BauertothePeople (B2P)

Wilhelm Geiger

Ahaa! - Boden und Humus

... erklärt von Martin Schmit vom Biohof Schmit

13.02.2022 12 min

Zusammenfassung & Show Notes

🎙️ Ö3 Podcast Award - Hier kannst du täglich 1x abstimmen 🎙️
https://oe3dabei.orf.at/lottery/index.php?id=1862


In dieser Folge erklärt Martin Schmit vom Biohof Schmit Grundlegendes zu den großen Themen "Boden" und "Humus".

Martin, seine Mutter Martina und sein Vater Roman waren auch schon in der Folge 35 zu Gast in unserem Podcast.

VERNETZEN 
 
 
MUSIK 
Leit hoits zamm – Haindling 
Power to the People – Junior Kelly 
 
 
… und ein bisserl selbst gesungen 😊 
 
Durchs Reden kommen die Leut´ zamm! 

Transkript

Einleitung
00:00:15
Was ist Boden? Was ist Humus? Martin Schmid vom Bierhof Schmid mit einem kurzen I und einem harten T. Hat versucht, dieses Thema, das wirklich, wirklich kompliziert ist. Ganz einfach für uns a bissel runterzubrechen. Also viel Spaß bei meinen Herren und möge der Aha-Effekt irgendwo auf euch lauern.
Hauptteil
00:00:42
Willkommen zu einer der spannendsten Fragen überhaupt. Das ist Bohnen und was ist Humus? Zuerst einmal wahrscheinlich viel, viel, viel mehr als wir alle denken. Ähm einerseits die Grundlage unserer Ernährung. Ich glaube, das wissen nur die meisten und ähm das habe auch ich als 1drei, 14-jähriger gedacht, okay, Boden ist was, da kann man was anbauen. Dann wachst was, dann erntet man's. Wenn's Gadschick ist, dann, dann wird man dreckig. Ähm aber recht viel mehr war mir damals nicht bewusst und ich denke, wenn man sich nicht viel mehr damit auseinandersetzt in im Laufe seines Lebens, dann fasst man wahrscheinlich auch net mehr darüber. Ähm. Deshalb rede ich ja jetzt drüber. Also es ist natürlich auch ein Lebensraum für unsere Bodenbewohner. Da könnte man sich jetzt denken, Ja, ob's die jetzt gibt oder net. Ist eigentlich a schön warm oder das ist jetzt net so wahnsinnig wichtig, ähm aber dazu kommen auch. Das ist, Lebensnotwendig für uns alle. Äh es wird im im Lauf. Dieses Podcast oder dieses Gesprächsnah erklären. Äh sie filtern Schadstoffe und schützen so bis zu einem gewissen Grad das Grundwasser. Wenn ich jetzt eine äh Atommüll da drauf leere, irgendwann ist natürlich Schluss, aber ähm bis zum gewissen Grad. Ist das Wasser, das auf unsere Böden ähm herab regnet und dann im Grundwasser ankommt, gefiltert und ähm, sauberes Grundwasser und auch Trinkwasser. Ähm das funktioniert, weil der Boden äh, über ganz ganz viele Wege sozusagen das Wasser immer wieder braucht, verbraucht und das dann durch das Durchsickern ähm. Viele viele Stoffe sozusagen im Boden hängen bleiben und ähm dann unter anderem den Pflanzen zur Verfügung stehen oder ähm daraus. Diverse Bodenlebewesen ähm den ein oder anderen Nährstoff generieren. Außerdem speichern's Regenwasser, und zwar bis zu 2hundert Liter pro Quadratmeter in einem Meter Tiefe. Also man kann sagen ein Kubikmeter Boden kann 200 Liter Wasser aufnehmen, was verdammt viel ist. Also die die ganz starken ähm Niederschlagsereignisse, es war hundertjähriges ähm Niederschlagsereignis. Das san glaube ich. Liter in einer Stunde oder so. So wird das bezeichnet. Bin mir jetzt nicht ganz sicher, gefährliches Halbwissen, aber. Äh man kann grundsätzlich auf jeden Fall sagen, Boden ist wie a Schwamm. Ähm wenn's ein gesunder Boden ist, der net verdichtet ist, der ähm einen Bewuchs hat, wo regelmäßig Pflanzen wachsen, wo, Leben drinnen ist äh und der saugt oder kann extrem viel Wasser aufsagen in sehr, sehr kurzer Zeit. Das heißt, wenn wir unsere Böden alle überall perfekt in Schuss hätten. Was leider überhaupt net der Fall ist ähm dazu später noch mehr. Dann hätten wir kein Problem mit Hochwasser. Könnte man so sagen. Übrigens zum Thema Lebewesen. Ein eine Handvoll fruchtbarer Boden. Sollte oder hat mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt. Das ist finde ich ziemlich beachtlich, ähm weil Wenn wir jetzt auf