bio. Zeit, Zeit, Zeit. Vorbereitet auf die Frage oder was? 20 Jahre. Ganz wurscht was. Und wannst du unterwegs bist? Soweit es geht, Bio. Wirklich? Danke, würde ich sagen. Und a Bier, Adren? A Bier? Mega! Freust du dich an Bio-Zwiebeln? Ich glaub, das ist wunderbar. Gute Antwort. Wein, alles, nur Bio. Wein, Adren, sehr schön. In weiter, weiter Zukunft geht's ja mit uns allen irgendwann zu Ende, wenn du davor die Chance hättest, Deine Nachruf selbst zu schreiben, was würde da drin entstehen? Ach Gott, das hätt's mir vor 20 Jahren fangen können, da hab ich die Übung schon mal gemacht. Ja? Ja, aber ich weiß nicht mehr, was ich geschrieben hab. Ja, du sollst es dir anschreiben. Ja, ist ganz einfach, dass er optimistisch war, dass er authentisch war und dass er es immer ehrlich gemacht hat. Das war der Punkt. Und dann ein Punkt. Und dann ein Punkt. Und ganz zum Schluss noch, hast du irgendeinen Leitspruch für dich, ein Motiv, ein Zitat oder sowas, was du immer bringst, mit dem du uns jedes quasi rausholst? Ich hab ein Symbol über einen Hof, hab ich dir gesagt, einen Innenhof, und da hab ich ein Symbol drauf, ein Triketraß. Ein was? Ein Triketraß. Äh, kennst du's nicht? Schreibst du's jetzt gerade? Das ist mein Motto gewesen, das heißt die Erfüllung deiner Träume. Das habe ich mir vor 20 Jahren selber, ich bin auch handwerklich nicht so ungeschickt und tue gerne Basteln, auf meiner Stammauer habe ich mir das selber mit dem Putz aufgemacht, groß, mit drei Metern Durchmesser fast. Das war dann die Erfüllung deiner Träume. und tue gerne Basteln. Auf meiner Stammhauer habe ich mir das selber mit dem Putz aufgemacht, groß mit drei Meter Durchmesser fast, damit ich das sehe und das ist mein innerer Antrieb. Deine Träume zu verwirklichen. Das ist doch ein schöner. Also mit diesen Worten, Ich danke dir sehr, sehr für das Gespräch und bis bald. Music.

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