so einen Ocker schaut, das san viele, viele Handvoll. Ähm und wenn auch Handfischer mehr hat, als es Menschen auf der Erden gibt, also mehr als acht Milliarden, dann ist das schon ganz schön arg, also wenn man so einen fruchtbaren Wohn jetzt vorstellt, in einer Hand. Wahnsinn, was sie da tut, wie viele Städte und wie viele Dörfer und ähm. Viele Einsiedler da sahen, das kann man sich eigentlich gar net vorstellen. Das san Bakterien, Pilze. Äh und natürlich auch sichtbare, größere Lebewesen, wie halt auch Regenwurm, den kennt vielleicht noch jeder, aber unzählige verschiedene Bakterien und Pilz äh Stämme sind da drinnen, die eben beteiligt sind dran, dass Humus auf und abgebaut werden kann. Was ist Humus? Ist auch Teil ähm der Frage. Ganz kompliziert, extrem kompliziert und zwar das so kompliziert sogar, dass der Mensch im Jahr 2022 nur immer net in der Lage ist, Humus künstlich herzustellen. Das muss man sich mal vorstellen. Ähm wir. Kennen am Mond fliegen. Wir sind wahrscheinlich bald amal am Maß. Ähm wir sind in der Lage in einem Jahr an ähm Impfstoff für einen Menschen gegen einen Virus, nämlich Corona zu entwickeln. Auf das Thema gehen wir jetzt net näher ein. Egal, wir san so wahnsinnig viel in der Lage aber wir können noch immer net Humus künstlich herstellen. Äh was ist der Boden na? Quelle und Zenke von Kohlenstoff, Kunststoff ist das, was in unserem CO2 der eine Teil, das C äh das ist der Kohlenstoff, das heißt, Massiv verantwortlich für unsere Treibhaus ähm Gase beziehungsweise für den Klimawandel und was ganz spannend ist, der Boden speichert fünfmal so viel Kohlenstoff, ist der gesamte Biomasse aufwuchs, auf der Erde, also Regenwald hört man immer, ja Klimawandel darf man nicht anhotzen und so weiter. Die Böden speichern fünf Mal so viel, ist auf der ganzen Welt ähm, In der oberirdischen Masse gespeichert ist, also vielleicht sollten wir überm Boden zum Reden anfangen, wenn wir übern Klimawandel redet. Das hat nämlich tatsächlich relativ früh äh miteinander zu tun. Und da spielt der Hummus eine riesige Rolle, weil Boden ist zum großen Teil kleines Gestein, also zerriebenes kleines Gestein, kann man jetzt so grob sagen. Ähm in verschiedenen großen Bestandteilen. Und ist einfach im im Laufe der Jahrmillionen, durch Verwitterung entstanden, also die Gesteine sind immer kleiner und irgendwann sind das so Brösel und dann äh, Es hat mit der Oberflächenspannung von Wasser zu tun, aber so tiefer wir es net in die Materie eingehen. Wenn die klein genug sind, dann kann da irgendwann einmal ähm eine Pflanze drin wachsen. Und durch Homifizierung, das ist nichts anderes als das Pflanzen, die eben den Kohlenstoff aus der Luft nimmt und mit der Photosynthese, also mit Licht ähm diesen Kohlenstoff und ein paar andere Bestandteile, in die Pflanzenbestandteile und in was auch immer die Pflanze braucht, einbaut, wenn die abstirbt, wird das alles wieder verfügbar. Das liegt dann am Boden und dann kommen die Bodenlebewesen. Von denen haben wir vorher schon gehört, die san eben so wichtig. Die bauen das dann um in Humus. Das nennt man Humufizierung. Und ist nix anders als ein, ewig lange, um backbar komplizierter Prozess, wo ganz ganz viele Lebewesen, da kann man jetzt unsere acht Milliarden wieder daher äh und jeder hat irgendeine Aufgabe und baut das um, irgendeinen anderen Bestandteil um, bis am Ende aus einer toten Pflanze Humus wird, das ist was relativ stabiles, da gibt's verschiedene Formen, das ist ein fließender Übergang, ist auch nicht so einfach zu klassifizieren. Aber ähm man muss verstehen im Boden findet die ganze Zeit einen Abbau, ein Umbau und ein Aufbau von Humus statt. Also das ist katischer, Kastatische Sache, sondern das bewegt sich die ganze Zeit. Und äh wenn man jetzt einen Wiesenboden oder einen Waldboden hernimmt, der einfach dauernd bedeckt ist und, Man stelle sich eine einsame Insel vor. Wie schaut der aus? Grün, ja? Immer bewachsen, also sofern die im gemäßigten Klima ist, äh ist die bewachsen. Warum? Weil der Boden das für sich auch braucht, die Natur will den Boden nicht nackt haben, ja. Es ist wie mit einer Schale auf einen auf einen Apfel, sobald man den entfernt wieder kaputt, solange die Schale drauf ist, hält er sie an und für sich. Ähm. Und wenn man die Schale entfernt oder wenn man die die Pflanzen entfernt und die ist am Tod und liegen herum ähm dann wird einerseits homöfiziert aber andererseits sobald, Der Boden dann sehr lange, nackt ist und auch die toten Pflanzen verarbeitet san fängt das Ganze an zu mineralisieren. Das ist der Gegenprozess zum Humufizieren. Das heißt, der Humus wird wieder abgebaut. Es werden die Nährstoffe, die eingebaut san in den Humus, die werden wieder frei. Die können zum Teil in die Atmosphäre entweichen, ja? Das heißt. Was teilweise im Ackerbau passiert, ist zum Teil auch eine Quelle für Treibhausgase. Die muss man aufpassen. Und am Ende ähm geht's darum, dass wir als Bauern versuchen, so viel wie möglich Humus aufzubauen und so wenig wie möglich Humus zu verlieren. Einerseits hilft uns das zwar, dass unsere Pflanzen wachsen, weil der Abbau von Humus uns Nährstoffe zur Verfügung stellt, aber das ist natürlich begrenzt. Das heißt ähm. Kennen net ewig lang nur Humus abbauen, sonst ist er irgendwann nimmer da oder so wenig da, dass unser Boden nicht mehr fruchtbar ist. Dass es zu wenig Lebewesen im Boden gibt, die sie davon ernähren und die da überhaupt ähm den den Humus aufbauen und dafür sorgen, dass wir mit einem. Hohen Humusgehalt, äh Wasser speichern können, dass ma puffern können, dass ma an stabilen Bohnen haben, der net einfach davon rinnt, wenn er wenn a Niederschlagsereignis kommt. Und dass die Pflanzen Nährstoffe hat. Ganz spannend, ne ähm habe ich vor Kurzem erst irgendwo gelesen. Wenn man pro Jahr null Komma vier Prozent. Humus, also organische Substanz im Boden weltweit aufbauen könnte. Dann würden wir das Klima mehr oder weniger retten. Also man könnte da insgegenwirken, ähm den Treibhausgasemissionen, weil, kurz nachdenken, was machen wir als Menschen die ganze Zeit? Wir nehmen äh Kohle, wir nehmen Gas, wir nehmen ähm Erdöl und verbrennen's. Da kommt äh das also der der Kohlenstoff in die Luft. Und was ist das? Das ist ja nichts anderes als Ur-Ur-Ur-Euroider. Ähm, Humus oder das sind abgestorbene Tiere und Pflanzen, die sich halt in tiefen Erdschichten angesammelt haben in Form von eben Gas oder Erdöl oder eben Kohle. Und das hat halt viel Kohlenstoff und viel Energie, für verbrennendes und haun ist in die Atmosphäre. Und umgekehrt kann das aber genauso wieder stattfinden. Ja, also wir können auch wieder mit Pflanzenbewuchs diesen Kohlenstoff aus der Luft holen. Im Boden binden. Einerseits dafür sorgen, dass unsere Böden wieder fruchtbarer werden und gleichzeitig das Klima retten. Es ist doch Weltklasse. Also. Bitte drauf, dass wir als Bauern so viel wie möglich grüne Pflanzen an der Oberfläche haben. Den Kohlenstoff aus der Luft holen, die unsere Boden leben, Lebewesen ernähren und die unseren Boden schützen, so wie es die Natur. Eigentlich vorgesehen hat.
Intro_Outro
00:11:39

Feedback

Dir gefällt der Podcast und Du möchtest das mal loswerden? Du hast Tipps für neue Themen oder magst über den Inhalt bestimmter Folgen diskutieren? Dann wähle im Formular die jeweilige Episode aus und schreib uns eine Nachricht. Vielen Dank für Dein Feedback!

Mit einem Klick auf "Nachricht absenden" erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Deine Daten zum Zwecke der Beantwortung Deiner Anfrage verarbeiten dürfen. Die Verarbeitung und der Versand Deiner Anfrage an uns erfolgt über den Server unseres Podcast-Hosters LetsCast.fm. Eine Weitergabe an Dritte findet nicht statt. Hier kannst Du die Datenschutzerklärung & Widerrufshinweise einsehen.

★★★★★

Gefällt Dir die Show?
Bewerte sie jetzt auf Apple Podcasts